franchieERFOLGE Sept.-Nov. 2021 - Ausgabe 100

21 © Muehle/Fotolia.com inspirierenden Einstieg laden Sie auf Ihrer Website cantienica.com die Besucher*innen ein, Ihr Trainingskonzept und Lizenzangebot kennenzulernen. Gehen wir noch einmal zu- rück zur Startphase. Wie sind Sie damals auf die Idee der Trainingsmethode gekommen? Benita Cantieni: Ich war ein Wrack, die Folgeschäden meiner Skoliose begannen sich auszubreiten. Ich hatte tagein, tagaus Schmerzen. Operieren wollte ich nicht mehr. Therapien halfen kurz oder gar nicht. Durch jene Zufälle, die einem zufallen müssen, kam ich 1993 auf die Idee, meinen Körper selbst zu erforschen. Ich begann, alles anders zu machen, als ich es gelernt hatte. Es war der Anfang einer faszinierenden Reise, die mich immer noch im Bann hält. Veronika Bellone: Ich gehe zwar davon aus, dass ich „nur“ 97 Jahre alt werde, aber wie kann mich die Trainingsmethode dabei wirksam unterstützen? Welchen USP hat die CANTIENICA®-Methode? Benita Cantieni: CANTIENICA® Körper in Evolution richtet den Körper von unten nach oben aus, in Freundschaft mit der Schwer- kraft. Die Knochen werden biomechanisch logisch sortiert. Durch diese Knochenarbeit werden bei jeder, absolut jeder Übung alle Strukturen erreicht und optimiert, die Bän- der, Faszien, Sehnen und Muskeln. Alles kommt in die ideale, vitale Grundspannung, bereit für Beweglichkeit, Kraft und Resilienz. Veronika Bellone: Sie hatten bereits Erfah- rung mit einem Franchisesystem. Was hat Sie bewogen, Ihr CANTIENICA®-Konzept lizenzartig aufzustellen und was beinhaltet die Lizenz? Benita Cantieni: Franchising lebt von ex- akt vorgegebenen Standards. Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch einmalig ist und sich die Methode dieser Einmalig- keit anpassen muss. Das verträgt sich nicht mit starren Vorgaben – und spricht auch Lizenznehmer*innen mit starken Persönlich- keiten an, die Spielraum schätzen. Das Lizenzsystem will in erster Linie die Qualität des Angebotes sicherstellen. Die Lizenzpartner*innen verpflichten sich, unter der Marke wirklich CANTIENICA® Körper in Evolution anzubieten und mindestens eine Weiterbildung alle zwei Jahre zu absolvie- ren. Die CANTIENICA AG stellt das Logo, das Corporate Design, Werbematerial analog und digital zur Verfügung. Die Handbücher werden regelmässig überarbeitet und im Li- zenzbereich zur Verfügung gestellt. Es gibt regelmässige Blogs, Videokonferenzen, Pod- casts zur Methode. Die Unterstützung für in- dividuelle Wünsche ist enorm. Veronika Bellone: Ihre Methode funkti- oniert wie eine Gebrauchsanweisung für einen gesunden Bewegungskörper. Wenn ich das auf Ihr Lizenzkonzept übertrage: Welche Voraussetzungen muss ein Lizenz- partner/eine Lizenzpartnerin mitbringen, um sich mit Ihrem Konzept gut respektive „gesund“ aufzustellen? Benita Cantieni: Die Affinität für Gesund- heit und Fitness muss vorhanden sein. Ausserdem braucht es die Begeisterung, mit Menschen zu arbeiten, Menschen zu motivieren, das Beste aus sich zu machen. Es finden Ärzt*innen, Therapeut*innen, Fitnessinstruktor*innen zu CANTIENICA® Körper in Evolution. Einige der erfolgreichs- ten CANTIENICA®-Lizenznehmer*innen sind Quereinsteiger*innen, die sich meist aus per- sönlichen Umständen – Entbindungen, Ver- letzungen, Haltungsschäden – in die Metho- de und ihre Wirkung verliebten. Sie geben die Methode aus eigener Erfahrung und mit Begeisterung weiter. Nicht geeignet ist die Lizenz für Menschen mit Helfersyndrom. Es braucht Eigeninitiative, Biss, Disziplin, Durch- haltewillen – das, was eine selbstständige Tätigkeit ausmacht. Veronika Bellone: Sie haben heute 370 Lizenzpartner*innen im DACH-Raum und eine Masterlizenz in Litauen? Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus? Benita Cantieni: Weltweit ist das Interesse riesig. Die Methode braucht Vertragspart- ner in anderen Sprachräumen. Da hat uns Covid-19 einen Strich durch die Pläne ge- macht. Positiv an der Situation ist: Wir ha- ben durch Lockdown und Shutdown erfah- ren, dass die Methode auch via Livestream ausserordentlich gut funktioniert. Ich habe das Herzstück der Methode, das individuel- le Coaching, auf die digitalen Gesetze ange- passt. Veronika Bellone: Welche Tipps haben Sie für angehende Lizenzgeber*innen? Benita Cantieni: Ich habe ein bestehendes System umgewandelt. Das brachte allerlei Herausforderungen mit sich, die nicht ent- stehen, wenn das Lizenzsystem von Anfang an besteht. So war anfangs Widerstand, der sich legte, sobald die Trainer*innen einsahen, dass das Lizenzsystem in erster Linie ihre In- teressen schützt. Tipp 1: Wir interviewten Peergruppen, um die Erwartungen abzuklä- ren. Dabei lernten wir, dass vor allem Frau- en vor der Einbindung in das Lizenzsystem Angst hatten, ihre gestalterischen Freiheiten zu verlieren. Wir reagierten darauf mit Auf- klärung, Fragen & Antworten und Hotline. Tipp 2: Und wir suchten sorgfältig den An- walt, der wirklich zuhörte, das Narrativ von CANTIENICA® Körper in Evolution verstand und sattelfeste Verträge entwickelte. Veronika Bellone: Vielen Dank für die offe- nen Worte und viel Erfolg für bei der Inter- nationalisierung. Foto: © Jakub Klawikowski/ASF Studio

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