franchiseERFOLGE Ausgabe März-Mai 2019

21 der Aufbauphase. Zahlen, die einen deutli- chen Expansionsfokus aufzeigen. Dies be- stätigt auch die Planung der Systeme, 2019 im Schnitt 12 neue Franchisepartner gewin- nen zu wollen. Franchisewirtschaft wichtiger Treiber für den Arbeitsmarkt Im vergangenen Jahr hat die Franchisewirt- schaft über 8.500 neue Arbeitsplätze ge- schaffen. Das ist ein Plus von 1,2 %. Damit werden in der Bundesrepublik insgesamt 715.362 Menschen in Franchise-Unter- nehmen Voll-, Teilzeit, sowie geringfügig beschäftigt. „Die bekannte Marke ist das Fundament des Systemerfolgs. Dabei zielt sie nicht nur auf Endkunden und Verbrau- cher, sondern vermehrt auch auf Mitarbei- ter – bestehende wie potenzielle. Ein Grund mehr unsere Mitglieder beim Auf- und Aus- bau ihrer erfolgreichen Arbeitgebermarke aktiv zu unterstützen“, so Torben Leif Bro- dersen. „Wer heute Mitarbeiter für sich begeistert, hat seine Partner von morgen vielleicht schon gewonnen.“ Zum Studiendesign: Die Franchisestatistik 2018 wurde vom 21. November bis 21. De- zember 2018 online erhoben. Per E-Mail aufgerufen waren 266 Mitglieder des Deutschen Franchiseverbandes sowie 727 Nichtmitglieder des Deutschen Franchise- verbandes. Die Netto-Beteiligung lag bei 128 Franchisesystemen und damit einer Rücklaufquote von 13 %. Zur Durchführung und Auswertung beauftragt wurde Prof. Dr. Achim Hecker (Digital Business University of Applied Sciences i.G.). Die komplette Aus- wertung steht unte r http://t1p.de/m4te als .pdf zum Download bereit. y Franchisepartner und -betriebe → Partner → Betriebe 2018 2017 2016 2015 2014 2013 151.535 154.002 156.662 159.348 114.838 117.768 119.302 162.328 123.549 167.961 128.009 116.248 2018 2017 2016 2015 2014 2013 90.905 95.077 99.108 103.949 112.265 122.818 Systemumsatz gesamt → in Mio. € Um Kunden stärker an sich zu binden, bie- ten Händler von Kaffeebohnen und -pul- ver eine „kostenlose“ Bereitstellung von Kaffeeautomaten und deren regelmäßige Wartung an. Allein die Kaffeebohnen bzw. das Kaffeepulver muss der Kunde verpflich- tend beim Händler kaufen. Nach Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit gehört der Kaffeeautomat dann dem Kunden. Doch was ist mit der Umsatzsteuer? Für die Lieferung von Kaffeebohnen und Kaffeepul- ver fällt nur 7 Prozent an, beim Kauf, Leasing oder der Miete einer Kaffeemaschine je- doch 19 Prozent. Doch in unserer Vertrags- gestaltung berechnen die Händler ja nur die Kaffeebohnen. Für die Bereitstellung des Kaffeeautomaten wird hingegen kein Ent- gelt in Rechnung gestellt. Nun könnte man meinen, wenn nur die Kaffeebohnen be- zahlt werden müssen, sind auch nur 7 Pro- zent Umsatzsteuer zu zahlen. Zudem macht der Kauf von Kaffeebohnen oder –pulver ohne Kaffeeautomaten gar keinen Sinn. Da- her könnte es sich auch um eine verbunde- ne Leistung handeln, bei der der Steuersatz der Hauptleistung (Lieferung von Kaffee- bohnen) gilt. Doch dem ist nicht so. Denn es liegen grundsätzlich zwei Leistun- gen vor, die auch umsatzsteuerlich separat zu beurteilen sind und in der Regel auch getrennt bewertet werden können. Zumal es ein offenes Geheimnis ist, dass mit je- der Bohnenlieferung auch ein Anteil für die „kostenlose“ Überlassung der Kaffeemaschi- ne bezahlt wird. Soweit die einzelnen Preis- anteile ermittelt werden können, muss die Rechnung aufgeteilt werden und enthält dann jeweils einen Steuerbetrag für 7 und 19 Prozent Umsatzsteuer. Bei Vertragsgestaltungen, die erkennen lassen, dass es dem Gastronom einzig um das gesamte Leistungspaket des schnellen und effektiven Kaffeeangebots geht, liegt jedoch ein einheitlicher Vertrag zum vol- len Umsatzsteuersatz von 19 Prozent vor. Besonderes Kennzeichen solcher Verträge ist, dass das Kaffeepulver in speziell auf die Kaffeemaschine abgestimmten vorgefertig- ten Portionsbehältern (Cups) ausschließlich an Kunden geliefert wird, die einen ent- sprechenden Kaffeeautomaten einsetzen. Weitere Indizien für eine einheitliche, mit 19 Prozent Umsatzsteuer zu versteuernde Leistung sind, dass ›  für den Gastronom der Preis pro Portion Kaffeepulver sinkt, je mehr Getränke an die Gäste verkauft werden, ›  dem Gastronom die Einnahmen aus dem Automaten allein zustehen und ›  der Gastronom die Kaffeepreise gegen- über seinen Gästen selbst bestimmen darf. Impressum Herausgeber/Chefredakteur: Martin Schäfer (V.i.S.d.P.) Verlag: UNTERNEHMERVERLAG Gemäß § 9 Abs. 4 des Landesmediengesetzes für Rheinland-Pfalz wird darauf hingewiesen, dass Inhaber des Verlages Martin Schäfer ist. Im Wingert 13, D-53424 Remagen Tel. +49 2228 912912-0, Fax +49 2228 912912-10 info@unternehmerverlag.de, www.unternehmerverlag.de Anzeigenleitung: Bettina Bauer, anzeigen@unternehmerverlag.de Titelbild: © YARUNIV Studio /shutterstock.com Fotosatz: Fotosatzstudio Bauer info@fotosatzstudio.de, ww w.fotosatzstudio.de Druck: Griebsch & Rochol Druck GmbH Gabelsbergerstraße 1, D-59069 Hamm Erscheinungsweise: vierteljährlich Nachdruck: Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil die- ser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses Verbot fällt insbesondere die gewerb- liche Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme in elektronische Datenbanken und die Vervielfälti- gung auf CD-ROM. © UNTERNEHMERVERLAG Fremdbeiträge geben nicht unbedingt die Mei- nung der Redaktion wider. Die Beiträge wurden sorgfältig recherchiert. Eine Haftung ist dennoch ausgeschlossen – auch für telefonische Auskünfte. Für unverlangt eingeschickte Manuskripte, Fotos und Illustrationen keine Gewähr. Steuertipp Auf die Vertragsgestaltung kommt es an: Kaffeeautomaten 7 oder 19 Prozent Umsatzsteuer? Mit Kaffee allein kann der Gastronom von heute schon lange keinen Blumentopf mehr gewinnen. Denn der Gast von heute gönnt sich gern auch extravaganteres wie einen Ristretto, Espresso Macchiato oder gar Cortado. Dank technischer Helfer kein Problem. Je nach Größe, Nutzungsumfang und Preis können entsprechende Kaffee­ automaten gekauft, geleast oder gemietet werden. Steuerberater Gunnar Aurin ETL Aurin & ADVISA Steuerberatungs- gesellschaft mbH www.etl.de/etl-advisa-dortmund Der Autor

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