franchiseERFOLGE - Ausg. Juni-Aug. 2021

Steuertipp Im Rahmen der Überbrückungshilfe III erhal- ten Unternehmen, deren Umsatz um min- destens 30 Prozent eingebrochen ist, einen Zuschuss in Höhe von 40, 60 oder 100 Pro- zent der angefallenen Fixkosten. Unterneh- men, deren monatlicher Umsatz nur noch die Hälfte oder weniger beträgt, können nun neben der Überbrückungshilfe auch noch einen Eigenkapitalzuschuss erhalten. Dieser wird ab dem 3. Monat gewährt, in dem ein Umsatzrückgang von mindestens 50 Prozent gegenüber dem Vergleichsmo- nat zu verzeichnen ist. Seine Höhe ist ge- staffelt: 25 Prozent im dritten Monat, 35 Prozent im vierten Monat und 40 Prozent ab dem fünften und jedem weiteren Monat. Bemessungsgrundlage für den Eigenka- pitalzuschuss bildet der Anteil der Über- brückungshilfe, der für die allgemeinen Fixkosten der Positionen 1 bis 11 des Fixkos- tenkatalogs gewährt wird, also insbesonde- re für Mieten, Zins- und Leasingaufwendun- gen, anteilige Abschreibung, notwendige Instandhaltungsaufwendungen, Versiche- rungen und Ausgaben für Strom, Wasser, Heizung, Reinigung sowie Grundsteuer. Da- mit gehört der Zuschussanteil, der für die weiteren Kostenpositionen, wie Baukosten zur Umsetzung der Hygienemaßnahmen oder Digitalisierungskosten oder auch für die branchespezifischen Fixkosten der Rei- sewirtschaft und des Einzelhandels gewährt wird, nicht dazu. Wie die Überbrückungshilfe ist auch der Ei- genkapitalzuschuss im Rahmen der Gewinn- und Verlustrechnung steuerpflichtig. Beispiel Ein Unternehmen erleidet in den Monaten Januar und Februar einen Umsatzeinbruch von 90 Prozent, in den Monaten März und April 2021 beträgt der Umsatzeinbruch immer noch 75 bzw. 65 Prozent. Im Mai 2021 wird ein Umsatzrückgang von 50 Prozent und im Juni 2021 nur noch ein Umsatzrückgang von 35 Prozent erwartet. Das Unternehmen hat je- den Monat 10.000 Euro betriebliche Fixkosten aus Mietverpflichtungen, Zinsaufwendungen und Ausgaben für Elektrizität, Wasser und Heizung und beantragt dafür die Überbrückungs- hilfe III. Das Unternehmen erhält eine reguläre Förderung aus der Überbrü- ckungshilfe III in Höhe von 46.000 Euro und zusätzlich einen Eigenka- pitalzuschuss in Höhe von 7.000 Euro. Beantragung des Eigenkapitalzu- schusses seit 20. April 2021 möglich Für Unternehmen ist der zusätzliche Eigen- kapitalzuschuss ein neuer Hoffnungs- schimmer, ihr Unternehmen erfolgreich durch die Coronakrise zu manövrieren. Un- ternehmer, die bislang noch keinen Antrag auf Überbrückungshilfe III gestellt haben, können den neuen Eigenkapitalzuschuss seit 20. April 2021 zusammen mit ihrem Er- stantrag auf Überbrückungshilfe III durch ihren Steuerberater stellen lassen. Inzwi- schen können auch bei bereits bestehen- den Anträgen auf Überbrückungshilfe III Änderungsanträge auf Eigenkapitalzu- schuss gestellt werden. Überbrückungshilfe III um Eigenkapitalzuschuss erweitert Die noch immer andauernde Corona-Pandemie zwingt auch den Staat zum Handeln und so sind die staatlichen Corona-Hilfen mittlerweile in die dritte Verlängerung gegangen. Nach der Corona- Soforthilfe und der Überbrückungshilfe I und II werden Unternehmen nun mit der Neustarthilfe oder Überbrückungshilfe III finanziell unterstützt. Sabine Krämer Franchise-Manager ETL Systeme AG – Franchise – Steuerberatungsgesellschaft Mauerstraße 86–88 10117 Berlin sabine.kraemer@etl.de www.etl-franchise.de Der Autor 17 Monat Umsatzrückgang Fixkosten 1–11 Überbrückungshilfe Eigenkapitalzuschuss ≥ 50 % Fördersatz Fördersatz Januar 2021 90 % 1. Monat 10.000 Euro 100 % 10.000 Euro 0 % 0 Euro Februar 2021 90 % 2. Monat 10.000 Euro 100 % 10.000 Euro 0 % 0 Euro März 2021 75 % 3. Monat 10.000 Euro 100 % 10.000 Euro 25 % 2.500 Euro April 2021 65 % 4. Monat 10.000 Euro 60 % 6.000 Euro 35 % 2.100 Euro Mai 2021 50 % 5. Monat 10.000 Euro 60 % 6.000 Euro 40 % 2.400 Euro Juni 2021 35 % 6. Monat 10.000 Euro 40 % 4.000 Euro 0 % 0 Euro 46.000 Euro 7.000 Euro Übersicht Beispiel

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