franchise ERFOLGE - Ausgabe März-Mai 2021

Steuertipp Grundsätzlich sind für die Überbrückungs- hilfen II und III alle Branchen antragsbe- rechtigt, sofern sie in den Förderzeiträumen mindestens 30 Prozent Umsatzrückgang ge- genüber dem jeweiligen Vergleichszeitraum des Jahres 2019 nachweisen können. Beide Beihilfeprogramme gewähren je nach Um- satzrückgang 40 Prozent bis 90 Prozent der Fixkosten. Im Gegensatz dazu orientieren sich die November- und Dezemberhilfen am Umsatz und erstatten bis zu 75 Prozent der Umsätze aus November bzw. Dezember 2019. Die November- und Dezemberhilfe richtet sich dabei an direkt, indirekt oder mittelbar über Dritte betroffene Unterneh- men und Selbständige, die Umsatzausfälle wegen den im Oktober und November 2020 angeordneten Betriebsschließungen erlit- ten haben. Davon zu unterscheiden sind Unternehmen, die erst nach dem Beschluss vom 13. Dezember 2020 in den Lockdown mussten. Ihnen stehen nur die Überbrü- ckungshilfen II und III zur Verfügung. November- und Dezemberhilfe für gastronomische Unternehmen Betroffenen Unternehmern bleibt nur, ver- stärkt neue Wege der Vermarktung ihrer Produkte zu suchen und zu nutzen. Um dies zu fördern, werden Umsätze im Lockdown Coronahilfen und Umsätze im Lockdown Viele Unternehmen befinden sich bereits seit Wochen im Lockdown, doch auch ohne verordnete Schließung sind die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie erheblich. Unterstützung verspre- chen verschiedene Coronahilfen der Bundesregierung. Auf die Soforthilfen im Frühjahr 2020 folgte die Überbrückungshilfe I, die kurz darauf von der Überbrückungshilfe II abgelöst wurde. Und auch die Überbrückungshilfe III wurde bereits in Aussicht gestellt. Damit stehen für die Lockdown-Monate November und Dezember 2020 drei verschiedene Beihilfeprogramme zur Verfügung. Doch welche Förderung ist für welches Unternehmen die Beste? Gunar Aurin Steuerberater Aurin & Partner GmbH Steuerberatungsgesellschaft Schillerstraße 93 59755 Arnsberg aurin-arnsberg@etl.de www.etl.de/aurin-arnsberg Der Autor Zukunft liegende Bestellung. Der Verkauf ei- nes Mehrzweckgutscheins gilt jedoch nicht als Umsatz. Den Außer-Haus-Umsatz zum ermäßigten Steuersatz dürfen nur Gaststättenbetrie- be, die ein stehendes Gewerbe zur Abgabe von Speisen und Getränken zum Verzehr an Ort und Stelle betreiben, unberücksichtigt lassen. Während eine Bäckerei mit ange- schlossenem Café ebenso dazugehört, wie die Fleischerei mit Imbissecke, gehört ein Catering regelmäßig nicht dazu. Achtung: Auf die November- und Dezem- berhilfe werden sonstige Einnahmen, wie Versicherungsleistungen aus einer Betriebs- unterbrechungsversicherung oder das Kurz- arbeitergeld angerechnet, soweit diese Leistungen für den gleichen Lockdown- Zeitraum – November 2020 bzw. Dezember 2020 – gewährt werden. Die Kürzung er- folgt dabei anteilig für die Tage im Lock- down (max. 29 Tage für November und 31 Tage für Dezember). nur dann auf die November-/Dezemberhilfe angerechnet, wenn sie mehr als 25 Prozent des jeweiligen Referenzmonats übersteigen. Für Gaststätten, Cafés und ähnliche Ein- richtungen gibt es eine Sonderregelung. In vielen dieser Unternehmen ist der Au- ßer-Haus-Verkauf schon immer eine fes- te Umsatzgröße, sodass dieser nicht mit 75 Prozent gefördert wird und aus der Bemessungsgrundlage zur November-/ Dezemberhilfe herauszurechnen ist. Aus Vereinfachungsgründen sind nur die Au- ßer-Haus-Umsätze zum ermäßigten Um- satzsteuersatz aus dem Gesamtumsatz he- rauszurechnen. Da aber ein Getränkeumsatz außer Haus nicht dem ermäßigten Steuer- satz unterliegt, verbleibt er im förderfähi- gen Umsatz. Im Gegenzug müssen jedoch die in November und Dezember 2020 getä- tigten Außer-Haus-Getränkeumsätze in die Anrechnungsprüfung (mehr als 25 Prozent des Referenzmonats) einbezogen werden. Gleiches gilt für Umsätze mit Einzweckgut- scheinen und Anzahlungen auf eine in der Foto: © Mariya/Pixabay 17

RkJQdWJsaXNoZXIy MjUzMzQ=