franchiseERFOLGE 2/2022

17 © Muehle/Fotolia.com weiche Faktoren, die zählen. Zum Beispiel unser persönlicher, ja familiärer Umgang mit Franchisepartnern und die Möglichkeit, sich bei systemspezifischen Entscheidungen einzubringen. Da ich meine Franchisepartner nah in die strategischen Entscheidungen sowie Firmen- und Systementwicklung einbinde, ist jeder von uns zwar sein eigener Chef, doch trotzdem arbeiten wir gemeinsam im Team an einer größeren Sache. Dieses Vorgehen hat sich bewährt und ist auch für künftige Franchisepartner sehr attraktiv, da sie eine aktive Entscheidungsrolle übernehmen. Veronika Bellone: Die Digitalisierung nimmt Einfluss auf alle Branchen und verändert die Prozesse und Kommunikation. Wie gehen Sie mit diesen Veränderungen um? Zarko Jerkic: Zum einen sehen wir uns in unserer Branche als Vorreiter und zum anderen stehen wir dieser Entwicklung offen gegenüber. Wir haben schon früh begonnen, im damaligen Rahmen der Möglichkeiten, die Digitalisierung bei unseren Kunden zu unterstützen und zu fördern. Entsprechend haben wir einen großen Erfahrungsschatz an Projekten, welche wir bereits durchgeführt haben. Gleichzeitig bemühen wir uns auch intern innovativ zu sein. Wir sehen uns da in einer sehr guten Position, unterstützen wir doch den systeminternen Workflow und können Abläufe und Prozesse im Partnermarketing sehr effizient und effektiv halten. Unser Anspruch ist es, alles zu testen, bevor wir es an Kunden ausliefern. Das beginnt bei neuen psychologischen Erkenntnissen betreffend Kundenumgang und Verkauf aber auch beispielweise bei EDV-Systemen. Somit sind wir „gezwungen“ auch intern eine Nasenlänge voraus zu sein, damit wir das umsetzen können, was wir getestet haben. Veronika Bellone: Und mit welchen Vorzügen und Voraussetzungen können Franchisenehmer*innen bei Ihnen punkten? Zarko Jerkic: Ich habe bevor ich das Franchising gelauncht habe, viele Gespräche geführt und festgestellt, dass die Persönlichkeit meines Gegenübers eine große Rolle spielt. Bei dem Umgang, den wir gemeinsam pflegen wollen, sind nicht nur Wissen und Können gefragt, sondern wir legen großen Wert auf den Menschen. Natürlich muss dieser tolle Mensch auch eine gewisse Grundahnung vom Verkaufen haben und den Willen, sein Wissen weiterzugeben. Das Technische des Trainers und Coaches hingegen, bringen wir den Franchisepartnern bei. Veronika Bellone: Im Beratungs- und Trainingsbereich nutzen die Franchisenehmer*innen in der Regel ihre Branchenkenntnisse und -kontakte. Das kann die Zusammenarbeit sehr bereichern, aber auch durchaus zu neuen Herausforderungen führen. Wie wirkt sich das auf Ihr Partnermarketing und die Produktentwicklung aus? Zarko Jerkic: Ja, solche Situationen können auch zu Verstimmungen führen. Zum Glück ist das bei uns noch nicht passiert. Zum einen ist der Umgang mit Kontakten und Unternehmen, bei denen ein anderer Franchisepartner auch persönliche Kontakte pflegt, im internen Franchisehandbuch genau geregelt. Und zum anderen sind zum Glück alle in der Situation, auch einmal einen Auftrag einem Freund zu überlassen. Keiner von uns kämpft so sehr um jeden Auftrag, dass das zu Problemen führen würde, wenn ein anderer den Auftrag macht. Veronika Bellone: Kundenorientierung und -zufriedenheit sind bei Ihnen wichtige Erfolgsfaktoren. Wie schwören Sie Ihre Franchisepartner*innen darauf ein? Zarko Jerkic: Gemäß unserer internen Qualitätsrichtlinien, treffen wir uns alle zwei Wochen für eine interne Weiterbildung. Das klingt im ersten Augenblick nach viel, ist allerdings einer der stärksten Erfolgsfaktoren. Veronika Bellone: Welche quantitativen und qualitativen Ziele haben Sie mit Ihrem System? Zarko Jerkic: Die qualitativen sind recht schnell genannt: Begeisterte Kunden. Wir geben auf jedes Training und Coaching eine Erfolgsgarantie und entsprechend „müssen“ unsere Kunden begeistert sein, sonst würden wir ja drauflegen. Zudem erleichtern uns begeisterte Kunden das Leben enorm, weil sie uns immer wieder Aufträge erteilen. Die quantitativen Ziele habe ich ganz zu Beginn mit „in zehn Jahren 100 Franchisepartner“ definiert. Eine Herausforderung, doch machbar und genau so gefallen mir meine Ziele. Veronika Bellone: Geben Sie uns zum Schluss noch Ihren persönlichen Tipp, was angehende Franchisegeber*innen beim Franchiseaufbau unbedingt berücksichtigen sollten. Zarko Jerkic: Ich selbst habe am Anfang den Fehler begangen und nicht auf mahnende Stimmen gehört. Aus meiner Sicht ist das Wichtigste, dass klare Regeln bestehen für so gut wie jeden Handgriff im Unternehmen. Das ist am Anfang zwar mit viel Arbeit verbunden, doch ohne klare Regeln sind selbst wenige Franchisenehmer schwer zu führen, und es kommt zu Missverständnissen. Und dies wiederum führt auch zu ganz viel Arbeit. Veronika Bellone: Vielen Dank für das offene Gespräch und viel Erfolg für: von „jetzt auf 100“! Zarko Jerkic Foto: © KundenMagnet®

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