franchiseERFOLGE 2/2022

No 103 20. Jahrgang Juli–Okt. 2022 Deutschland 3,90 € Österreich 4,50 € Ausgabe unter www.franchise-erfolge.de kostenlos downloaden! Frauenpower 70 Jahre

Veranstalter: Wir sind dabei! 10.–12. NOVEMBER 2022 FRANKFURT www.franchise-expo.com Hauptpartner: www.franchise-expo.com ...und weitere 150 Marken Barbara Rieke McDonald´s Regina Breil Valora Food Service Deutschland Emma Lehner Bodystreet Michael Cortelletti Impero Pizza & Natura Jos van Aalst Filtafry Sanda Weckert braintree academy ENTDECKEN SIE IHRE BERUFUNG AUF DER EINZIGEN FRANCHISE EXPO DEUTSCHLANDS

3 Liebe Leserin, lieber Leser, ein solches Jubiläum auf dem Thron des Commonwealth, das ist beeindruckend: congratulations your majesty! Und auch wenn die Briten sich bedauerlicherweise für den Brexit entschieden haben, bleiben sie ein wichtiger Teil Europas und die Queen steht gefühlt für unser gesamtes Europa. Ein Kontinent, der sich durch den barbarischen russischen Angriff auf die Ukraine und damit auf unser aller Freiheit leider wieder im Krieg befindet. Und schaut man sich die durch Testosteron gesteuerten Betonköpfe an, die diesen Krieg vom Zaun gebrochen haben, dann erhält der Wunsch nach mehr Frauenpower eine ganze andere Dimension. Auch da ist die Queen ein positives Vorbild. Wie auf der großen Weltbühne, gibt es auch in der Franchisewirtschaft Frauenpower, stehen viele Franchiseunternehmerinnen für eine erfolgreiche Selbstständigkeit. Zwei dieser Powerfrauen stellen wir Ihnen in dieser Ausgabe vor. Zudem erklären Ihnen unsere Autor*innen das Konstrukt des Franchisebeirats, informieren Sie über die kommende Energiepreispauschale, geben Ihnen wertvolle Tipps zum Businessplan, und vieles mehr. Besonders interessant ist das Interview von Frau Prof. Veronika Bellone mit dem Franchisegeber von KundenMagnet, Zarko Jerkic. Wir wünschen eine interessante Lektüre! In den bald zwanzig Jahren, die franchiseERFOLGE nun auf dem Markt ist, kann ich mich an keine Zeit erinnern, die wie heute so herausfordernd, krisengeschüttelt und belastend für die Menschen war, finanziell wie psychisch. Man hat den Eindruck, die Krisen geben sich die Klinke in die Hand, wahr ist aber, dass die eine oft ihre Wurzeln in der vorangegangenen hat. Diese Kettenreaktion zu durchbrechen, diese Spirale des Unglücks zu verlassen, das wird uns allen nicht nur kluge Entscheidungen abverlangen, sondern wird auch viel Kraft kosten. Da muss eine jede, ein jeder in ihrem oder seinemMikrokosmos sein Päckchen tragen und darf die Zuversicht nicht verlieren. Zuversicht haben und auch zeigen, das liegt den meisten Unternehmer*innen im Blut. Und dies fällt umso leichter, wenn man, wie in einem Franchisesystem üblich, in einer starken Gemeinschaft ist. Gerade jetzt kann die Franchiseidee ihre Vorteile demonstrieren, können Franchisegeber*innen und Franchisenehmer*innen diese Krisenzeiten gemeinsam meistern. Dabei wünsche ich Ihnen allen viel Erfolg! Ihr Martin Schäfer Verleger 70 Jahre! Foto: © Christian Höhler franchiseEDITORIAL. Home Instead ist Weltmarkführer in der häuslichen Seniorenbetreuung und der größte Betreuungs- und Pflegedienst in privater Trägerschaft in Deutschland. Wir stehen für persönliche Betreuung und nichtmedizinische Pflege zuhause. Sie sind ein(e) vertriebsstarke(r) Führungskraft / Manager mit hoher Sozialkompetenz und Empathie? Dann werden Sie Teil unseres mehrfach ausgezeichneten Franchise-Systems. VERÄNDERN SIE MIT UNS DAS GESICHT DES ALTERNS ZERTIFIZIERTES VOLLMITGLIED DEUTSCHER FRANCHISEVERBAND Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme: Tel.: 02234 209099-53 E-Mail: unternehmer@homeinstead.de www.franchise.homeinstead.de

Foto: © Nejron Photo/www.shutterstock.com 4 franchiseEDITORIAL. 3 70 Jahre! franchiseINHALT. franchiseWISSEN. 9 Businessplan aktualisieren, schon daran gedacht franchiseWISSEN. 10 Standorte bei Vertriebskonzepten und das Internet franchiseWISSEN. 12 Bahn frei für Übermorgengestalter Steuertipp Die Energiepauschale kommt 13 franchiseRECHT. 14 Der Franchisebeirat – das unbekannte Wesen franchiseSCHWEIZ. 16 Im Gespräch mit Gründer und Franchisegeber Zarko Jerkic, KundenMagnet® franchiseWISSEN. 18 Vorvertragliche Aufklärung Impressum 15 franchiseSPECIAL. Frauenpower 6 franchiseSPECIAL. 6 Frauenpower Foto: © Rawpixel.com/www.shutterstock.com Foto: © Mentor Beqiri/www.shutterstock.com

Willkommen beim BFW Die neu gegründete Bundesvereinigung der Franchisewirtschaft ist die Gemeinschaft aller am Franchising interessierten Unternehmen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien. Unter dem Dach des BDS – Bund der Selbständigen, der seit 1874 die Heimat des Mittelstandes ist – findet nun auch die Franchisewirtschaft ihr eigenes Erfolgsnetzwerk – die Bundesvereinigung der Franchisewirtschaft. Sie haben Interesse an starken Geschäftspartnern, Kooperationen, Entwicklung/Erweiterung Ihres Geschäftes und/oder Ihres Geschäftsmodells? Sie planen Unternehmensgründung oder wollen expandieren? Sie suchen regional, national oder international nach neuen Standorten, Austausch, Know-how, Innovation und Zusammenarbeit? Als BFWMitglied profitieren Sie von ● dem direkten Kontakt zu den Mitgliedern der Region ● dem Bündeln gemeinsamer Interessen ● kostenfreier allgemeiner juristischer Beratung ● gemeinsamen regionalen und nationalen Veranstaltungen ● der Initiative zur betriebsübergreifenden Weiterbildung von Mitarbeitern Lernen Sie die Bundesvereinigung der Franchisewirtschaft JETZT kennen Mitglied werden Information und Mitgliedsantrag unter bfw-franchise.eu Jahresbeitrag für Mitgliedschaft nur Euro 190.–

6 Claudia Heinrich-Hahne, Mrs.Sporty Bereits früh zeichnete sich der spätere berufliche Weg von Claudia Heinrich-Hahne ab – sowohl in Bezug auf die Fitnessbranche als auch eine selbstständige Tätigkeit. Bereits während ihres Studiums der Sportwissenschaften meldet sie ihr eigenes Gewerbe an und ist damit insgesamt zehn Jahre als Promoterin für verschiedene Unternehmen tätig. Sie erweitert ihren Wirkungskreis im Jahr 2005 auf den Bereich Web- und Grafikdesign, merkt aber, dass auch dies noch nicht ihre endgültige berufliche Heimat ist. So macht sie sich auf die Suche nach einer neuen Aufgabe – einer Tätigkeit, die dem entspricht, „was sie wirklich machen möchte“. Während ihrer Recherche, in deren Verlauf sich der Fitnessbereich als Branche der Wahl herauskristallisiert, fällt ihr das Franchisesystem Mrs.Sporty immer wieder positiv auf. Das im Jahr 2003 von dem Ehepaar Bönström zusammen mit Tennislegende Stefanie Graf gegründete Franchisesystem Mrs. Sporty ist mittlerweile in vielen Ländern Europas aktiv. Es wendet sich ausschließlich an Frauen und kombiniert ein individuell maßgeschneidertes 30-minütiges KraftAusdauer-Training mit Ernährungsberatung. Claudia Heinrich-Hahne ist sofort von dem Konzept des Franchisesystems begeistert. Ihr ist klar, dass sie kein herkömmliches Fitnessstudio leiten möchte, sondern eines, von dem sie so überzeugt ist, dass sie selbst Mitglied werden würde – genau dies ist für sie bei Mrs.Sporty der Fall. Zunächst zögert sie jedoch noch, sich an den Franchisegeber zu wenden, da sie über kein Eigenkapital verfügt und aus diesem Grund denkt, dass sie ohnehin keine Chance hätte, Franchisepartnerin dieses Systems zu werden. Nachdem sie in der Zeitschrift Fit for Fun einen Artikel über Mrs. Sporty gelesen hat, fasst sie sich jedoch ein Herz und setzt sich mit dem Franchisegeber in Kontakt. Wie jeder Existenzgründer muss Claudia Heinrich-Hahne zunächst einige Klippen umschiffen. Zuerst sind die Hürden der Finanzierung und des „Kämpfens“ um ihren Clubstandort zu überwinden und auch das Bauamt stellt sie vor eine wahre Geduldsprobe. Als Franchisenehmerin von Mrs.Sporty weiß sie jedoch auf jeder Stufe, die sie auf dem Weg zur Eröffnung ihres Clubs nimmt, was zu tun ist. Wie gut die Orientierungshilfe ist, die das Handbuch für Franchisepartner des Systems bietet, drückt sich in dem Kommentar einer anderen Clubbesitzerin aus, die zu Claudia Heinrich-Hahne sagt: „Wenn du Dich daran hältst, dann wirst du auch erfolgreich sein.“ Darüber hinaus erhält die Existenzgründerin alle Unterstützung von Seiten des FranchifranchiseSPECIAL. Frauenpower Viel hat sich getan, seit der Begriff „Frauenpower“ in den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts begann, die Runde zu machen. Frauen sind seitdem kontinuierlich auf dem Vormarsch und behaupten sich in leitenden Positionen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik oder entscheiden sich, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Viel ist aber noch nicht genug. Nur eines von drei Unternehmen wird von einer Frau geführt, in technologisch orientierten Bereichen ist die Quote noch geringer. Wir möchten Ihnen heute zwei Powerfrauen vorstellen, die den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben. Und zwar in dem Sektor, der exemplarisch für Power steht: die Fitnessbranche. Foto: © Mrs.Sporty Claudia Heinrich-Hahne Foto: © Nejron Photo/www.shutterstock.com

7 segebers, was beispielsweise beim Erstellen des Businessplans oder auch bei der Standortwahl sehr hilfreich ist. Claudia Heinrich-Hahne fühlt sich durch Mrs.Sporty optimal auf ihren eigenen Fitnessclub vorbereitet. Sie absolviert zunächst ein Praktikum in einem bestehenden Studio und kann dann mit ihrer ersten Mitarbeiterin zur Generalmanagerausbildung nach Berlin fahren. Eine weitere große Hilfe sind für sie der Austausch mit schon erfahrenen Partnern sowie der Kontakt mit den anderen Franchisenehmern, die parallel zu ihr mit der Gründung eines Clubs starten. Mittlerweile sind viele Jahre seit der Gründung ihres Clubs in Halle im November 2007 vergangen. Nach einigen Jahren, in denen sie gleichzeitig als Vollzeittrainerin und Managerin tätig war, musste sie nach der Geburt ihres Sohnes lernen, Aufgaben zu delegieren und ihr Team mehr in die Verantwortung zu nehmen. Insbesondere ihre Clubmanagerin, die bereits von Anfang an dabei ist (zuerst als Promoterin und Trainerin), ist ihr dabei eine wertvolle Stütze. Heute ist die Clubinhaberin an zwei bis drei Tagen in der Woche in ihrem Club tätig, in der übrigen Zeit arbeitet sie hauptsächlich administrativ. Zu den schönsten Momenten ihrer Tätigkeit zählt immer noch, die glücklichen Frauen in ihrem Club zu treffen. Und die Erfolge, die diese Frauen durch ihr Training erreichen, bestätigen die Clubinhaberin darin, dass sie und ihre Mitarbeiterinnen „den besten Job der Welt“ haben. Als besonderes Highlight des Jahres bezeichnet Claudia Heinrich-Hahne das jährliche ERFA-Treffen, auf dem alle Partner zusammenkommen, neue Innovationen kennenlernen, sich ausgiebig austauschen können und nicht zuletzt ihre beruflichen Erfolge feiern. Stolz ist die Franchisenehmerin auch darauf, „zu realisieren, wie wir als System gewachsen sind und dass sogar Männer wissen, was Mrs.Sporty ist, und was uns von anderen Systemen unterscheidet“. Mit der Wahl ihres Franchisesystems ist Claudia Heinrich-Hahne mehr als zufrieden. Sie weiß, dass sie sich bei Fragen und Problemen jederzeit an den Franchisegeber wenden kann. Franchiseinteressierten empfiehlt sie aus ihrer eigenen Erfahrung: „Man muss für das Konzept oder System wirklich wirklich brennen, dann wird man auch erfolgreich und glücklich damit.“ Marianne Simon, fitbox Marianne Simon betritt kein Neuland, als sie sich für eine Franchisepartnerschaft im Fitnessbereich entscheidet. Bereits zuvor hatte sie Erfahrungen in der Fitness- und Gesundheitsbranche sowie in einer selbstständigen Tätigkeit sammeln können. Wir sind Markenbotschafter Düsseldorf Das stimmt auf jeden Fall, und zwar nicht nur dann, wenn man Schokolade isst, sondern wenn man seine Arbeit und Leidenschaft mit Schokolade verbindet! Seit Herbst 2019 sind wir ein Teil des LEONIDAS-Teams und sind sehr glücklich darüber! Wir haben den ersten LEONIDAS Chocolate & Café in Düsseldorf eröffnet und bringen somit die echte und feinste traditionelle belgische Schokolade in die Hauptstadt des Landes NRW rein! Die Zusammenarbeit mit “LEONIDAS“ ist nicht nur ein Geschäft oder eine Partnerschaft. Sie erinnert uns mehr an die familiären Begegnungen guter alter Lebensfreude. Unsere Entscheidung eine LEONIDAS-Boutique in Düsseldorf zu eröffnen, bereuen wir bis heute nicht, im Gegenteil! Einen besseren Franchisepartner mit ausführlicher Unterstützung und vorallem enger Begleitung vom gesamten LEONIDAS-Team, kann man nicht finden. Es ist immer Verlass. Wir sind glücklich ein Teil der LEONIDAS-Familie sein zu dürfen. „Schokolade macht glücklich !“ German Vladimirsky und Samanta Ginesina Sie sind interessiert? Dann fordern sie noch heute unverbindlich weitere Informationen zu Leonidas Confiserie-Konzept an: Olga Mathius – Sales Manager Deutschland E-mail: oma@leonidas.be Mobil: +32 47247 46 09 www.leonidas.com LE_199_117x133_Testimonial_Dusseldorf_DE_01.indd 1 04/02/2021 10:07 Da eigenständiges und eigenverantwortliches Arbeiten ihr schon immer wichtig war, beschließt sie, sich selbstständig zu machen. Die Arbeit mit Menschen soll, wie schon in ihrer bisherigen Tätigkeit, im Vordergrund stehen. Gleichzeitig ist sie sich sicher, dass sie im Rahmen einer Franchisepartnerschaft tätig sein möchte, da sie auf diese Weise, wie sie sagt, „das Beste aus zwei Welten verbinden“ kann: Sie ist ihr eigener Chef und gleichzeitig Bestandteil einer starken Gemeinschaft. Mit dieser Rückenstärkung kann sie sich ganz auf ihre Kunden konzentrieren und eine optimale Dienstleistung erbringen, ohne viel Zeit und Energie für andere Tätigkeiten aufwenden zu müssen. Sie berichtet, dass aus ihrer Erfahrung viele Einzelunternehmer gerade deshalb scheitern, weil sie für die Arbeit an ihrer Firma (die Weiterentwicklung der IT-Systeme, das Aufsetzen von Marketingkampagnen, Mitarbeiterschulungen, Website-Entwicklung etc.) sehr viel Zeit und Geld aufbringen und dabei das Wesentliche – nämlich ihre Kunden – aus den Augen verlieren. Marianne Simon ist überzeugt, dass die Maxime „mehr in der Firma als an der Firma arbeiten“ der Schlüssel ist, um als Kleinunternehmer erfolgreich zu sein. Bei der Auswahl ihres Franchisegebers geht Marianne Simon sehr gründlich vor. Auf jeden Fall möchte sie in einem äußerst dynamischen Wachstumsmarkt tätig werden. Nachdem ihre Wahl auf die Fitnessbranche gefallen ist, sieht sie sich unterschiedliche Franchisegeber an und vergleicht die verschiedenen Geschäftsmodelle. Entscheidende Auswahlkriterien sind dabei für sie neben der Tatsache, dass sie von den angebotenen Dienstleitungen des Systems vollkommen überzeugt sein muss, die Alleinstellungsmerkmale und die WirtschaftMarianne Simon Foto: © fitbox®

              €   ‚   € ƒ „ ƒ…†‡  ˆ     „              € ‚  € ƒ „ … † ‡ˆ„‰ Š ‹ ‰‡ ‰ ƒ   Š †  lichkeit des Systems. Neben diesen „harten Faktoren“ spielen aber auch die Menschen hinter dem System eine entscheidende Rolle. Die Chemie muss stimmen und darüber hinaus ist es für die Existenzgründerin unabdingbar, dass der Franchisegeber über die Erfahrungen und die erforderliche Kompetenz verfügt, um das System weiterzuentwickeln und zu optimieren. Marianne Simons Wahl fällt auf das seit 2015 als Franchisesystem verfügbare fitbox-Konzept. Das fitbox-Trainingskonzept zeichnet sich durch die Verbindung von Zeiteffizienz, Wirksamkeit und Spaß aus. Dabei werden die von einem Personal Trainer begleiteten funktionalen Übungen durch den Einsatz elektrischer Muskelstimulation (EMS) effektiviert. Mit nur 20-minütigen Trainingseinheiten können so in kürzester Zeit die gewünschten Ergebnisse erzielt werden. Die Basis für diese schnelle Erreichung des Ziels stellt der fitbox 3-Eck-Ansatz dar, eine Kombination aus EMS-Ernährungsprogramm, EMS-Cardio- und EMS-Krafttraining. Sobald sich die Existenzgründerin für ihr System entschieden hat „geht die Post ab“: Ein Standort muss gesucht werden, ein Ladenlokal angemietet, der Ladenumbau geplant, die Handwerker koordiniert, Mitarbeiter gesucht und eingestellt, Bankgespräche geführt werden und vieles mehr. Die Ereignisse überschlagen sich und es geht emotional auch schon einmal auf und ab. Marianne Simon betont, dass sie gerade in dieser Phase die Begleitung durch die Systemzentrale als sehr wertvolle Unterstützung erfahren hat: „Wenn ich meine Gründung mit Einzelgründungen in meinem privaten Umfeld vergleiche, gehe ich davon aus, dass mir mein Entschluss, im Franchising zu gründen, circa zwei Jahre Arbeit erspart hat. Und natürlich sehr viel Nerven und eine ganze Stange Lehrgeld.“ Am 22. August 2015 kann die Österreicherin die Eröffnung ihres fitbox-Studios im steiermärkischen Gleisdorf feiern. Neben zahlreichen anderen Gästen tragen der Bürgermeister des Ortes, Vertreter aus Industrie und Wirtschaft sowie der ehemalige Skirennläufer Hans Enn, eine österreichische Sportlegende, dazu bei, dass die Feier zu einem ganz besonderen Ereignis wird. Marianne Simon genießt das hohe Maß an Freiheit, das ihr die Selbstständigkeit bietet: Die Möglichkeit, ihren Tagesablauf bei Bedarf flexibel gestalten zu können, sieht sie als wahres Privileg an. Im Normalfall beginnt ihr Arbeitstag um 8 Uhr in ihrem fitbox-Studio und ist gefüllt mit ihrer Aufgabe als Trainerin wie auch mit dem Verkauf und Kundengesprächen. Unterstützt wird sie von motivierten Mitarbeitern, die derzeit ein duales Studien- und Ausbildungsprogramm durchlaufen und in ihrem Betrieb die Chance haben, Theorie und Praxis erfolgreich zu verbinden. Die Franchisenehmerin freut sich immer wieder darüber, die Trainingsfortschritte ihrer Kunden beobachten zu können. Menschen bei der Erreichung ihrer Ziele so eng begleiten zu dürfen, schätzt sie als etwas ganz Besonderes. Die Unternehmerin sieht ihre Erwartungen an die Franchisepartnerschaft bestätigt: „In der Summe ist Franchising eine ideale Kombination aus unternehmerischer Freiheit und gleichzeitiger Einbindung in eine starke Gemeinschaft, die Struktur, Sicherheit und emotionale Anbindung gibt.“ Marianne Simon hat beobachtet, dass viele Menschen den Wunsch haben, sich selbstständig zu machen, doch nur wenige sich trauen, den Schritt wirklich zu gehen. Daher möchte sie denjenigen, die über eine Existenzgründung nachdenken, nach dem Motto „den Mutigen gehört die Welt“ den Tipp geben: „Mach das, was Dir wirklich Spaß macht und tu es.“ Zwei Frauen, die mit Power durchgestartet sind und erfolgreich ihr Unternehmen führen, zwei Beispiele, die anderen Frauen Mut machen können, sich selbstständig zu machen – und dies nicht nur in der Fitnessbranche, denn Frauenpower wirkt überall.

9 Businessplan aktualisieren, schon daran gedacht? Im Zuge der jüngsten Ereignisse (Inflation, Krieg etc.) haben bzw. werden sich einige Aufwendungen/ Kosten bzw. Investitionen im Rahmen der Existenzgründung, aber auch für die bereits bestehenden Betriebe, erhöhen und verändern. Aus meiner Sicht sind für Gründer bzw. Franchisenehmer (unter anderem) folgende Kosten in der Kalkulation für den Businessplan anzupassen: › Warenbeschaffungen › P ersonal (Erhöhung Mindestlohn) › Material › Energie › Leasing › Versand/Spedition/Transport Wichtig ist, dass diese Kosten für den Businessplan angepasst werden müssen, um die Gründer gut auf die zukünftige Selbstständigkeit vorzubereiten. Die für die Existenzgründung notwendigen Erstinvestitionen wie Umbau und Inventar werden aktuell von Monat zu Monat teurer. Teilweise sind die Preise in einigen Bereichen um mehr als 20 Prozent erhöht worden. Deshalb ist es wichtig, nach Möglichkeit Festangebote einzuholen, um Preiserhöhungen zu vermeiden. In jedem Fall ist ein großzügiger Puffer in der Planung zu berücksichtigen! Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Finanzierungskosten seitens der Banken. Aufgrund der (unter anderem) Basiszinserhöhungen der EZB sind die Zinsen für Investitions- und Betriebsmittelkredite angestiegen. Diese liegen (Stand Juni 2022) bei aktuell ca. vier Prozent. Da der überwiegende Teil der Kredite für die Gründer über die regionalen Bürgschaftsbanken abgesichert wird, sind hier noch zusätzlich einmalig ca. 1 bis 1,5 Prozent an Bearbeitungsgebühr zu zahlen, sowie eine laufende Jahresgebühr von ebenfalls 1 bis 1,5 Prozent ( je nach Bundesland und Bürgschaftsbank unterschiedlich). Auch das wird oft nicht mit eingeplant! Außerdem sollte man auch mit weiteren Finanzierungspartnern wie zum Beispiel Leasingfirmen dringend sprechen, weil diese sich teilweise aktuell schwertun, Gründer bei ihrem Vorhaben zu unterstützen. Deshalb mein Tipp, wenn Leasing mit eingeplant wurde: Bitte vor Abgabe des Businessplanes bei den Banken abklären, ob der Leasinggeber den Fall unterstützt. Falls nicht, kann man diese zusätzlichen Investitionen noch in den Businessplan einpflegen und die Finanzierungshöhe für die Bank abändern. Warum weise ich darauf hin? Weil all die genannten Punkte die Finanzierungshöhe für geplante Existenzgründungen stark beeinflussen werden und die Gründer/Unternehmer frühzeitig darauf hingewiesen werden sollten. Wenn man all die oben gennannten Punkte berücksichtigt, kommen leider stark erhöhte Aufwendungen, was sowohl die Erstinvestitionen für Inventar und Umbauten sowie auch die operativen Kosten betrifft, auf die Gründer bzw. Unternehmer zu. Deshalb ist es wichtig, dass Franchisegeber die Businesspläne dahingehend so gut wie möglich anpassen, damit für die Franchisenehmer keine Finanzierungslücke entsteht und dann auch keine Probleme auftreten. Eine Nachfinanzierung ist grundsätzlich bei Banken schwer durchzusetzen und kostet für alle Beteiligen Zeit, Kraft und Nerven. Stephan Neuschulten Geschäftsführer der Neuschulten Unternehmensberatung GmbH, Wuppertal Der Autor franchiseWISSEN. Foto: © Rawpixel.com/www.shutterstock.com

10 Nach wie vor sind die besten Lagen der Innenstädte und in Einkaufszentren sehr gesucht, welche regelmäßig vom Franchisegeber angemietet und dem Franchisenehmer untervermietet werden. Zum einen liegt es daran, dass Vermieter bevorzugt an bekannte Franchisemarken vermieten statt an unbekannte Franchisenehmer. Zum anderen haben Franchisegeber ein Interesse daran, Topstandorte auch nach Beendigung eines Franchisevertrages zu behalten und entweder selbst als Filiale oder durch neue Franchisenehmer weiter zu betreiben. In solchen Fällen sind Franchiseverträge und Untermietverträge auch regelmäßig verbunden mit der Folge, dass bei Beendigung eines der Verträge auch automatisch der andere verbundene Vertrag endet. Das kann unter anderem Fragen aufwerfen, wenn zum Beispiel solche Standorte kaum ohne hohe Maklerprovisionen angemietet werden können, und wie man solche Zusatzkosten dann auf Franchisegeber und Franchisenehmer verteilt, insbesondere bei Beendigung eines Vertrages und dessen Rücknahme bzw. Übernahme durch den Franchisegeber. Als Franchisekandidat für ein stationäres Einzelhandelskonzept ist man zwar zunächst selbst für die richtige Wahl eines Standortes zuständig und erhält von einem Franchisgeber erst einmal ein Anforderungsprofil für einen optimalen Systemstandort. Ein Franchisegeber hat natürlich anhand des Betreibens einer Vielzahl von Standorten einen Informationsvorsprung und weiss in der Regel sehr genau, ob ein Standort das notwendige Potenzial für den erfolgreichen Betrieb eines Franchisenehmers besitzt. Man sollte daher darauf achten, dass sich ein Franchisegeber vertraglich zur Leistung einer intensiven Standortanalyse verpflichtet und nicht nur zur Vorgabe eines Standortprofils, das ein Franchisenehmer bei der Wahl eines Standorts zu berücksichtigen hat. Bei einer vertraglichen Verpflichtung zur Leistung einer Standortanalyse durch den Franchisegeber haftet dieser auch für die Qualität einer solchen Analyse und damit auch für die Folgen, die aufgrund einer falschen Entscheidungsgrundlage dem Franchisenehmer entstehen können. Da der stationäre Einzelhandel heute mit nicht stationären Handelskonzepten im Internet in direktem Wettbewerb steht und diese virtuellen Handelskonzepte seit Jahren erhebliche Umsatzzuwächse verzeichnen, kommt man als Franchisekandidat heute nicht mehr um die Frage herum, wie der jeweilige Franchiseanbieter diese Entwicklung in seinem System angemessen berücksichtigt hat. So sollte man prüfen, wie ein Franchisesystem im Internet auftritt, und ob der Franchisegeber das Internet zum Direktvertrieb auch selbst nutzt. Findet man als Kunde die im jeweiligen Ladengeschäft eines Systems angebotenen Waren des Systems auch im Internet, und wenn ja zu welchen Konditionen? Welchen Einfluss hat ein solcher Direktvertrieb eines Franchisegebers dann auf die Preise eines Franchisenehmers? Wäre dieser dann faktisch an die Preise seines Franchisegebers gebunden, und kann er dann tatsächlich seine Preise noch selbst frei gestalten? In diesem Zusammenhang ist daher auch der „virtuelle“ Standort eines Franchisenehmers zu hinterfragen, zumal ein Franchisegeber einem Franchisenehmer einen solchen "Internetstandort" nicht grundsätzlich verbieten kann, was bedeutet, dass ein Franchisenehmer neben einem stationären Ladengeschäft auch über das Internet verkaufen darf mit eigenem Webshop. Allerdings kann der Franchisegeber, insbesondere wenn er Markenware vertreibt, diesen Internetvertrieb eines Partners vertraglich regeln und einschränken. So ist zum Beispiel aktives Marketing (z. B. E-Mail-Marketing etc.) in andere Vertragsgebiete auch über das Internet durchaus eingrenzbar ebenso wie der Markenauftritt im Netz. Moderne Franchisesysteme haben proaktiv solche Fragen entsprechend beantwortet Standorte bei Vertriebskonzepten und das Internet Stationäre Einzelhandelskonzepte und deren Umsatz und Rendite hängen vor allem vom Standort ab, weshalb bei derartigen Franchisekonzepten bis dato Standortsuche, Standortanalyse und Standortsicherung zu den wichtigsten Prüfpunkten für einen Einstieg in ein solches System gehören. franchiseWISSEN. Foto: © livertoon/shutterstock.com

Rechtsanwalt Thomas Doeser: Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkten auf kooperativen Vertragsvertriebssystemen, Franchising, Licensing und internationale Vertriebssysteme. Seit 1980 Partner einer international tätigen Unternehmensberatung (BDU) mit Schwerpunkten in Nordamerika und Osteuropa mit der Spezialisierung auf die Konzeption und den Aufbau von Vertriebssystemen. 1980 Organisator des ersten Franchisekongresses in Deutschland sowie der ersten Franchisemesse in Deutschland. Seit 1983 selbstständiger Rechtsanwalt in Tübingen Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer der E.F.LAW, der European Franchise Lawyers Association EEIG. Spezialgebiet Franchise- und Lizenzrecht sowie Strategieentwicklung und Beratung von Mandanten beim Auf- und Ausbau von Vertriebssystemen im In- und Ausland. Aktiv auch im operativen Bereich im Rahmen von Interimsmanagement und Treuhandmanagement. Projektarbeit in ganz Europa, Nordamerika sowie in Russland und in China. Seit 1980 zahlreiche Veröffentlichungen und Fachbuchbeiträge unter anderem zum Thema Franchising, Strategie und Management. Regelmäßige Kolumnen in bekannten Wirtschaftszeitschriften sowie umfangreiche Vortragstätigkeiten im In- und Ausland auf Fachmessen, bei IHK's sowie unter anderem beim Deutschen Franchiseinstitut oder bei der ESB (European School of Business) in Reutlingen. Mitglied der E.F.LAW (Europäische Franchiseanwaltsvereinigung) Bis 2019 seit über 38 Jahren Mitglied im Rechtsausschuß des Deutschen Franchiseverbandes, Mitglied beim Deutschen Fachjournalistenverband, 2000 bis 2016 Vorstandsvorsitzender der Beratergruppe Strategie (EKS) e.V. und eine Vielzahl weiterer Aktivitäten und Mitgliedschaften im In- und Ausland. Kontakt: Rechtsanwalt Thomas Doeser Robert Gradmann Weg 1 · 72076 Tübingen · Tel. 07071 600630 · Telefax 07071 600345 E-Mail: tdoeser@t-online.de · www.franchiseanwalt.de Foto: © Gerhard Blank Der Autor AUSGEZEICHNETER PARTNER Werden Sie Franchise-Partner. Jetzt informieren unter: mundfein.de/franchise über 45 x in Deutschland freundliche Restaurantkette 2022 veganund bieten ihren Franchisepartnern unter ihrem eigenen Internetauftritt entsprechende "Filiallösungen" an unter Einbindung in vielseitige Kommunikations- und Abwicklungsprozesse im Netz. Das erfolgt entweder durch Regelungen im Franchisevertrag selbst oder durch Zusatzvereinbarungen mit Verweisen auf Richtlinien des Franchisehandbuchs. Da das Netz bekanntlich nichts vergisst sind auch Regelungen nach Beendigung eines Franchisevertrages für den "virtuellen" Standort im Internet von hoher Bedeutung. Zum einen sind die Markenrechte des Franchisegebers im Sinne aller Systempartner zu schützen und zum anderen laufen ausgeschiedene Franchisenehmer Gefahr wegen unberechtigter Weiternutzung solcher Markenrechte (wenn diese z.B. nicht aus Internetverzeichnissen gelöscht werden) in Regress genommen zu werden. Daher muss man sich als Franchiseinteressent für ein stationäres Einzelhandelskonzept heute kompromisslos auch mit dem damit zwangsläufig verbundenen Auftritt im Internet befassen und einen Franchiseanbieter konkret nach dessen Lösungsansätzen befragen mit allen für einen Franchisepartner damit verbundenen Rechten und Pflichten. Besonders bei sogenannten gemischten Franchisesystemen, bei denen der Franchisegeber neben selbstständigen Franchisebetrieben auch eigene Filialen betreibt, kann es unter anderem kartellrechtliche Probleme geben, etwa bezüglich der Preisbindung und Konditionenbindung. Daher sollte man sich zusammen mit seinem Franchisegeber sorgfältig mit der stationären und der virtuellen Standortwahl und der Standortanalyse befassen und auch genügend Zeit und ein angemessenes Budget dafür einplanen. Für Franchisegeber und Franchisenehmer sind falsche stationäre und virtuelle Standortentscheidungen einfach zu teuer, als dass man sich auf unausgegorene Kompromisse einlassen könnte. Zur Sicherheit sollte in Zweifelsfragen ein externer Berater eine Entscheidung absichern helfen.

12 Quick Wins sind erfolgreiche Methoden, Maßnahmen und Tools, die dazu dienen, ineffiziente Vorgehensweisen loszuwerden, Verschwendung in Form von Zeit, Geld und Ressourcen zu vermeiden und Fortschritt rasch möglich zu machen. Auf sich selbst organisierende Weise kommen intelligentere, effizientere, passendere Wege der Aufgabenbewältigung, der Zielerreichung und der Zusammenarbeit zum Einsatz. So erzeugt man eine erstens fortwährende und zweitens vorausschauende Selbsterneuerung in kleinen Schritten. Sind die Mitarbeitenden nämlich daran gewöhnt, sich permanent anzupassen, dann ist es viel leichter, Wandel voranzubringen. Veränderungsbereitschaft wird zur Normalität, weil sie durch ständiges Ausprobieren, Reflektieren, Adaptieren und Optimieren de facto täglich trainiert wird. Quick Wins kommen aus der Mitte der Organisation Die von mir favorisierten Quick Wins werden nicht, wie in klassischen Organisationen üblich, „von oben“ vorgegeben und zwangsimplementiert. Sie brauchen keinen langen Planungsvorlauf und kein offizielles Controlling. Vielmehr kann hierarchieunabhängig und interdisziplinär jeder einzelne Mitarbeitende passende Vorstöße initiieren, wenn er die Notwendigkeit dafür sieht. Derartige Eigeninitiativen entstehen meist ohne Mandat. Sie werden auch nie als Muss vorgegeben, sondern stellen Anregungen dar. Weil im Vorfeld nicht klar ist, wie die Organisation darauf reagiert, werden sie ganz unkompliziert zunächst für eine festgelegte Dauer getestet – und dann übernommen oder iterativ weiterentwickelt. Das Team entscheidet das unter sich. Der Chef wird weder als Ermächtiger noch als Schiedsrichter gebraucht. Das macht die Anwender frei von Bevormundung und Fremdsteuerung - und die Firma rasch sehr viel besser. Übermorgengestalter werden fortan dringend gebraucht Übermorgengestalter sind in diesem Kontext unverzichtbar. Sie sind denen, die weniger couragiert sind, ein Vorbild. Wie ein Katalysator setzen sie Prozesse in Gang, die sich im gesamten Unternehmen verbreiten. So bringen sie Agilität und Veränderungswillen bis in den letzten Winkel einer Organisation. Sie können ferner zum Sprachrohr derjenigen werden, die Veränderungen längst ebenfalls wollen, dies aber nicht zu sagen wagen, weil sie zum Beispiel typbedingt nicht den Mut dazu haben. Oder weil sie öfter mal neue Ideen eingebracht haben, aber abgekanzelt und desillusioniert worden sind. Mitarbeitende geben ihre wertvollen Gedanken aber nur dann preis, wenn sie glauben, dass diese Wertschätzung erfahren. Und wenn sie wissen, dass Fehler kein Beinbruch sind. Denn Fehler sind der Preis für Evolution und Innovation. Fehler machen bedeutet: Üben, um siegen zu lernen. „Wenn wir nicht genügend Fehler machen, heißt das, dass wir nicht genügend neue Dinge ausprobieren“, sagt der Nike-Gründer Philip Knight. Nur so können bahnbrechende Innovationen gelingen. Mutig experimentieren und Neues ausprobieren „Just do it“ beginnt eben damit, sich gemeinsam in die Zukunft zu denken und anders als bisher zu handeln. Denn auf alten Wegen kommt man in neuen Zeiten nicht weit. Neuerungen können aber nur dort entstehen, wo es den passenden Nährboden gibt: › d ie Erlaubnis zum Widerspruch, › e in freizügiges Teilen guter Ideen, › e ine ergebnisoffene Lernkultur und › F reiraum zum Experimentieren. Gib Menschen Spielraum, und sie werden dich in Staunen versetzen. In positives Staunen! Wir wollen nicht verändert werden, wir wollen verändern. Freiwilligkeit ist die wichtigste Zutat für Antrieb und Umschwung. Dann tun wir etwas nicht, weil wir es müssen, sondern deshalb, weil wir es wirklich wollen. Und am Ende steht der „Mein-Baby-Effekt”: Was man selbst geschaffen hat, lässt man nicht mehr im Stich. Anne M. Schüller ist Managementdenker, Keynote-Speaker, mehrfach preisgekrönte Bestsellerautorin und Businesscoach. Die Diplom-Betriebswirtin gilt als führende Expertin für das Touchpoint Management und eine kundenfokussierte Unternehmensführung. Zu diesen Themen hält sie Impulsvorträge auf Tagungen, Fachkongressen und Online-Events. 2015 wurde sie für ihr Lebenswerk in die Hall of Fame der German Speakers Association aufgenommen. Beim BusinessNetzwerk Linkedin wurde sie Top-Voice 2017 und 2018. Von Xing wurde sie zum Spitzenwriter 2018 und zum Top Mind 2020 gekürt. Ihr Touchpoint Institut bildet zertifizierte Touchpoint Manager und zertifizierte Orbit-Organisationsentwickler aus. www.anneschueller.de Die Autorin Bahn frei für Übermorgengestalter Mit Quick Wins auf dem Weg in die Zukunft Jeder weiß, dass sich ein Unternehmen permanent wandeln muss, damit es auch in Zukunft floriert. Vorwärtsdenker, Erneuerer, Pioniere und Übermorgengestalter sind deshalb unverzichtbar. Ihre schnell umsetzbaren Initiativen werden aus der Mitte des Unternehmens heraus entwickelt und sorgen für Fortschritt. franchiseWISSEN. Anne M. Schüller Bahn frei für Übermorgengestalter Gabal Verlag 2022, 216 Seiten, ISBN 978-3967390933 24,90 Euro Das Buch zeigt 25 rasch umsetzbare Initiativen und weit über 100 Aktionsbeispiele, um zu einem Überflieger der Wirtschaft zu werden. Kompakt und sehr unterhaltsam veranschaulicht es jedem, der helfen will, eine bessere Zukunft zu gestalten, die maßgeblichen Vorgehensweisen in drei Bereichen: Wie machen wir die Menschen stärker, das Zusammenarbeiten besser und die Innovationskraft im Unternehmen größer. Das neue Buch der Autorin

Steuertipp Als Ausgleich hierfür hat der Gesetzgeber eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro beschlossen, die sogenannte Energiepreispauschale, die im September 2022 zur Auszahlung kommen soll. Dass es damit letztlich dann doch nicht so einfach ist, wie man vielleicht denken könnte, zeigt sich daran, dass der Gesetzgeber eigens dafür elf neue Paragrafen eingeführt hat. Anspruch auf die Energiepreispauschale haben alle, die im Jahr 2022 mit Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit oder Gewinneinkünften aktiv tätig sind und in Deutschland ihren Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt haben. Arbeitnehmer sind nur in ihrem Die Energiepreispauschale kommt Komplexe Regelungen für die Auszahlung Die Inflationsrate in Deutschland betrug im Mai 7,9 Prozent. Und das Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht zu sein. Das Leben ist teuer geworden, allen voran die Energiepreise steigen in astronomische Höhen und treffen Unternehmer wie auch Privatpersonen empfindlich. Sabine Krämer Franchisemanager ETL Systeme AG – Franchise – Steuerberatungsgesellschaft Mauerstraße 86–88 10117 Berlin sabine.kraemer@etl.de www.etl-franchise.de Die Autorin 13 ersten Dienstverhältnis (Lohnsteuerklasse I bis V) anspruchsberechtigt. Mini-Jobber können die Pauschale auch erhalten, wenn das Minijob-Entgelt pauschal mit zwei Prozent besteuert wird und der Mitarbeiter schriftlich bestätigt, dass es sich dabei um das erste Dienstverhältnis handelt. Für diese Mini-Jobber ist die Energiepreispauschale steuer- und beitragsfrei, für alle anderen Arbeitnehmer ist sie zwar beitragsfrei, jedoch steuerpflichtig. Kurzfristig Beschäftigte, die mit 25 Prozent pauschal besteuert werden, mit 20 Prozent pauschal besteuerte Mini-Jobs und MiniJobs im zweiten Dienstverhältnis sind hingegen nicht begünstigt. Auch Pensionäre und Rentner sind nicht anspruchsberechtigt. Für letztere besteht aber die Möglichkeit, im Rahmen eines pauschal mit zwei Prozent besteuerten Minijobs doch noch einen Anspruch zu erlangen. Der Anspruch auf die Energiepreispauschale entsteht am 1. September 2022. Arbeitgeber finanzieren die Auszahlung, indem sie die LohnsteuerAnmeldung entsprechend mindern. Damit sie die Pauschale nicht vorfinanzieren müssen, gibt es für Quartals- und Jahreszahler Wahlrechte. Quartalszahler können die Auszahlung an den Arbeitnehmer auf den Oktober verschieben, Jahreszahler können auf die Auszahlung völlig verzichten. Und auch Arbeitgeber, die nur Mini-Jobber beschäftigen und daher keine LohnsteuerAnmeldung abgeben, müssen die Energiepreispauschale nicht auszahlen. Betroffene Mitarbeiter müssen dann wohl oder übel eine Einkommensteuererklärung für das Jahr 2022 abgeben, in der die Pauschale dann vom Finanzamt als Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit festgesetzt und nachträglich gewährt wird. Ungeachtet dessen, ob die Pauschale aufgrund einer solchen Verrechnung im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung tatsächlich erst in 2023 zufließt, gehört sie dennoch zu den Einnahmen des Jahres 2022. Bei Unternehmern, die Einkünfte aus Land – und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit erzielen, gehört die Energiepreispauschale zu den sonstigen Einkünften. Sie wird durch die Minderung der Einkommensteuer-Vorauszahlung für das III. Kalendervierteljahr zum 10. (bzw. 12.) September 2022 gewährt. Beträgt die Vorauszahlung weniger als 300 Euro, kann der fehlende Betrag auch hier erst im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung gewährt werden. Foto: © Mentor Beqiri/www.shutterstock.com

14 Dr. Patrick Giesler ist einer der führenden Franchiserechtsanwälte. Sein Team ist heute exklusiv und ausschließlich für die Seite der Franchisegeber tätig. Die Kanzlei berät bei Systemaufbau, Systemoptimierung, Franchiseverträgen und Handbüchern. Herr Dr. Giesler hat in den letzten 15 Jahren an dem Aufbau von über 80 Systemen mitgewirkt. Er ist Autor und Herausgeber von mehreren Fachbüchern über Franchising (zum Beispiel das in der zweiten Auflage erscheinende Werk „Franchiserecht“ im Luchterhand-Verlag) und schreibt regelmäßig für die Zeitschrift franchiseERFOLGE. Herr Dr. Giesler ist Vorstandsvorsitzender der „International Franchise Lawyers Association“ (IFLA), einem weltweiten Netzwerk von Spezialanwälten für Franchising (www.franchiselawyers.de) Kontakt: BUSSE & MIESSEN Rechtsanwälte Partnerschaft Telefon (02 28) 983 91-26, E-Mail: kanzlei@busse-miessen.de Der Autor Franchising ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht spezialgesetzlich geregelt. Die Rechte und Pflichten der beteiligten Unternehmen sowie die Art und Weise ihrer Zusammenarbeit ergeben sich deshalb, mit wenigen Ausnahmen, nicht aus Gesetzen, sondern aus den Franchiseverträgen. Dementsprechend gleicht die „Innenverfassung“ des einen Franchisesystems kaum der „Innenverfassung“ des anderen Franchisesystems. Die Unterschiede sind enorm. Vor diesem Hintergrund ist es auf den ersten Blick kaum möglich, abstrakt und für alle Franchisesysteme allgemeingültig zu erklären, was der Franchisebeirat ist. Dass das auf den zweiten Blick dennoch weitgehend möglich ist, hat tatsächliche und rechtliche Gründe. In tatsächlicher Hinsicht haben sich die Franchisegeber, jedenfalls soweit es um den Beirat geht, weitgehend aneinander orientiert. Deshalb gibt es bemerkenswert viele Gemeinsamkeiten. In rechtlicher Hinsicht unterliegen die Franchisegeber bei der Gestaltung des Beirats einer Grenze, die das Kartellrecht vorgibt: Die Franchisenehmer dürfen weder direkt noch indirekt über den Franchisebeirat einen Einfluss auf die Geschäftspolitik des Franchisegebers nehmen. Denn wenn eine derartige Einflussnahme möglich wäre, würde es sich bei dem Franchisesystem um ein horizontales Kartell handeln. Viele Handhabungen, die beim Franchising notwendig sind, um das System erfolgreich zu machen, wären dann gesetzlich verboten. Das Franchisesystem muss also ein vertikales Kartell bleiben, um in den Genuss der Gruppenfreistellung zu kommen. Dementsprechend darf der Beirat kein Instrument sein, mit dem die Franchisenehmer die Geschäftspolitik des Franchisegebers bestimmen können. War das unverständlich? Vielleicht. Bitte lassen Sie sich nicht verunsichern. Als angehender Franchisenehmer müssen Sie sich nicht mit Kartellrecht befassen. Lassen Sie uns stattdessen gemeinsam anschauen, was der Franchisebeirat ist. Verschiedene Begriffe, eine Institution Aus Gründen der Klarstellung ist zunächst zu sagen, dass es viele verschiedene Begriffe für den Beirat gibt, mit denen keine unterschiedliche Bedeutung verbunden ist: Franchisebeirat, Systembeirat, Partnerbeirat, Franchisenehmerbeirat, Franchisepartnerbeirat – das ist ein und dasselbe, das macht keinen Unterschied. In manchen Systemen lassen sich auch abweichende Begriffe wie z. B. „Kommission“ finden. Es ist Sache des Franchisegebers, wie er den Beirat in seinem Franchisesystem nennen möchte. Häufig ist die Wahl des Begriffs ein Zufall . Aus Gründen der Vereinfachung werden wir in diesem Artikel immer von „Beirat“ oder von „Franchisebeirat“ sprechen. Welche Aufgaben hat der Franchisebeirat? Die Aufgaben des Franchisebeirats ergeben sich abschließend aus dem Franchisevertrag und manchmal zusätzlich aus einer Geschäftsordnung. Wenn Sie also wissen möchten, was der Beirat in dem Franchisesystem tun soll, für das Sie sich interessieren, müssen Sie einen Blick in Ihren zukünftigen Franchisevertrag werfen. In den meisten Franchisesystemen hat der Beirat eine rein beratende Funktion auf bestimmten, begrenzten, in dem Franchisevertrag definierten Geschäftsfeldern. Der Franchisebeirat soll den Franchisegeber z. B. in den Bereichen Marktforschung, Produktentwicklung und Marketing beraten. Obwohl das nur Beispiele sind, handelt es sich durchaus um diejenigen Felder, die für den Beirat typisch sind. Das hängt damit zusammen, dass hier das Erfahrungswissen der Franchisenehmer für den Franchisegeber besonders wertvoll ist. Die Franchisenehmer stehen im täglichen Kontakt zu den Endkunden und kennen deren Wünsche und Bedürfnisse besonders gut. Es ist deshalb ein kluger Schachzug des Franchisegebers, dieses Wissen der Franchisenehmer im Rahmen des Beirats einzusammeln, um es auszuwerten und anschließend für die Weiterentwicklung nutzbar zu machen. Das macht die Franchisenehmer gewissermaßen zu den „Augen und Ohren des Franchisegebers“. Die Zuständigkeit des Beirats für Marketing und Werbung ist sehr verbreitet. In manchen Systemen handelt es sich sogar um die einzige Zuständigkeit. Das hängt damit zusammen, dass Marketing und Werbung in Franchisesystemen typischerweise aus Geldmitteln finanziert werden, die die Franchisenehmer zur Verfügung stellen. Vielfach werden diese Geldmittel von dem Franchisegeber zunächst nur treuhänderisch aufbewahrt, bevor sie dann für die Zwecke ausgegeben werden, die im Franchisevertrag definiert sind. Was ist naheliegender, als den Treugebern – also den Franchisenehmern – die Möglichkeit zu geben, zumindest Vorschläge für die Mittelverwendung zu machen? Außerdem haben die Franchisenehmer auf diesem Weg die Gelegenheit, den angemessenen Umgang mit den Finanzmitteln zu überDer Franchisebeirat – das unbekannte Wesen In vielen Franchisesystemen gibt es einen Beirat, in dem die Franchisenehmer ihre Erfahrungen einbringen sollen. Das darin liegende Potenzial bleibt häufig ungenutzt. Das hat nicht nur kaufmännische, sondern auch rechtliche Gründe. Vielfach verstehen die Beteiligten allerdings die rechtliche Konstruktion nicht und gehen deshalb von falschen Voraussetzungen aus. franchiseRECHT.

15 wachen. Wenn das Franchisesystem über einen Marketing- bzw. Werbepool oder eine ähnliche Organisation verfügt, kann der Franchisegeber hinsichtlich dieser Mittelverwendung rechenschaftspflichtig sein. Ob das tatsächlich so ist, hängt von dem Franchisevertrag ab. In jedem Fall ist die Schaffung von Transparenz in einem gemeinsamen Interesse und der Beirat ist dafür die geeignete Plattform. Wie wird der Franchisebeirat gebildet? Franchisebeiräte setzen sich entweder ausschließlich aus Mitgliedern zusammen, die die Franchisenehmer gewählt haben oder aus einer Mischung zwischen gewählten Vertretern der Franchisenehmer und Mitarbeitern des Franchisegebers. Welche dieser beiden Formen vorliegt, können Sie – sicherlich haben Sie das bereits erraten – aus dem Franchisevertrag und aus der Geschäftsordnung des Franchisebeirates entnehmen. Beiden Formen ist gemeinsam, dass die Franchisenehmer jedenfalls ihre Vertreter wählen dürfen. Die dafür erforderlichen Wahlvorschriften finden sich meist in der Geschäftsordnung, von der bereits die Rede war. Die Wahl der Vertreter bzw. „Beiratsmitglieder“ findet meist alle zwei, drei oder vier Jahre statt. Bei der Geschäftsordnung handelt es typsicherweise um eine Richtlinie, die der Franchisegeber im Rahmen seiner „Richtlinienkompetenz“ erlassen kann, jedenfalls wenn der Franchisevertrag das vorsieht. Die Geschäftsordnung heißt übrigens nicht zwingend „Geschäftsordnung“. In vielen Franchisesystemen ist auch von „Satzung“ die Rede. Manchmal werden auch „Wahlordnung“ und „Satzung“ unterschieden. Aus Sicht der Juristen ist der Begriff der „Satzung“ übrigens falsch, denn der Beirat ist kein Verein. Der falsche Begriff schadet glücklicherweise nicht. Allenfalls weist er darauf hin, dass manche Franchisegeber nicht verstanden haben, was der Beirat rechtlich ist. Tatsächlich gibt es Franchisesysteme, bei denen sich der Beirat seine Geschäftsordnung selbst gegeben hat. Das ist gefährlich, denn es führt zu einer Vielzahl von Unklarheiten und Widersprüchen. Könnte der Franchisebeirat dann durch „Beschluss“ die Geschäftsordnung wieder ändern? Wenn die Geschäftsordnung auch die Zuständigkeiten des Beirats erwähnt, könnte der Beirat dann durch eine Änderung der Geschäftsordnung seine Zuständigkeiten erweitern? Könnte er sich auf diesem Weg Aufgaben anmaßen, die er ursprünglich nicht hatte? Manche Franchisegeber, die den Beirat falsch konstruiert oder im Kern nie verstanden haben, stehen diesen Fragen verunsichert gegenüber. Was der Franchisebeirat nicht ist Die Antwort auf die vorstehenden Fragen lautet: Nein. So wie das Franchisesystem selbst eine Ansammlung von bilateralen Franchiseverträgen und kein „Verein“ ist, ist auch der Beirat ein rechtliches Nichts. Der Beirat ist weder juristische Person noch eine Personengesellschaft. Die „Mitgliedschaft“ in dem Beirat vermittelt dem „Mitglied“ keine Rechte. Jeder Franchisenehmer hat nur diejenigen Rechte, die sich aus seinem Franchisevertrag ergeben. Der Beirat hat nur diejenigen Aufgaben, die in dem Franchisevertrag vereinbart sind. Vor allem ist der Beirat kein rechtsgeschäftlicher Vertreter der Franchisenehmer. Der Beirat kann nicht mit Bindungswirkung für den einzelnen Franchisenehmer Willenserklärungen in dessen Namen abgeben und dementsprechend auch nicht auf Rechte verzichten, die dem einzelnen Franchisenehmer zustehen. Von diesem Prinzip kann es Ausnahmen geben, wenn diese Ausnahmen ausdrücklich in dem Franchisevertrag vereinbart sind. In der Praxis ist das selten der Fall. Welchen Nutzen hat der Franchisebeirat jenseits seiner Aufgaben? Vermutlich bedarf es keine Erwähnung, dass der Franchisebeirat weder ein Aufsichtsrat noch ein „Betriebsrat“ ist. In den meisten Franchisesystemen ist der Beirat nicht einmal eine „Interessenvertretung“ für die Franchisenehmer. Es handelt sich lediglich um ein Arbeitsgremium, das bestimmte – nämlich die im Franchisevertrag definierten – Aufgaben erfüllt. Gleichwohl kann ein Franchisebeirat viel zu einem fairen Ausgleich von Interessen beitragen, indem er eine Plattform bildet, auf der Sichtweisen ausgetauscht und ein Verständnis für die andere Seite geweckt werden kann. Vielfach sind die Gespräche mit den Vertretern der Franchisenehmer für den Franchisegeber ein wichtige Quelle, um frühzeitig Unzufriedenheit oder sonstige Fehlentwicklungen bei den Franchisenehmern zu erkennen. Für die Franchisenehmer ist der Beirat ein etablierter Kommunikationskanal, um die eigenen Belange geordnet an das Management des Franchisegebers heranzutragen. In dieser Weise verstanden ist die Einrichtung eines Beirates immer empfehlenswert. Busse & Miessen wächst weiter im Franchiserecht Die unter anderem auf Franchiserecht spezialisierte Kanzlei BUSSE & MIESSEN hat sich erneut mit einer ausgewiesenen Expertin auf diesem Gebiet verstärkt. Frau Rechtsanwältin Rita d’Avis, die zuvor für die Kanzlei TIGGES in Düsseldorf tätig gewesen ist, stieg zum 1. Mai 2022 als Equity-Partnerin ein. Im November 2021 hatte BUSSE & MIESSEN das Franchiserechtsteam bereits mit Dr. Nils Willich von der Kanzlei GÖRG erweitert. Frau d’Avis ist seit mehr als 20 Jahren im Franchise- und Vertriebsrecht tätig. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Aufbau, Begleitung und Rechtsvertretung von in- und ausländischen Franchisesystemen. Zudem verfügt sie über besondere Expertise im Markenrecht und zeichnet sich durch zahlreiche Fachpublikationen aus. Mit diesem Zugang wächst das Franchiserechtsteam von BUSSE & MIESSEN auf insgesamt sechs Anwälte und stellt damit in Deutschland die größte Einheit in diesem Rechtsgebiet dar. Praxisgruppenübergreifend gehören der Kanzlei nun insgesamt 33 Anwälte an. Impressum Herausgeber/Chefredakteur: Martin Schäfer (V.i.S.d.P.) Verlag: UNTERNEHMERVERLAG Gemäß § 9 Abs. 4 des Landesmediengesetzes für Rheinland-Pfalz wird darauf hingewiesen, dass Inhaber des Verlages Martin Schäfer ist. Im Wingert 13, D-53424 Remagen Tel. +49 2228 912912-0 Fax +49 2228 912912-10 info@unternehmerverlag.de www.unternehmerverlag.de Anzeigenleitung: Martin Schäfer anzeigen@unternehmerverlag.de Titelbild: © Janusz Pienkowski/ shutterstock.com Fotosatz: Grafik-/Webdesign Bauer info@wir.machen.design https://wir.machen.design Druck: ColorDruck Solutions GmbH Gutenbergstraße 4, D-69181 Leimen Erscheinungsweise: vierteljährlich Nachdruck: Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses Verbot fällt insbesondere die gewerbliche Vervielfältigung per Kopie, die Aufnahme in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf CD-ROM. © UNTERNEHMERVERLAG Fremdbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider. Die Beiträge wurden sorgfältig recherchiert. Eine Haftung ist dennoch ausgeschlossen – auch für telefonische Auskünfte. Für unverlangt eingeschickte Manuskripte, Fotos und Illustrationen keine Gewähr.

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