franchiseERFOLGE Ausgabe 93 / Dez. 2019 - Feb. 2020

15 Franchisenehmer keine nennenswerte In- vestition erbringen muss, sind deshalb feste Vertragslaufzeiten unabdingbar. Während einer solchen festen Vertragslaufzeit kann der Franchisevertrag nicht durch ordentli- che Kündigung beendet werden. Damit ist sichergestellt, dass der Franchisenehmer, solange er den Franchisevertrag einhält, gesichert berechtigt ist, den Systembetrieb fortzuführen. Wie lange eine solche feste Vertragslaufzeit sein sollte, ist individuell von dem Franchisesystem abhängig. Üblich sind feste Vertragslaufzeiten von fünf oder zehn Jahren. Vor allem im Bereich der Sys- temgastronomie mit hoher Investition sind sogar Vertragslaufzeiten von 20 Jahren zu finden. Wer als Franchisenehmer in ein Franchisesystem einsteigt, sollte den Fran- chisevertrag insbesondere auch im Hinblick auf die Vertragslaufzeit lesen. Gute Franchi- segeber gewähren ihren Franchisenehmern eine solche Sicherheit. Indiz Nr. 6: Gewisse unternehmerische Freiheiten des Franchisenehmers Trotz der Bindung an eine ganze Reihe ver- traglicher Vorgaben sind Franchisenehmer echte Unternehmer, die über ein gewisses Maß unternehmerischer Freiheit verfügen. Auch hier gilt, dass dies von Franchisesys- tem zu Franchisesystem unterschiedlich ist. Denn im Grunde besteht überall dort unter- nehmerische Freiheit, wo eine Bindung an Vorgaben und Richtlinien nicht vorgesehen ist. Der Grad der Bindung ist überwiegend von dem Geschäftskonzept abhängig: Vor allem in der Systemgastronomie ist eine stärkere Bindung notwendig, so dass dieser Umstand nicht gegen den Franchisegeber spricht. Gleichwohl: In fast jedem Franchi- sesystem steht dem Franchisenehmer die Personalhoheit uneingeschränkt zu. Er ent- scheidet allein, mit welchen Mitarbeitern er den Systembetrieb führt. Auch das Direk- tionsrecht eines Arbeitgebers steht dem Franchisenehmer uneingeschränkt zu. Dies beginnt bei der Einstellung und Gestaltung der Arbeitsverträge, geht über seine Verant- wortung für die Dienstpläne und reicht bis zur Beendigung von Arbeitsverhältnissen. Des Weiteren sind die Vertragsbeziehun- gen zu Banken und sonstigen Fremdkapital- gebern eine Angelegenheit des Franchise- nehmers, in die sich der gute Franchisegeber nicht einmischen wird, wobei Hilfestellun- gen seitens des Franchisegebers (z. B. die Vermittlung eines spezialisierten Unterneh- mensberaters) ein Qualitätsmerkmal sind. Viele Franchisesysteme lassen den Franchi- senehmer außerdem beim Marketing im Zu- sammenhang mit dem Systembetrieb (Local Store Marketing) einen Entscheidungsspiel- raum. Dabei versteht es sich von selbst, dass nicht jeder Systembetrieb eine eigene Werbekampagne entwerfen darf, weil da- durch die Marke verwässert oder beschä- digt werden könnte. Gute Franchisegeber bieten den Franchisenehmern ein größeres Portfolio aus unterschiedlichen Werbe- und Marketingmöglichkeiten, aus denen der Franchisenehmer auswählen kann. Es kann im Übrigen auch für die Betriebsausstattung gelten, die in vielen Franchisesystemen mo- dular angelegt ist, sodass der Franchiseneh- mer bei der Gestaltung seines Systembetrie- bes aus den Modulen auswählen und diese gegebenenfalls miteinander kombinieren kann. In vielen Franchisesystemen hat der Franchisenehmer außerdem maßgeblichen Einfluss auf das von ihm vor Ort geführte Sortiment. Selbstverständlich ist in fast al- len Fällen ein Kernsortiment ohne Abwei- chungen einzukaufen und zu vermarkten. Darüber hinaus kann der Franchisenehmer aus einem Zusatz- oder Ergänzungssorti- ment diejenigen Produkte auswählen, die er führen möchte bzw. denen er in seinem Marktumfeld die größten Chancen einräumt. Auf diese Weise können beispielsweise regi- onale Produkte geführt werden, um auf die Bedürfnisse der Kunden vor Ort einzugehen. Indiz Nr. 7: Karriere im System Gute Franchisegeber lassen außerdem eine Karriere des Franchisenehmers im Franchisesystem zu. Das kann beispiels- weise bedeuten, dass der Franchiseneh- mer einen zweiten und danach weitere Systembetriebe errichten und führen kann. Der Franchisenehmer kann auf diese Wei- se zu einem Filialisten werden, der einen regionalen Filialcluster führt. Zu diesem Zweck muss der Franchisenehmer eigene Filialleiter einstellen, trainieren, führen und anleiten. Die Tätigkeit wandelt sich dann zunehmend von einer Arbeit im Unterneh- men zu einer Tätigkeit am Unternehmen. Die damit verbundenen Investitionen und Fragen der Standortwahl gewähren dem Franchisenehmer eine sehr weitreichende unternehmerische Freiheit, von der ande- re Selbstständige, die weniger erfolgreich sind, nur träumen können. Wenn Sie bei Ih- rer Analyse des Franchisesystems, für das Sie sich interessieren, solche Möglichkeiten erkennen, ist das ein untrügliches Indiz für einen guten Franchisegeber. Zugleich ist es ein Indiz dafür, dass andere Franchiseneh- mer mit dem Geschäftskonzept unterneh- merisch erfolgreich sind. Letzteres sollte immer ein wichtiges Kriterium bei der Ent- scheidung sein. y Impressum Herausgeber/Chefredakteur: Martin Schäfer (V.i.S.d.P.) Verlag: UNTERNEHMERVERLAG Gemäß § 9 Abs. 4 des Landesmediengesetzes für Rheinland-Pfalz wird darauf hingewiesen, dass Inhaber des Verlages Martin Schäfer ist. Im Wingert 13, D-53424 Remagen Tel. +49 2228 912912-0 , Fax +49 2228 912912-10 info@unternehmerverlag.de www.unternehmerverlag.de Anzeigenleitung: Bettina Bauer, anzeigen@unternehmerverlag.de Titelbild: © stockphoto mania /shutterstock.com Fotosatz: Fotosatzstudio Bauer info@fotosatzstudio.de, ww w.fotosatzstudio.de Druck: Griebsch & Rochol Druck GmbH Gabelsbergerstraße 1, D-59069 Hamm Erscheinungsweise: vierteljährlich Nachdruck: Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses Verbot fällt insbesondere die gewerbliche Ver- vielfältigung per Kopie, die Aufnahme in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf CD-ROM. © UNTERNEHMERVERLAG Fremdbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider. Die Beiträge wurden sorgfältig recher- chiert. Eine Haftung ist dennoch ausgeschlossen – auch für telefonische Auskünfte. 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