franchiseERFOLGE - Dez. 2020-Feb. 2021

16 Rechtsanwalt Thomas Doeser: Studium der Rechts- und Wirt- schaftswissenschaften mit Schwerpunkten auf kooperativen Vertragsvertriebssystemen, Franchising, Licensing und inter- nationale Vertriebssysteme. Seit 1980 Partner einer international tätigen Unternehmensbe- ratung (BDU) mit Schwerpunkten in Nordamerika und Osteuro- pa mit der Spezialisierung auf die Konzeption und den Aufbau von Vertriebssystemen. 1980 Organisator des ersten Franchi- sekongresses in Deutschland sowie der ersten Franchisemes- se in Deutschland. Seit 1983 selbstständiger Rechtsanwalt in Tübingen Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer der E.F.LAW, der European Franchise Lawyers Association EEIG. Spezialgebiet Franchise- und Lizenzrecht sowie Strategieent- wicklung und Beratung von Mandanten beim Auf- und Ausbau von Vertriebssystemen im In- und Ausland. Aktiv auch im operativen Bereich im Rahmen von Interimsmanagement und Treuhandmanagement. Projektarbeit in ganz Europa, Nordamerika sowie in Russland und in China. Seit 1980 zahlreiche Veröffentlichungen und Fachbuchbeiträge unter anderem zum Thema Franchising, Strategie und Management. Regelmäßige Kolumnen in bekannten Wirtschafts- zeitschriften sowie umfangreiche Vortragstätigkeiten im In- und Ausland auf Fachmessen, bei IHK's sowie unter anderem beim Deutschen Franchiseinstitut oder bei der ESB (European School of Business) in Reutlingen. Mitglied der E.F.LAW (Europäische Franchiseanwaltsver- einigung) Bis 2019 seit über 38 Jahren Mitglied im Rechtsausschuß des Deutschen Franchise- verbandes, Mitglied beim Deutschen Fachjournalistenverband, 2000 bis 2016 Vorstandsvor- sitzender der Beratergruppe Strategie (EKS) e.V. und eine Vielzahl weiterer Aktivitäten und Mitgliedschaften im In- und Ausland. Kontakt: Rechtsanwalt Thomas Doeser Robert Gradmann Weg 1 · 72076 Tübingen · Tel. 07071 600630 · Telefax 07071 600345 E-Mail: tdoeser@t-online.de · w ww.franchiseanwalt.de Foto: © Gerhard Blank Der Autor Franchising in Corona-Zeiten Was Franchiseinteressenten jetzt bei der Prüfung von Franchiseangeboten beachten sollten Corona und die Folgen begleiten uns nun seit März 2020 und ein Ende ist kaum absehbar. Selbst wenn jetzt erste Impfstoffe zulassungsreif scheinen, werden die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sicher weiter wirken und erhebliche Auswirkungen auf die weltweiten Wirtschaftsentwicklungen zeigen. Das betrifft natürlich auch die Franchisewirtschaft mit Problemen bei Franchiseanbietern und deren Franchisenehmern. franchiseWISSEN. Dazu kommt, dass als eine Folge der Pan- demie eine stark steigende Zahl von Ar- beitslosen zu erwarten ist, was unter an- derem nach jahrzehntelanger Erfahrung zur Steigerung von Gründungsinteressen- ten führt. Für diese sind dabei systemge- stützte Gründungen durch Franchising be- sonders attraktiv, da vermeintlich sicherer. Doch das hat sich in der aktuellen Krise auch verändert mit der Folge, dass poten- zielle Franchiseinteressenten noch genau- er die Vielzahl der Franchiseangebote und deren Chancen und Risiken hinterfragen müssen. Das beginnt schon mit der Auswahl der Franchiseangebote und deren Märkte und Zielgruppen. So häufen sich gerade Pandemiebedingte Probleme bei Einzel- handelskonzepten, Gastronomie – und Hotelleriekonzepten, bei vielen Dienst- leistungs- und Schulungskonzepten sowie je nach Kundenkontakten bei fast allen sonstigen Franchisekonzepten. Unkalku- lierbare Lockdowns legen oft die kom- pletten Geschäftstätigkeiten lahm unter Ausfall von gesamten Umsatzpotenzialen bei weiter laufenden Betriebskosten. Die staatlich angekündigten Notfallhilfen kön- nen wenn überhaupt nur geringe Wirkun- gen für begrenzte Zeiträume entfalten. Eine längerfristige Geschäftsplanung ist für die betroffenen Wirtschaftskreise da- mit deutlich erschwert bis fast unmöglich. Wann und vor allem wie sich die Märkte entwickeln und auf welchem Niveau sich tangieren. Auch die Auswirkungen der Verlagerung vieler Tätigkeiten in den vir- tuellen Raum ins Internet wird langfristige Änderungen im Verhalten von Zielgruppen und Kunden von Franchiseanbietern haben, die es zu beobachten gilt. Das führt dazu, dass man sich als Franchi- seinteressent diesen Entwicklungen nicht entziehen kann und dass dies bei der Ent- scheidung für den Beitritt in ein Franchise- system zu weiteren Fragen Anlass gibt. Die sogenannten vorvertraglichen Aufklärungs- pflichten eines Franchiseanbieters sind sehr umfangreich. Jeder Franchiseanbieter ist verpflichtet, die Fragen von Franchiseinter- essenten wahrheitsgemäß zu beantworten zur Vermeidung etwaiger Haftung wegen falscher Auskünfte. Daher ist es nur recht und billig, wenn man in der aktuellen Pan- demie einem Franchiseanbieter auch weite- re Fragen stellt: › Wie wirkt sich die Pandemie zum Beispiel auf dessen Franchisekonzept, dessen Franchisenehmer und Kunden aus und wie geht das System partnerschaftlich damit um? wieder stabilisieren, kann aktuell niemand seriös vorhersagen. Es sind sicher deutli- che Änderungen im Verbraucherverhal- ten zu erwarten und damit verbunden neue Geschäftsmodelle, welche auch die Märkte von aktuellen Franchisekonzepten betreffen werden. Man denke dabei zum Beispiel an die vielen Onlineplattformen, die ganze Einzelhandelskonzepte massiv Foto: © Gerd Altmann/Pixabay

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