franchiseERFOLGE - Ausg. März-Juni 2022

denden Franchisenehmers transparent und berechenbar ist. Für den Fall, dass ein Franchisenehmer während der Vertragsdauer verstirbt, finden sich regelmäßig ausführliche Regelungen in Franchiseverträgen. Dabei geht man in der Regel davon aus, dass mit dem Tod des Vertragspartners der Franchisevertrag automatisch beendet wird. Der Franchisegeber hat jedoch auch in diesem Fall Interesse daran, einen eingeführten und erfolgreichen Franchisebetrieb zu erhalten, weshalb im Franchisevertrag dann ausführliche Regelungen darüber getroffen werden, unter welchen Voraussetzungen zum Beispiel der Franchisevertrag mit dafür geeigneten Erben eines Franchisenehmers weitergeführt werden kann. Oder der Franchisegeber kann gegenüber den Erben des Franchisenehmers ein Vorkaufsrecht auf den Franchisebetrieb vereinbaren, welches er selbst ausübt oder durch einen dafür geeigneten Dritten. Ein Franchisegeber lässt sich jedoch im Erbfall nicht darauf ein, mit einem für das Franchisesystem ungeeigneten Erben den Franchisevertrag weiter durchzuführen. Für den Fall der Beendigung des Franchisevertrages durch Tod des Franchisenehmers ohne besondere Regelungen für diesen Fall gelten dann die vertraglichen Rückabwicklungsfolgen einer normalen Vertragsbeendigung. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass man schon bei Abschluss eines Franchisevertrages die Regeln für derartige Probleme bei Beendigung eines Vertrages prüfen und hinterfragen sollte. Franchisesysteme sind längerfristig angelegt und ein Franchisegeber hat grundsätzlich ein Interesse daran, einmal aufgebaute und eingeführte Franchisebetriebe zu erhalten. Daher kann ein Franchisenehmer mit entsprechender Unterstützung auch bei den angesprochenen Problemen nach der Vertragsdauer durch einen Franchisegeber rechnen, da es im Gesamtinteresse eines Franchise- systems liegt. Rechtsanwalt Thomas Doeser: Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkten auf kooperativen Vertragsvertriebssystemen, Franchising, Licensing und internationale Vertriebssysteme. Seit 1980 Partner einer international tätigen Unternehmensberatung (BDU) mit Schwerpunkten in Nordamerika und Osteuropa mit der Spezialisierung auf die Konzeption und den Aufbau von Vertriebssystemen. 1980 Organisator des ersten Franchisekongresses in Deutschland sowie der ersten Franchisemesse in Deutschland. Seit 1983 selbstständiger Rechtsanwalt in Tübingen Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer der E.F.LAW, der European Franchise Lawyers Association EEIG. Spezialgebiet Franchise- und Lizenzrecht sowie Strategieentwicklung und Beratung von Mandanten beim Auf- und Ausbau von Vertriebssystemen im In- und Ausland. Aktiv auch im operativen Bereich im Rahmen von Interimsmanagement und Treuhandmanagement. Projektarbeit in ganz Europa, Nordamerika sowie in Russland und in China. Seit 1980 zahlreiche Veröffentlichungen und Fachbuchbeiträge unter anderem zum Thema Franchising, Strategie und Management. Regelmäßige Kolumnen in bekannten Wirtschaftszeitschriften sowie umfangreiche Vortragstätigkeiten im In- und Ausland auf Fachmessen, bei IHK's sowie unter anderem beim Deutschen Franchiseinstitut oder bei der ESB (European School of Business) in Reutlingen. Mitglied der E.F.LAW (Europäische Franchiseanwaltsvereinigung) Bis 2019 seit über 38 Jahren Mitglied im Rechtsausschuß des Deutschen Franchiseverbandes, Mitglied beim Deutschen Fachjournalistenverband, 2000 bis 2016 Vorstandsvorsitzender der Beratergruppe Strategie (EKS) e.V. und eine Vielzahl weiterer Aktivitäten und Mitgliedschaften im In- und Ausland. Kontakt: Rechtsanwalt Thomas Doeser Robert Gradmann Weg 1 · 72076 Tübingen · Tel. 07071 600630 · Telefax 07071 600345 E-Mail: tdoeser@t-online.de · www.franchiseanwalt.de Foto: © Gerhard Blank Der Autor Erfolg mit Rezept Werden Sie jetzt Franchise-Partner Infos zu dem Pizza-Erfolgskonzept aus Hamburg unter mundfein.de/franchise bald 40 x in Deutschland Podcast-Interview mit André Uffmann

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