franchiseERFOLGE - Dez. 2020-Feb. 2021

17 › Welche Geschäftsplanungen wären ak- tuell für einen Franchisepartner möglich? ›  Gibt es Systemlieferanten, von denen der Erfolg eines Franchisebetriebes abhängt und können diese noch zuverlässig lie- fern? ›  Gibt es Bezugsbindungen von Vertrags- waren, die gefährdet sein können? Bei Standortgebundenen Systemen spie- len Fragen zum Mietrecht aktuell eine erhebliche Rolle. Zwar gibt es aufgrund des Corona-Abmilderungsgesetzes vom 1. April 2020 etwa bei Mietrückständen eine zeitlich begrenzte Aussetzung des Kündi- gungsrechts durch den Vermieter. Trotz- dem muss die Miete dann später bezahlt werden. Die Mietzahlungspflicht bleibt bestehen, was aktuelle Urteile schon be- stätigen. Auch Darlehensverträge und Zahlungsrück- stände bei Dauerschuldverhältnissen wer- den in diesem Gesetz unter bestimmten Voraussetzungen geregelt, allerdings nicht ausgeschlossen. Bei länger laufenden Franchiseverträgen werden unter anderem auch Franchise- gebühren geregelt, von der Einstiegsge- bühr über laufende (oft umsatzbezogene) Gebühren bis zu weiteren Gebühren wie Werbegebühren, Dienstleistungsgebüh- ren für die IT etc.. Diese Gebühren un- terliegen kaum dem Sondergesetz vom 1. April 2020 und führen damit nicht zu ei- nem Leistungsverweigerungsrecht eines Franchisenehmers, wenn er seinen Be- trieb in einem Lockdown zumachen muss. Der Franchisenehmer ist selbstständiger Unternehmer und hat das Franchisekon- zept seines Franchisegebers auf eigenes Risiko umzusetzen. Hier sollte man in der aktuellen Lage ganz konkret hinterfragen, wie diese unvorhersehbaren Risiken einer Pandemie zwischen den Franchiseunter- nehmern verteilt werden. Auch wäre zu hinterfragen, ob Franchisegeber eigene Hilfsmaßnahmen entwickelt haben, und wie diese in der aktuellen Situation aus- sehen und wirken, insbesondere bei ei- ner Franchisegründung in der nächsten Zeit. Das gilt auch für weitere Fragen für das Betreiben eines Franchisebetriebes in Corona-Zeiten, etwa arbeitsrechtliche und auch steuerrechtliche Fragen, welche man bei einem Franchiseanbieter ebenfalls the- matisieren sollte. Trotz all dieser neuen Probleme im Zusam- menhang mit Corona sollte man sich nicht entmutigen lassen bei der Planung einer eigenen Selbstständigkeit. Franchising ist dabei als partnerschaftliches System im- mer wert geprüft zu werden, da alle dar- an Beteiligten an einem Strang ziehen und ein für alle rentables Geschäftsmodell an- streben. Dass man sich auf die Zeit nach Corona auf neue und/oder angepasste Ge- schäftsmodelle einstellen muss, liegt auf der Hand. Nach Corona ist vor Corona! Aber Risiken sind eben auch Chancen, die es bei reiflicher Überlegungen doch vertieft zu prüfen gilt. y

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