franchiseERFOLGE Nr. 94 - Ausgabe März-Mai 2020

6 franchiseEXPERTEN. Digitalisierung muss als kontinuierliche Entwicklung verstanden werden, die jedes Unternehmen als Aufgabe mit hoher Prio- rität wahrnehmen sollte – und sie beein- flusst die Franchisewirtschaft in dreifacher Hinsicht. Auf der einen Ebene betrifft das die Arbeitsorganisation zwischen dem Fran- chisegeber und seinen Franchisepartnern. Die nächste Ebene betrifft die organisato- rische Verbindung und die Kommunikation zwischen den Franchisebetrieben und den Kunden. Und last not least sind alle Franchi- sesysteme natürlich in die Gesamtentwick- lung der Wirtschaft eingebunden. Mit allen Marktchancen, die sich aus veränderten Kundenbedürfnissen und realisierbaren Innovationen ergeben. Aber auch mit dem Risiko, von Mitbewerbern abgehängt zu werden, die auf Veränderungen schneller und konsequenter reagieren. Die Digitali- sierung sorgt für den Wandel hin zu elekt- ronisch gestützten Prozessen, die möglichst in Echtzeit vernetzt werden. Effizienz und Produktivität werden spürbar erhöht, da sich die Kommunikation mit Lieferanten, mit Kunden – und im Systemmanagement mit den Franchisepartnern ganz entscheidend verbessert. Ganze Arbeitsprozesse können digital abgebildet und automatisiert wer- den. Darüber hinaus kann ein Geschäfts- bereich mit digitaler Technologie erweitert oder sogar neu geschaffen werden. Priorität hat dabei das Ziel, dem Kunden einen bes- seren Service anzubieten und seinen Nut- zen zu erhöhen. Digitalisierung optimiert System- führung und Kundenprozesse Zu den vielfältigen Pflichten des Franchi- segebers gehören insbesondere die Unter- stützungsleistungen, für die der Franchi- senehmer laufende Gebühren bezahlt und die vom Systemmanagement professionell und effektiv erbracht werden müssen. In unserer beschleunigten und immer kom- plexer werdenden Wirtschaftswelt ist das Systemmanagement anders gefordert als noch vor zehn Jahren. Zwischen der qua- lifizierten Erfüllung der Arbeitsaufgaben und der Infrastruktur der Systemzentrale besteht eine intensive Wechselwirkung. Wissen zu bekommen ist heutzutage ein- fach. Dagegen ist die ergebnisorientierte Nutzung deutlich komplizierter. Know-how in Kombination mit Know-why machen ein Franchisesystem einzigartig und durch die Digitalisierung wird es einfacher, beides auf die Franchisepartner zu transferieren. Digitale Systemhandbücher sind seit Jah- ren der übliche Standard. Updates erfolgen per Mausklick und die automatische Pro- tokollierung aller Änderungen sorgen für Know-why ist das neue Know-how – die Digitalisierung verändert die Franchisewirtschaft Mit der Ausrede „Ich wollte Ihnen eine e-mail schicken, aber bei Ihnen war besetzt“ wird man sogar im digital eher unterentwickelten Deutschland schnell als unglaubwürdig entlarvt. Fördermittel zur Digitalisierung unserer Schulen werden nicht abgerufen, der Etablierung der digitalen Krankenakte stehen die Datenschützer selbstverständlich skeptisch gegenüber – nur bei der Pflicht zum Ausdruck von Kassenbons war der Gesetzgeber ganz weit vorne. Trotzdem bleiben wir optimistisch und be- schäftigen uns damit, wie die Digitalisierung die Franchisewirtschaft verändert und verändern wird. Foto: © julia.m/shutterstock.com

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