franchise ERFOLGE - Ausgabe März-Mai 2021

13 Der GASTGEBERKREIS ist eine Initiative mit mittlerweile über 50 Mitgliedern, bestehend aus Gastronomen und Gastrounternehmen. Er wurde ins Leben gerufen, um mit einer ge- meinsamen Stimme gegenüber Politik und Öf- fentlichkeit aufzutreten und für den Erhalt der Branche zu kämpfen. Mitinitiator Kent Hahne weiß genau wovon er spricht. Denn auch er kämpft als Unternehmer und Arbeitgeber für 9 Restaurants seines Konzeptes „The ASH“ und als größter Franchisenehmer der L’Ost- eria, mit insgesamt 20 Restaurants. Herr Hahne, sie sind Mitinitiator dieses außer- gewöhnlichen Zusammenschlusses. Wie kam es dazu? Der erste Lockdown hat uns alle völlig unvorbe- reitet getroffen und wir waren mit einer Situation konfrontiert, die wir so nicht kannten. Aber wir ha- ben schnell gelernt, viel Geld und Knowhow in- vestiert, um Hygienekonzepte zu entwickeln und diese umzusetzen, Arbeitsplätze zu sichern und unseren Gästen ein sicheres „Wohlfühlgefühl“ in unseren Restaurants zu bieten. Doch all dies konnte uns vor dem zweiten Lockdown und der damit verbundenen Schließung der Restaurants nicht retten, obwohl wir mit unseren Konzepten bewiesen haben, dass unsere Restaurants sicher sind. Dass dies eine erhebliche fi- nanzielle Belastung darstellt, kann sich wohl jeder den- ken. Aber den Gastronomen wurden doch Hilfen in Höhe von bis zu 75% des Netto-Vorjahresumsatzes zugesagt… Das ist richtig. Diese Zusage gab es. Und die- se Hilfen würden uns Gastronomen auch extrem helfen. Was die Öffentlichkeit aber nicht weiß: Sie wurden fortgehend nach unten korrigiert. Bisher sind nur sehr geringe Abschlagszahlun- gen erfolgt, die sich in unserem Fall nicht mal annähernd im zweistelligen Prozentbereich des Vorjahres befinden. Was erhoffen Sie sich von der Initiative? Wir möchten die Politiker wach rütteln, ihnen klar machen, dass es hier nicht um Profite geht, son- dern schlichtweg um Existenzen. Die Verzöge- rung der Auszahlung hat unweigerlich zur Folge, dass mehr und mehr Gastronomen und Unter- nehmen, die von der Gastronomie leben, ihre Pforten für immer schließen müssen. Auch in der Öffentlichkeit möchten wir für Verständnis wer- ben, denn es wird angenommen, dass wir alle Zahlungen erhalten hätten und trotzdem jam- mern. Dem ist absolut nicht so und es ist wichtig, dass die Öffentlichkeit das erfährt. Wie sieht Ihre Prognose für die Zukunft kurz- und langfristig aus? Das hängt ein bisschen davon ab, wann wir unse- re Restaurants wieder öffnen können. Dies wird anfänglich nur mit Restriktionen möglich sein, die dann mit der Zeit nach und nach gelockert wer- den. Wenn wir an diesen Punkt kommen, dann ergeben sich für die Gastronomen, die dann noch da sind, natürlich auch Chancen. Wir zum Beispiel haben das Curbside Pick Up und Deli- very-Geschäft „gezwungenermaßen“ fest integriert und erwarten uns davon ein gewichtiges Zubrot zu dem eigentlichen Restaurant-Busi- ness. Alles in allem schauen wir auch in diesen Zeiten erwartungsvoll in die Zu- kunft. Wir planen in 2021 fest mit der Eröffnung von drei L’Osteria und zwei The ASH Restaurants. Wir sind also noch lange nicht am Ende. „Es geht hier nicht um Profite, sondern schlicht- weg um Existenzen.“ „Wir haben viel investiert, um Hygienekonzepte zu entwickeln und Arbeits- plätze zu sichern.“

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