franchiseERFOLGE Juni-Aug. 2020

26 Gewinnpotenzial ist damit deutlich höher als bei einer Einzellizenz. Im letzteren Fall erhält der Franchisenehmer lediglich den Großteil der Umsätze aus dem eigenen Franchisebetrieb. Ein Nachteil ist die deutliche höhere Ein- stiegsgebühr. Master-Franchiselizenzen haben fast immer ein sechsstelliges Preis- schild. Dies erklärt sich aus dem massiv erhöhten Erlöspotenzial eines Master-Part- ners. Ein höherer Preis bedeutet auch ein höheres Risiko, weshalb eine Master-Lizenz nichts für schwache Nerven ist und zudem umfangreiche Kenntnisse in der Steuerung eines Unternehmens sowie ausgeprägte Führungsqualitäten voraussetzt. Insofern sind typische Master-Franchisenehmer oft- mals ehemalige Leitende Angestellte oder Selbstständige und Unternehmer. Während ein Franchisenehmer das in Deutschland erfolgreiche Konzept einer Franchisemarke lediglich auf ein neues Gebiet überträgt und nach den Vorgaben des Franchisegebers umsetzt, muss ein Master das im Ausland erfolgreiche Kon- zept zunächst mit Hilfe des Pilotbetriebs in Deutschland testen und anpassen. Erst bei Erfolg kann er dann mit dem Franchising starten. Ohne Pioniergeist und harter Arbeit ist das nicht zu schaffen. Häufig müssen ca. 20 Prozent eines aus- ländischen Systems auf die kulturellen Ei- genheiten in Deutschland oder Österreich oder der Schweiz angepasst werden, wo- bei meistens das Marketing dazugehört. Für den ausländischen Franchisegeber ist es fast unmöglich derartige Änderungen vor- zunehmen, da er die Kultur in einem ande- ren Land nicht oder nur unzureichend kennt. Master und ausländischer Franchisegeber sind daher für den Erfolg in einem hohen Maße voneinander abhängig. Es ist äußerst wichtig, dass der potenziel- le Master sich die Frage stellt, ob das aus- ländische Konzept in Deutschland gute Marktchancen hat. Dabei spielt das Allein- stellungsmerkmal des Systems eine ent- scheidende Rolle. Sollte er Zweifel an der Machbarkeit in Deutschland haben, sollte er Abstand nehmen. Entscheidend ist aller- dings auch die Unterstützung des Franchi- segebers beim Start. Gute Konzepte unter- stützen Ihre Master bei den Anpassungen. Einige wie z. B. Signal 88 Security bringen franchiseINTERNATIONAL. Master-Franchisepartner haben höhere Chancen, aber auch Risiken Immer wieder fragen mich Franchiseinteressenten, „was ist eigentlich ein Master-Franchisepartner“? Master-Franchising ist eine der Expansionsmethoden, mit der Franchisemarken den Einstieg in ein fremdes Land oder größere Region bewerkstelligen. Es gibt aber auch andere Ansätze wie unter anderem Multi-Unit Franchising, Direct-Franchising (mit Hilfe einer Tochter im Ausland) oder das sogenannte Area Development durch einen Gebietsvertreter. Einen Königsweg gibt es nicht. Franz-Josef Ebel, Managing Director Master Franchise Germany, holt auslän- dische Franchisesysteme nach Deutsch- land und bringt deutsche ins Ausland. Er ist Franchise Manager (IHK) und Mitglied der International Franchise Association (IFA) der USA, wo er auch im International Committee sitzt. Kontakt: Mobil: +49 171 5536049 fje@master-franchise-deutschland.de www.master-franchise-deutschland.de www.master-franchise-germany.com Foto: © Christoph Papsch Der Autor Viele ausländische Systeme (z. B. Signal 88 Security, Fastsigns, Snap Fitness, etc.) wollen mit Master-Franchisepartnern den deutschen Markt erobern. Dabei gewährt der Franchisegeber dem Master das Recht und die Pflicht, erstens einen Pilotbetrieb zu eröffnen und nach dessen erfolgreichen Betrieb Franchiselizenzen in seiner Region zu vertreiben. Damit ist der Master de facto Franchisegeber des ausländischen Systems in seiner Region. Was sind die Vorteile für den Master? Er hat mindestens drei Erlösströme: 1. Den Großteil der Umsätze aus dem Pilotbetrieb; 2. Den Großteil der Einstiegsgebühr aus dem Verkauf von Franchiselizenzen und 3. Den Großteil der laufenden Franchise- gebühr sowie oftmals weitere Erlösquel- len aus dem Verkauf von Waren oder An- schaffung von Geräten. Das Umsatz- und sogar erste Kunden mit und erleichtern da- mit dem Master den Start. Vor einem Engagement lohnt sich immer auch ein Blick auf die ausländische Franchi- sepresse. In Zeiten des Coronavirus sind die meisten internationale Messen abgesagt, verlegt oder finden auf einer Online-Platt- form statt. Weiter zugänglich ist aber die Liste der besten und schlechtesten amerika- nischen Franchisesysteme des US-Wirtsma- gazins Forbes ( www.forbes.com ). Schließlich möchte niemand in ein System einsteigen, das dort auf den hinteren Plätzen liegt. Master-Franchiseangebote findet man bei folgenden Stellen: Franchise-Messen www.franchiseexpofrankfurt.com Franchise Portale www.franchiseportal.de Verzeichnis der Franchise Wirtschaft www.franchise-wirtschaft.de Franchise Broker & Consultant www.master-franchise-deutschland.de Impressum Herausgeber/Chefredakteur: Martin Schäfer (V.i.S.d.P.) Verlag: UNTERNEHMERVERLAG Gemäß § 9 Abs. 4 des Landesmedien- gesetzes für Rheinland-Pfalz wird darauf hingewiesen, dass Inhaber des Verlages Martin Schäfer ist. Im Wingert 13, D-53424 Remagen Tel. +49 2228 912912-0 Fax +49 2228 912912-10 info@unternehmerverlag.de www.unternehmerverlag.de Anzeigenleitung: Martin Schäfer anzeigen@unternehmerverlag.de Titelbild: © J.K2507 /shutterstock.com Fotosatz: Fotosatzstudio Bauer info@fotosatzstudio.de www.fotosatzstudio.de Druck: Griebsch & Rochol Druck GmbH Gabelsbergerstraße 1, D-59069 Hamm Erscheinungsweise: vierteljährlich Nachdruck: Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses Ver- bot fällt insbesondere die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme in elektronische Datenbanken und die Ver- vielfältigung auf CD-ROM. © UNTERNEHMERVERLAG Fremdbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider. Die Beiträge wurden sorgfältig recherchiert. Eine Haf- tung ist dennoch ausgeschlossen – auch für telefonische Auskünfte. 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