franchiseERFOLGE - Nov.22 bis Feb.23

13 laufzeit wird das Wirtschaftsgut zurückgegeben, weitere Zahlungen sind nicht zu leisten. Möglich ist, als Unternehmer eine vertraglich vereinbarte Kaufoption zu vereinbaren. Der Kaufpreis ist dann der Restbuchwert oder der Marktwert, sofern er niedriger ist als der Restbuchwert. Beim Teilamortisationsvertrag führen die in der Vertragslaufzeit geleisteten Leasingraten nicht zur Vollamortisation. Am Ende der Vertragslaufzeit ist der Leasinggeber meistens bereit, über eine Vertragsverlängerung mit reduzierten Leasingraten zu verhandeln, da es sich nun um ein gebrauchtes Wirtschaftsgut handelt . Weitere Optionen bestehen darin, das Leasingobjekt zu einem vertraglich fixierten Restwert zu übernehmen oder eine Mehrerlösbeteiligung zu vereinbaren. In jedem Fall ist eine Vertragslaufzeit zu vereinbaren, die den individuellen Verschleißbedingungen entspricht, um veraltete und unwirtschaftliche Maschinen und Geräte problemlos austauschen zu können. Nun zur Frage Herstellerleasing oder Bankenleasing. Ob der Leasinggeber das Wirtschaftsgut selbst finanziert hat oder aus seinem eigenen Bestand entnimmt, ist zwar für das Vertragsverhältnis der beiden Leasingpartner nicht ausschlaggebend, kann aber bei der Entscheidungsfindung sehr wohl eine Rolle spielen. Beim Herstellerleasing oder direkten Leasing ist, wie der Begriff schon sagt, der Hersteller der Vertragspartner. Er bietet oft günstige Konditionen, weil bei ihm die vertriebspolitischen Ziele im Vordergrund stehen und auch das noch nicht ausreichend belegbare Kreditstanding bei Neugründungen erst an zweiter Stelle steht. Allerdings sind bei dieser Variante natürlich auch nur die Produkte des Herstellers zu bekommen. Im Gegensatz dazu ist beim indirekten Leasing eine unabhängige Leasinggesellschaft der Vertragspartner und Sie sind als Unternehmer frei bei der Entscheidung, welches Wirtschaftsgut von welchem Hersteller angeschafft werden soll. Wenn es in einem Franchisesystem zwingend erforderlich ist, bestimmte Maschinen oder Betriebseinrichtungen anzuschaffen, der Hersteller aber selbst kein Leasing anbietet, bleibt ohnehin nur das Bankenleasing. Bei der Beschaffung eines Fahrzeuges ist die Entscheidung dagegen einfach, weil nahezu alle Autohersteller permanent ein großes Spektrum an Leasingangeboten haben. Durch Rabatte oder zu optimistisch geschätzte Preisentwicklungen auf dem Gebrauchtwagenmarkt werden die Leasing- raten einzelner Automodelle kurzzeitig extrem günstig gerechnet. Lassen Sie sich davon nicht blenden, denn bei Rückgabe des Fahrzeuges kann aus dem schadstoffarmen Vehikel schon längst ein Umweltmonster geworden sein. Deshalb sollte das Kilometerleasing, bei dem sämtliche Kosten über den gesamten Zeitraum des Leasings hinweg gut vorhersehbar bleiben, bevorzugt werden. Beim Kilometerleasing vereinbaren Sie mit dem Leasinggeber eine definierte Laufzeit und eine maximale Laufleistung in Kilometern. Solange Sie diese nicht deutlich überschreiten, fallen keine Zusatzkosten an. Das Restwertrisiko liegt damit beim Leasinggeber, was in letzter Zeit durch das Dieselchaos sogar einige namhafte Autohäuser in die Insolvenz getrieben hat. Inzwischen gibt es gut funktionierende digitale Plattformen, die gerade den großen Bereich Fahrzeugleasing transparent machen und Sie vor teuren Fehlentscheidungen bewahren. Eine spezielle Form des Leasings ist das sogenannte „Sale and Lease back“, das einer kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung dient. Der Leasingnehmer besitzt zum Beispiel ein Hotel, benötigt aber gleichzeitig Liquidität für eine umfassende Modernisierung, weil er sich einem Franchisesystem anschließt. Er verkauft die Immobilie an eine Leasinggesellschaft und schließt gleichzeitig dazu einen Leasingvertrag, der ihm die künftige Nutzung seines Hotels zusichert. Dem erzielten Verkaufserlös stehen jetzt die mittel- bis langfristigen Leasingraten auf der Kostenseite gegenüber. Bei dieser Form des Leasing ist auf jeden Fall eine qualifizierte Bewertung der Unternehmensstrategie notwendig – Sale und Lease back ist immer ein Maßanzug. Über deutlich kleinere Beträge sprechen wir dagegen beim „Small-Ticket-Leasing“, wobei es für diesen Begriff eigentlich keine genaue Definition gibt. Meist handelt es sich hier um Investitionsobjekte wie kleine IT-Netzwerke, medizinische Geräte oder spezielle Küchenmodule in der Gastronomie. Vorteile und Nachteile Die Vorteile des Leasings sind, bei passender Vertragsgestaltung, vielfältig. Sie wahren als Unternehmer Ihren finanziellen Spielraum bei Ihrer Hausbank, ein vereinbarter Kreditrahmen bleibt uneingeschränkt erhalten und wird durch die Leasinginvestition nicht in Anspruch genommen. Die Liquidität wird geschont, denn an Stelle eines einmalig höheren Liquiditätsabflusses findet ein kontinuierlicher niedrigerer Liquiditätsabfluss statt, der im Einklang mit den aus dem Wirtschaftsgut erwirtschafteten Erträgen steht. Dieser Effekt hat unter der Bezeichnung „Pay as you earn“ schon lange Einzug in die Betriebswirtschaftslehre gehalten. Leasingobjekte sind bilanzneutral und können somit die Eigenkapitalquote und das Rating des Unternehmens positiv beeinflussen. Durch feste monatliche Raten entsteht eine bessere Planungssicherheit und wer durch geleaste Maschinen und Geräte stets den neuesten Stand der Technik nutzt, optimiert in vielen Fällen auch die laufenden Betriebskosten. Oft erhält der Leasinggeber aufgrund von größeren Abnahmemengen bessere Einstandspreise – ähnlich wie bei Rahmenvereinbarungen in Franchisesystemen –, die für den Leasingnehmer in Form von günstigen Leasingkonditionen nützlich sind. Und wenn Leasing mit entsprechendem Service durch den Leasinggeber vereint ist, sparen Sie sich als Leasingnehmer Verwaltungsaufwand und haben ein weiteres Stück Kalkulationssicherheit. Natürlich gibt es auch Nachteile oder eventuelle Nachteile für den Leasingnehmer, die auf den ersten Blick kaum erkennbar sind. Zum Beispiel bei Streitigkeiten um die Themen Garantie und Gewährleistung macht das Dreiecksverhältnis Leasinggeber-Leasingnehmer-Hersteller die Situation komplizierter. Der Leasingnehmer muss im Zweifel Ansprüche gegen den Lieferanten oder Hersteller auf eigenes Risiko geltend machen, während eine Einstellung von Zahlungen an den Leasinggeber nicht möglich ist. Teuer wird es auch bei Verlust des Wirtschaftsguts während der Leasingvertragslaufzeit. Eine typische Situation ist der Totalschaden oder der Diebstahl eines Fahrzeuges. Die abgeschlossene Versicherung ersetzt zwar den Verlust zum Verkehrswert, der Leasingnehmer muss aber für die vorzeitige Beendigung des Leasingvertrages Gebühren und Schadensersatz zahlen. Es kann auch sein, dass der Buchwert des Fahrzeugs mit Totalschaden höher ist als der von der Versicherung ersetzte Verkehrswert. Die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und dem Leasingrestwert muss der Leasingnehmer auch wohl oder übel ausgleichen. Unerfreulich wird es auch bei komplexen Ausrüstungen, etwa der IT eines Unternehmens. Hier passen durch leasingfinanzierte Nach- und Aufrüstungen irgendwann die Laufzeiten der verschiedenen Leasingverträge aller Komponenten nicht mehr zusammen. Wenn dann die Entscheidung getroffen wird, die gesamte IT-Ausrüstung zu erneuern, entstehen entsprechende Kosten für die vorzeitige Beendigung der noch laufenden alten Leasingverträge. Fazit Wenn es um Investitionen im Unternehmen geht, sind die wirtschaftlichen und finanziellen Ausgangssituationen höchst unterschiedlich. Die Finanzierung durch Leasing setzt, ebenso wie die Finanzierung durch einen Kredit, eine entsprechende Bonität voraus – das andere ist Wunschdenken. Leasing als Finanzierungsalternative bietet dafür viele Möglichkeiten, die aber immer individuell bewertet werden müssen. Die Höhe der Leasingrate, steuerliche Auswirkungen, technische Aspekte und viele juristische Details im Leasingvertrag spielen dabei eine Rolle. Die Vorteile beim Leasing sind nicht von der Hand zu weisen. Aber wie bei jeder Finanzierung gilt auch hier: Das meiste Geld geht beim Bezahlen drauf.

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