franchiseERFOLGE - Sept.-Nov. 2019

„Heute bin ich in der Lage, Dinge schnell zu verändern“ Der promovierte Chemiker ist ein klassischer Quereinsteiger: Denn vor seiner Zeit als Franchise-Unternehmer hat er unter anderem als Hauptabteilungsleiter eines internationalen Konzerns Wasch- und Reinigungsmittel entwickelt. Heute baut er Häuser im Kreis Wesel – und schätzt dabei die unter- nehmerische Freiheit. Warum haben Sie sich für Town & Country Haus entschieden? Nachdem ich knapp zehn Jahre bei einem weltweit agieren- den Konsumgüterhersteller in der Produktentwicklung tätig war, habe ich den beruflichen Neustart bewusst gesucht. Ein Konzern bietet viele Karrieremöglichkeiten, begrenzt aber auch den eigenen Spielraum, wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen und Dinge voranzubringen. Auf der Suche nach beruflichen Optionen hat mich das Konzept von Town & Country Haus am meisten überzeugt. Was schätzen Sie an Franchise? Dass man nicht alleine ist. Man bekommt nicht nur ein Kon- zept und viele grundlegende Dinge, die man übernehmen kann, an die Hand. Man hat auch die Möglichkeit, voneinander zu lernen und sich mit anderen Partnern des Systems und den Mitarbeitern in der Zentrale auszutauschen. Das ist auch heute noch so! Daneben profitiere ich als Town & Country-Partner von der Stärke der Marke oder auch der Größe des Systems, etwa beim Wareneinkauf. Was ist die wichtigste Aufgabe für Sie als Geschäftsführer? Ganz klar: die Mitarbeiterführung. Als Chef bin ich in erster Linie dafür verantwortlich, dass jeder im Team seinen Bereich bestmöglich ausführen kann und dabei auch weiß, wo wir als Unternehmen hinwollen. Was sind Ihre Ziele? Natürlich will ich weiter wachsen und jedes Jahr mehr Häuser bauen. Mir ist es aber auch wichtig, ein werthaltiges Unter- nehmen aufzubauen. Ich will mein Unternehmen so gut aufstellen, dass es unabhängig von einzelnen Personen – inklusive mir selbst – agieren und sich weiterentwickeln kann. ... hier zieh’ ich ein. ... hier zieh’ ich ein. unternehmer • Dr. Matthias Lüken • Gebiet: Kreis Wesel • Lizenz-Partner seit 2013 • 4 angestellte Mitarbeiter • 4 freiberufliche Verkäufer steckbrief FRANCHISE-PARTNER bei Town & Country Haus werden. www.FranchisePartnerschaft.de Kontaktieren Sie uns jetzt! 036254 / 75 273 • anfrage@towncountry.de einem Franchiseanwalt vertreten, der sich seit vielen Jahren im Deutschen Franchise- verband profiliert. Es ist immer vorteilhaft, bei anspruchsvollen Aufgabenstellungen mit qualifizierten Menschen nach Lösun- gen zu suchen und die Zusammenarbeit begann auch wie verabredet. Aber plötz- lich verweigerte sich der Klagevertreter entgegen aller Abstimmungen der inzwi- schen angelaufenen außergerichtlichen Konfliktbewältigung, bestritt die Existenz der schriftlich getroffenen Vereinbarung und damit meinen Zahlungsanspruch. Die Beklagte zahlte sofort ihren Anteil des bis dato aufgelaufenen Honorars, der Kla- gevertreter lehnte das in seiner ganzen Selbstherrlichkeit konsequent ab. Endlos Arbeitszeit in das Eintreiben der Forde- rung zu stecken wäre zu nervig gewesen. Ich hatte auch keine Lust, den Deutschen Franchiseverband auf das Verhalten dieses Anwalts hinzuweisen, das eklatant gegen die internen Ethikrichtlinien des Verbandes verstieß. Dafür hatte ich persönlich schon zu viele schlechte Erfahrungen gemacht, wie groß die Ethiklücke zwischen dem Au- ßenauftritt und der Realität im Umgang mit Mitgliedern ist. Meine 2010 getroffene Entscheidung, die stimmberechtigte Voll- mitgliedschaft zu beenden, hängt eng mit diesem Verhalten zusammen. Von nichtethischem Verhalten im Ge- schäftsleben wie fehlender Vertragstreue oder unterentwickelter Zahlungsmoral ist es für viele Akteure nur ein kleiner Schritt in die tatsächliche Wirtschaftskriminalität. Das BKA erfasst Jahr für Jahr eine stei- gende Anzahl von Straftaten, ein Groß- teil davon bezieht sich auf Kreditbetrug und Insolvenzdelikte. Wie präsent diese Themen im täglichen Geschäft sind, zeigt ein weiteres Beispiel aus meiner Tätigkeit. Meine Gesellschaft, die Global Franchise AG, beteiligt sich seit Jahren an jungen Franchiseunternehmen und übernimmt dafür die Systementwicklung und Markte- tablierung. Eines Tages nahm eine Unter- nehmerin Kontakt zu mir auf, die ein gas- tronomisches Konzept für Veganer in zwei Referenzbetrieben in Hamburg bereits längere Zeit erprobte und sich entschie- den hatte, künftig als Franchisesystem zu expandieren. Wir prüften intern alle wirtschaftlichen Daten, die Marktchan- cen und erstellten unser Pflichtenheft als Gegenleistung für eine Beteiligung an der neu zu gründenden Franchisegeber- Gesellschaft. Alles wurde in überschau- barer Zeit präzise geregelt, einschließlich der Gesellschaftsgründung beim Notar. Es dauerte nicht einmal eine Woche, da kamen enorme persönliche Schulden bei ihr zutage, sogar die Vermieter hatten bereits vollstreckbare Titel aus erfolg- reichen Räumungsklagen wegen Miet- schulden. Die gegründete Gesellschaft wurde nie aktiv, die Notarkosten blieben komplett an meiner Gesellschaft hängen, die Unternehmerin ging in die Privatin- solvenz. Alle entscheidungsrelevanten Unterlagen waren schlicht und ergreifend manipuliert. Unter etwas anderen Bedin- gungen habe ich auch extrem schlechte Erfahrungen bei einem „Unverpackt“- Einzelhandelskonzept, einem Konzept für großflächige Bio-Discountmärkte und mit diversen Gutmenschen aus der Bioszene gemacht. Die wollten alle fairen Handel und die Welt retten, betrachteten aber unabhängig voneinander die Frage nach der Bezahlung stets als persönliche Be- leidigung. Inzwischen will ich mit dieser Klientel nichts mehr zu tun haben und verwende die gewonnene Zeit lieber für private Aktivitäten. Fazit Es gibt drei Typen von Menschen, die je- der von uns kennt. Die einen geben mehr als sie nehmen, die anderen nehmen mehr als sie geben – und mit den anderen hat man sowieso nur Scherereien. Auch der Grundsatz „Geschäft ist, wenn dem an- deren die Augen tränen“ hat eine treue Fangemeinde. Entscheiden Sie selbst, mit wem Sie eine Geschäftsbeziehung einge- hen und seien Sie konsequent beim Aus- sortieren von Geschäftskontakten. Die enormen Mengen warmer Luft, die durch die Selbstinszenierung zahlreicher Un- ternehmen und Unternehmer freigesetzt werden, tragen vielleicht sogar zur Klima- erwärmung bei. y

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