franchiseERFOLGE Nr. 94 - Ausgabe März-Mai 2020

24 „Mangio ergo sum“ – „Ich esse, also bin ich.“ Das war die Lebensphilosophie von Carlo Pedersoli, besser bekannt als Bud Spencer ( † 2016). In seinem gleichnamigen Buch von 2014 setzte er sich mit kulinarischen Genüssen und den großen Philoso- phen von Platon, über Voltaire, bis Machiavelli auseinander und kre- ierte wunderbare, eigenwillige Rezepte. Der gebürtige Neapolitaner befand seine heimische Küche als eine der besten der Welt (Anmer- kung der Autorin: absolut verständlich!). Es gibt Gastronomen, die Essen als Kulturgut, als Philosophie, ja als Religion anpreisen. Die Megatrends Nachhaltigkeit, Gesundheit, Ur- banisierung, Globalisierung und Digitalisierung sind ganz wesentliche Treiber für die Foodtrends von heute und morgen. So hat die Vielfalt an Verpflegungsangeboten stark zugenommen – ob als Systemgas- tronomie oder Einzelunternehmen. Ob als Erlebnisrestaurant, wie es in ehemaligen Bergwerken ganz authentisch mit Blechbesteck und Schutzhelm zelebriert wird oder als Igel-Café namens Harry, das vereinsamten Städ- tern Igel als Spielkameraden anbietet (http://harinezumi-cafe.com ). Diese Cafés gibt es bereits an mehreren Orten in Japan. Essen kann der Selbstoptimierung dienen und gibt sich zuckerfrei oder präsentiert Algen als Superfood der Zukunft. Insektennah- rung, Gemüse aus Stadtfarmen, Fake Meat oder Zero Waste Restaurants, wie das britische Silo, sind Ausprägungen der Megatrends. Hinzu kommen die vielen Themen- restaurants und mobilen Angebote mit landesspezifischen Küchen und Ritualen. Was übergeordnet alle Trends und Erscheinungsformen eint, ist die Erwartungshaltung der Konsumierenden hinsichtlich Authentizität und Transparenz. Denn das Hinterfragen, welche Zutaten verwendet werden, woher sie kommen, ob es einem gut tut, wie be- lastend es für die Umwelt ist und vieles mehr, beschäftigt heutige Verbraucher*innen. Auch das Essverhalten verändert sich. Drei Mahlzeiten am Tag sind vielfach kleinen Zwischenmahlzeiten gewichen. Für Franchisegeber*innen wird es zunehmend wich- tig, sich klar zu positionieren. Zu erkennen, wofür sie wirklich einstehen können und wogegen sie sich entscheiden sollten. Das sind auch Inhalte unserer Franchisemarken- Workshops. Konsumierende goutieren klare Haltungen, weil sie der Identifikation die- nen und Entscheidungshilfen sind. Ein System, das sich sehr authentisch dem Genuss verschrieben hat, möchte ich Ihnen folgend mit „La Maison du Pain“ vorstellen. Ich wünsche Ihnen viel Anregung beim Lesen und „En Guete“ für Ihre nächste Mahlzeit, Ihre Veronika Bellone Magazin Grußwort in der Schweiz Zur Person: Prof. Veronika Bellone ist seit 1986 im Franchisebusiness tätig. Sie startete als Franchisemanagerin bei der Cosy-Wasch-Autowaschanlagen GmbH in Berlin. 1991 gründete sie ihre eigene Franchiseberatung, die sie seither in der Schweiz führt. Zu ihren Referenzkunden zählen u.a. Fleurop, Mövenpick, Sara Lee, Schweizer Post, ACCOR, SPAR, Valora, MIGROS, Götti Switzerland und Warner Bros. Germany. Sie ist als Professorin an der Hochschule für Wirtschaft in der Nordwestschweiz im Fachbereich Marketing tätig sowie an weiteren Hoch- schulen mit Franchising in den Bereichen Entrepreneurship und Dienstleistungsmarketing. Als Autorin widmet sie sich in zahlreichen Publikationen den Themen Franchising, Marketing und Trends wie z.B. „Green Franchising“, Bellone/Matla, 1. Auflage 2012 im MVG Verlag/mi-Wirtschaftsbuch; „Praxisbuch Trendmarketing“, Bellone/Matla, 1. Auflage 2017, Campus Verlag Frankfurt/New York; „Praxisbuch Franchising – Schnelles Wachstum mit System“, Bellone/Matla, 4. Auflage 2018, Redline Verlag; „Praxisbuch Dienstleistungsmarketing“, Bellone/Matla, 1. Auflage 2018, Campus Verlag Frankfurt/New York; „Glücklich mit Tiny-Start-ups“, Bellone/Matla, Redline Verlag, Nov. 2019 L’art de vivre in Volketswil Veronika Bellone: Der Charme provenza- lisch eingerichteter Backstuben weht noch in diesem Jahr in die Schweiz herüber, mit einer kleinen Variante des „La Maison du Pain“. Wie sieht Ihr Vorgehen aus? Bernd Steiner: Tatsächlich sehen wir uns als authentischer Ganztagesfranzose mit der für Südfrankreich typischen Patisse- rie und dem Bistro. Wir sind ein Schweizer Unternehmen mit Sitz in Zürich, einem französischen Konzept, welches derzeit hauptsächlich in Deutschland tätig ist. Eu- ropäischer geht’s fast nicht mehr. In der Schweiz wollen wir jetzt zunächst mit einer kleineren Version in einem sympathi- schen kleinen Shoppingcenter (Volketswil Inside) starten. Quasi als Markttest. Veronika Bellone: Die Restaurants über- zeugen durch eine große Liebe zum De- tail. Die Marke „La Maison du Pain“ wurde diesbezüglich auch schon mehrfach ausge- Interview Prof. Veronika Bellone, Bellone FRANCHISE CONSULTING GmbH, im Gespräch mit Bernd Steiner, Franchisegeber von „La Maison du Pain“ Bernd Steiner Foto: © Freshpixel.ch/Manuel Fischer

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