franchiseERFOLGE Ausgabe März-Mai 2019

man allerdings häufig feststellen, dass die in Deutschland geltenden Anforderungen an franchisierte Gastronomiekonzepte nur an- satzweise erfüllt werden. Konzeptdokumen- tationen, Handbücher, Schulungsangebote etc. ähneln eher Aufsätzen von Studenten aus den Anfangssemestern als wirklich professionellem Prozessmanagement. Die verlangten Gebühren sind dafür dann über- dimensioniert und fordern immer zu der Überlegung heraus, zu geringeren Kosten selbst ein Gastronomiekonzept zu entwi- ckeln statt sich in ein solches oft in Deutsch- land unerprobtes System einzukaufen. Franchisegeber lassen sich von einem Inte- ressenten oft eine vorvertragliche Geheim- haltungsvereinbarung unterzeichnen, um ihr Know-how zu schützen. Dieses muss im übrigen gar nicht so geheim und neu sein. Schon die Kombination von bekannten Ver- fahren mit modifizierten Abläufen und/oder neuen Leistungsbestandteilen kann für den Erfolg eines Systems entscheidend sein. Al- lerdings gilt es auch hier darauf zu achten, dass man eine solche Erklärung nicht unge- prüft unterzeichnet, da manche Anbieter diese gerne so weit fassen, dass man als Interessent danach gar kein anderes Gast- ronomiekonzept mehr umsetzen kann. Als Markengastronom muss der Anspruch einer klar definierten Markenleistung, die an je- dem Standort gleichwertig sein sollte, durch präzise Systemrichtlinien mit konsequenter Anwendungskontrolle gesichert werden. Das dient dem System und allen System- partnern zur Sicherung des nachhaltigen Erfolgs der Marke. Die unternehmerische Freiheit eines Franchisepartners ist daher nur in eingeschränktem Rahmen vorhanden, da er ja von dem Image und den Leistungen einer Markengastronomie partizipieren will, was nur durch die konsequente Anwendung des in den Systemrichtlinien vorgegebenen Konzeptes machbar ist. Je stringenter die Vorgaben und je strenger die Qualitätskon- trollen bei einem Franchisepartner, desto größer die Verantwortung für den System- erfolg bei dem Franchisegeber. Die regelmäßig sehr anspruchsvollen und umfangreichen Systemrichtlinien bei Gas- tronomiekonzepten werden nach DIN ISO und EN Normen strukturiert und sind auch im Sinn von unternehmerischen Wissens- managementsystemen aufgebaut, nicht zuletzt um schnell und effizient Systemver- besserungen zu entwickeln und dem Ge- samtsystem wieder verfügbar zu machen. Hier hat sich die letzten Jahre aufgrund der technischen Möglichkeiten ein Standard entwickelt, der Systemführung auf höchs- tem Niveau erlaubt und den Franchisepart- nern damit noch mehr Sicherheit und Ren- tabilität bietet, so sie diese Verfügbarkeiten konsequent nutzen und umsetzen. Heute sind auch die Investitionen in die Digitalisie- rungskonzepte besonders zu beachten, die ein Franchisepartner im Lauf der Vertrags- dauer zu tätigen hat. Systemgastronomiekonzepte sind weitge- hend Standortgebunden und diese Stand- orte werden von den Systemanbietern häufig selbst angemietet und im Rahmen des Franchisevertrages dann an den Fran- chisepartner untervermietet bzw. samt Einrichtungen und Ausstattungen unter- verpachtet. Oft liegt dies an den Vermie- tern der gesuchten Standorte, zum Beispiel in Einkaufszentren, die einen bekannten Franchisegeber gerne direkt als sicheren Mieter bevorzugen. Auch bei Systemgas- tronomiekonzepten gibt es eine normale Fluktuation von Franchisepartnern aus den verschiedensten Gründen. Das hat zur Fol- ge, dass man als Franchiseinteressent auch bereits eingeführte Standorte angeboten bekommt. Dabei kann man auf gesicher- te Zahlen und Daten eines bestehenden Standortes zurückgreifen, was eine Finan- zierung dann sicher erleichtert. Allerdings sollte man nicht versäumen, sich mit dem vorherigen Franchisepartner in Verbindung zu setzen und die Gründe seines Systemausstiegs zu hinterfragen. Unter Umständen erhält man dann ein et- was anderes Bild, als das des Franchisean- bieters beim Verkaufsgespräch. Alternativ gibt es immer noch die Option, einfach selbst ein eigenes Konzept mit vollem Ri- siko zu entwickeln und umzusetzen, ohne sich einem System anzuschließen, bei dem das Risiko deutlich überschaubarer ist. y Jennifer B., Selbständige REWE Kau rau LIEBLINGSCHEF WERDEN? DU MÖCHTEST DEIN EIGENER Mach dich als Unte rnehmer (m/w/d) selbständig mit einem REWE Supermarkt. rewe.de/karriere ECHT WAS ERREICHEN.

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