franchiseERFOLGE Ausgabe 93 / Dez. 2019 - Feb. 2020

Unterstützung, damit beim Systemeintritt keine Fehler entstehen, die sich erst in den kommenden Jahren der Zusammenarbeit zeigen und zu Problemen unterschiedli- cher Art führen könnten. Gerade bei den Betriebsräumen sind neben den techni- schen Fragen auch vielfältige behördliche Vorgaben zu berücksichtigen, die zudem von Stadt zu Stadt teilweise recht unter- schiedlich sind. Zum Beispiel kann die güns- tig übernommene Fläche eines Einzelhänd- lers nicht einfach zum Gastronomiebetrieb umgestaltet werden, ohne vorher eine entsprechende Nutzungsänderung von der Stadt genehmigt bekommen zu haben. Die Konsequenz wäre schlicht und einfach eine behördliche Schließungsverfügung. Die Beantragung einer Nutzungsänderung ist fachlich anspruchsvoll – und wer hat schon einen Architekten in der eigenen Familie? Die Reservierungsvereinbarung ist daher in der Regel kostenpflichtig, denn es wer- den Ressourcen der Systemzentrale bean- sprucht, und es entstehen zudem Sach- kosten durch diese Unterstützung. Wenn der Franchisevertrag später tatsächlich geschlossen wird, wird die geleistete Re- servierungsgebühr mit der Einstiegsgebühr verrechnet. Für den Fall, dass der Interes- sent im Laufe der Vorbereitungsphase zum Systemeintritt von sich aus erklärt, keinen Franchisevertrag abschließen zu wollen, wird die Gebühr dagegen nicht erstattet. Das ist fair und auch logisch, denn die bis dahin vom Franchisegeber geleistete Unter- stützung hat Kosten verursacht. Für diejeni- gen, die das nicht akzeptieren, sei die Frage erlaubt: Was passiert, wenn Sie jemanden verklagen wollen und diese Absicht nach erfolgter anwaltlicher Beratung aufgeben? Richtig, Ihr Anwalt stellt seine Beratung selbstverständlich auch dann in Rechnung. Zeitplan zum Systemeintrritt Wenn alle Fragen zum Systemeintritt ge- klärt sind, der Standort gesichert und die Finanzierung durch die Bank bestätigt ist, kann der Franchisevertrag unterschrieben werden. Nach Ablauf der gesetzlichen Wi- derrufsfrist erfolgt nun die Detailplanung zur Einarbeitung und die gemeinsame Ab- stimmung der Arbeitsschritte bis zur Be- triebseröffnung mit einem möglichst kon- kreten Zeitplan. Die Betonung liegt dabei auf „konkret“, denn wenn die Eröffnung für den Tag X bereits regional beworben wird und sich potenzielle Kunden darauf einstel- len, muss der Countdown auch in jedem Fall eine Punktlandung sein. Der Franchise- geber begleitet die Phase bis zur Betriebs- eröffnung nach den Regeln eines professi- onellen Projektmanagements, um dies zu gewährleisten. Während Bauarbeiten und die Einrichtung des Standortes sichtbar sind, sind parallel viele Aufgaben zusätzlich zu bewältigen. Das betrifft die Einbindung in die Lieferlogistik, die Einrichtung des Kas- sensystems und der Homepage, die Aktivie- rung der regionalen Werbung einschließlich Social Media Präsenz und viele weitere Punkte. Ganz wesentlich und zudem zei- tintensiv ist die Einarbeitung und Schulung des Franchisenehmers und – soweit er- forderlich – seines Personals. Das passiert nicht am grünen Tisch in der Systemzentra- le, sondern in einem der eigenen Betriebe des Franchisegebers oder in ausgesuchten Betrieben von Franchisepartnern, soweit diese dafür zur Verfügung stehen. Aber selbst wenn die Schulung noch so gut war, die Routine im täglichen Betriebsablauf ist natürlich noch nicht vorhanden. Daher bie- tet die Systemzentrale meistens noch einen Vor-Ort-Support in den ersten Tagen nach der Betriebseröffnung. Fazit Nach dem Erstkontakt als Interessent zu einem Franchisesystem verläuft die Kom- munikation in Schritten, die sich im Laufe der Jahre grundsätzlich als logisch und hilf- reich erwiesen haben. Das gilt unabhängig davon, ob Sie mit der Systemzentrale direkt in Kontakt stehen oder ob ein externer Be- rater als Ansprechpartner eingebunden ist. Jeder Systembeitritt ist eine individuelle Herausforderung, die strukturiert organi- siert sein muss und bei der nichts irgendwo hinter einem „schwarzen Vorhang“ passiert. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit be- ginnt eigentlich schon in einer frühen Phase der Entscheidungsfindung. y

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