franchiseERFOLGE 2/2022

9 Businessplan aktualisieren, schon daran gedacht? Im Zuge der jüngsten Ereignisse (Inflation, Krieg etc.) haben bzw. werden sich einige Aufwendungen/ Kosten bzw. Investitionen im Rahmen der Existenzgründung, aber auch für die bereits bestehenden Betriebe, erhöhen und verändern. Aus meiner Sicht sind für Gründer bzw. Franchisenehmer (unter anderem) folgende Kosten in der Kalkulation für den Businessplan anzupassen: › Warenbeschaffungen › P ersonal (Erhöhung Mindestlohn) › Material › Energie › Leasing › Versand/Spedition/Transport Wichtig ist, dass diese Kosten für den Businessplan angepasst werden müssen, um die Gründer gut auf die zukünftige Selbstständigkeit vorzubereiten. Die für die Existenzgründung notwendigen Erstinvestitionen wie Umbau und Inventar werden aktuell von Monat zu Monat teurer. Teilweise sind die Preise in einigen Bereichen um mehr als 20 Prozent erhöht worden. Deshalb ist es wichtig, nach Möglichkeit Festangebote einzuholen, um Preiserhöhungen zu vermeiden. In jedem Fall ist ein großzügiger Puffer in der Planung zu berücksichtigen! Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Finanzierungskosten seitens der Banken. Aufgrund der (unter anderem) Basiszinserhöhungen der EZB sind die Zinsen für Investitions- und Betriebsmittelkredite angestiegen. Diese liegen (Stand Juni 2022) bei aktuell ca. vier Prozent. Da der überwiegende Teil der Kredite für die Gründer über die regionalen Bürgschaftsbanken abgesichert wird, sind hier noch zusätzlich einmalig ca. 1 bis 1,5 Prozent an Bearbeitungsgebühr zu zahlen, sowie eine laufende Jahresgebühr von ebenfalls 1 bis 1,5 Prozent ( je nach Bundesland und Bürgschaftsbank unterschiedlich). Auch das wird oft nicht mit eingeplant! Außerdem sollte man auch mit weiteren Finanzierungspartnern wie zum Beispiel Leasingfirmen dringend sprechen, weil diese sich teilweise aktuell schwertun, Gründer bei ihrem Vorhaben zu unterstützen. Deshalb mein Tipp, wenn Leasing mit eingeplant wurde: Bitte vor Abgabe des Businessplanes bei den Banken abklären, ob der Leasinggeber den Fall unterstützt. Falls nicht, kann man diese zusätzlichen Investitionen noch in den Businessplan einpflegen und die Finanzierungshöhe für die Bank abändern. Warum weise ich darauf hin? Weil all die genannten Punkte die Finanzierungshöhe für geplante Existenzgründungen stark beeinflussen werden und die Gründer/Unternehmer frühzeitig darauf hingewiesen werden sollten. Wenn man all die oben gennannten Punkte berücksichtigt, kommen leider stark erhöhte Aufwendungen, was sowohl die Erstinvestitionen für Inventar und Umbauten sowie auch die operativen Kosten betrifft, auf die Gründer bzw. Unternehmer zu. Deshalb ist es wichtig, dass Franchisegeber die Businesspläne dahingehend so gut wie möglich anpassen, damit für die Franchisenehmer keine Finanzierungslücke entsteht und dann auch keine Probleme auftreten. Eine Nachfinanzierung ist grundsätzlich bei Banken schwer durchzusetzen und kostet für alle Beteiligen Zeit, Kraft und Nerven. Stephan Neuschulten Geschäftsführer der Neuschulten Unternehmensberatung GmbH, Wuppertal Der Autor franchiseWISSEN. Foto: © Rawpixel.com/www.shutterstock.com

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