franchiseERFOLGE 2/2022

Steuertipp Als Ausgleich hierfür hat der Gesetzgeber eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro beschlossen, die sogenannte Energiepreispauschale, die im September 2022 zur Auszahlung kommen soll. Dass es damit letztlich dann doch nicht so einfach ist, wie man vielleicht denken könnte, zeigt sich daran, dass der Gesetzgeber eigens dafür elf neue Paragrafen eingeführt hat. Anspruch auf die Energiepreispauschale haben alle, die im Jahr 2022 mit Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit oder Gewinneinkünften aktiv tätig sind und in Deutschland ihren Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt haben. Arbeitnehmer sind nur in ihrem Die Energiepreispauschale kommt Komplexe Regelungen für die Auszahlung Die Inflationsrate in Deutschland betrug im Mai 7,9 Prozent. Und das Ende der Fahnenstange scheint noch nicht erreicht zu sein. Das Leben ist teuer geworden, allen voran die Energiepreise steigen in astronomische Höhen und treffen Unternehmer wie auch Privatpersonen empfindlich. Sabine Krämer Franchisemanager ETL Systeme AG – Franchise – Steuerberatungsgesellschaft Mauerstraße 86–88 10117 Berlin sabine.kraemer@etl.de www.etl-franchise.de Die Autorin 13 ersten Dienstverhältnis (Lohnsteuerklasse I bis V) anspruchsberechtigt. Mini-Jobber können die Pauschale auch erhalten, wenn das Minijob-Entgelt pauschal mit zwei Prozent besteuert wird und der Mitarbeiter schriftlich bestätigt, dass es sich dabei um das erste Dienstverhältnis handelt. Für diese Mini-Jobber ist die Energiepreispauschale steuer- und beitragsfrei, für alle anderen Arbeitnehmer ist sie zwar beitragsfrei, jedoch steuerpflichtig. Kurzfristig Beschäftigte, die mit 25 Prozent pauschal besteuert werden, mit 20 Prozent pauschal besteuerte Mini-Jobs und MiniJobs im zweiten Dienstverhältnis sind hingegen nicht begünstigt. Auch Pensionäre und Rentner sind nicht anspruchsberechtigt. Für letztere besteht aber die Möglichkeit, im Rahmen eines pauschal mit zwei Prozent besteuerten Minijobs doch noch einen Anspruch zu erlangen. Der Anspruch auf die Energiepreispauschale entsteht am 1. September 2022. Arbeitgeber finanzieren die Auszahlung, indem sie die LohnsteuerAnmeldung entsprechend mindern. Damit sie die Pauschale nicht vorfinanzieren müssen, gibt es für Quartals- und Jahreszahler Wahlrechte. Quartalszahler können die Auszahlung an den Arbeitnehmer auf den Oktober verschieben, Jahreszahler können auf die Auszahlung völlig verzichten. Und auch Arbeitgeber, die nur Mini-Jobber beschäftigen und daher keine LohnsteuerAnmeldung abgeben, müssen die Energiepreispauschale nicht auszahlen. Betroffene Mitarbeiter müssen dann wohl oder übel eine Einkommensteuererklärung für das Jahr 2022 abgeben, in der die Pauschale dann vom Finanzamt als Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit festgesetzt und nachträglich gewährt wird. Ungeachtet dessen, ob die Pauschale aufgrund einer solchen Verrechnung im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung tatsächlich erst in 2023 zufließt, gehört sie dennoch zu den Einnahmen des Jahres 2022. Bei Unternehmern, die Einkünfte aus Land – und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbständiger Arbeit erzielen, gehört die Energiepreispauschale zu den sonstigen Einkünften. Sie wird durch die Minderung der Einkommensteuer-Vorauszahlung für das III. Kalendervierteljahr zum 10. (bzw. 12.) September 2022 gewährt. Beträgt die Vorauszahlung weniger als 300 Euro, kann der fehlende Betrag auch hier erst im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung gewährt werden. Foto: © Mentor Beqiri/www.shutterstock.com

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