franchiseERFOLGE Dez. 2021-März 2022

No 101 20. Jahrgang Dez. 2021–März 2022 Deutschland 3,90 € Österreich 4,50 € Ausgabe unter www.franchise-erfolge.de kostenlos downloaden! ZEITEN WENDE

Willkommen beim BFW Die neu gegründete Bundesvereinigung der Franchisewirtschaft ist die Gemeinschaft aller am Franchising interessierten Unternehmen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien. Unter dem Dach des BDS – Bund der Selbständigen, der seit 1874 die Heimat des Mittelstandes ist – findet nun auch die Franchisewirtschaft ihr eigenes Erfolgsnetzwerk – die Bundesvereinigung der Franchisewirtschaft. Sie haben Interesse an starken Geschäftspartnern, Kooperationen, Entwicklung/Erweiterung Ihres Geschäftes und/oder Ihres Geschäftsmodells? Sie planen Unternehmensgründung oder wollen expandieren? Sie suchen regional, national oder international nach neuen Standorten, Austausch, Know-how, Innovation und Zusammenarbeit? Als BFWMitglied profitieren Sie von ● dem direkten Kontakt zu den Mitgliedern der Region ● dem Bündeln gemeinsamer Interessen ● kostenfreier allgemeiner juristischer Beratung ● gemeinsamen regionalen und nationalen Veranstaltungen ● der Initiative zur betriebsübergreifenden Weiterbildung von Mitarbeitern Lernen Sie die Bundesvereinigung der Franchisewirtschaft JETZT kennen Mitglied werden Information und Mitgliedsantrag unter bfw-franchise.eu Jahresbeitrag für Mitgliedschaft nur Euro 190.–

Carl‘s Jr. neues Mitglied im Deutschen Franchiseverband Der Deutsche Franchiseverband ist um ein Mitglied reicher: Die internationale Quickservice- Restaurantkette Carl‘s Jr., bekannt für seine kultigen Burger vom Holzkohlegrill, sucht nach einem Partner für seine Expansion nach Deutschland. Mutterkonzern ist CKE Restaurants, das mit über 3.800 internationalen Restaurants in 40 Märkten weltweit vertreten ist. Die Pläne sehen vor, diese Zahl in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln. Mit bereits 79 Restaurants in Frankreich, Spanien, Dänemark, der Türkei und Russland ist man über ein starkes Team vor Ort gut aufgestellt. „Wir sind dem Deutschen Franchiseverband beigetreten, um unser Wachstum in ganz Europa zu beschleunigen, wobei wir einen besonderen Fokus auf den deutschen Markt legen“, erklärt Tim Lowther, General Manager EMEA bei Carl‘s Jr. Der für die Markeneinführung verantwortliche Manager sucht derzeit nach einem Master Franchisenehmer. Hierzulande soll der Deutsche Franchiseverband beim Aufbau eines regionalen Netzwerks helfen. Das Besondere an Carl’s Jr ist, dass die Burgerkette in seinen Schnellrestaurants das Geschmackserlebnis mit California Lifestyle und neuester Technologie kombiniert. Kunden wird der Bestellprozess so einfach wie möglich gemacht, sei es über eine App, einen Chatbot, soziale Medien oder eine direkte Lieferung. Im coolen Design eingerichtet, bieten die Restaurants eine Tischbedienung – neben Drive-in oder Takeaway. Zielgruppe sind die jüngere Generation und Junggebliebene, wodurch die Burgerkette eine einzigartige Position am QuickserviceRestaurant-Markt einnimmt. Aber auch beim Geschmack geht Carl’s Jr. neue Wege und kombiniert in seinen hochwertigen Burgern unerwartet Zutaten – von der Sauce bis hin zu den Toppings. Auf der Speisekarte sind unter anderem Hand-Breaded Chicken Sandwiches & Tenders™ oder Hand-Scooped Milkshakes zu finden. Das Innovationsteam entwickelt ständig neue und erschwingliche Menüs, die der Tradition von Carl’s Jr. entsprechen und regional angepasst sind. Für Investoren eine interessante Option zumal die Marke über die Ressourcen eines Großunternehmens verfügt, gleichzeitig aber agil wie ein Start-up ist. Engagierte Support-Teams in der Region, effiziente Lieferkettensysteme für schnelles Wachstum und ein erstklassiges, skalierbares operatives System stehen bereit – alles gestützt auf detaillierte Daten und Insights. Anzeige 3 liebe Leser*innen, darf es nicht geben. Das zeigen die Pandemie, die Flutkatastrophe als Folge des Klimawandels ebenso wie die Flüchtlingsströme und die hohe Staatsverschuldung. Ein Ruck muss durch unser Land gehen, so wie es einst Altbundespräsident Roman Herzog sagte – doch diesmal ist ein Umdenken erforderlich, eine Zeitenwende! Wir stoßen in unserer Gesellschaft zunehmend an Grenzen. Schier unendliche Diskussionsrunden, teilweise ein komplettes Versagen der Verantwortlichen, eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft, das Abdr if ten ganzer Gruppen in Parallelwelten zeigen dies deutlich. Es kommen Fragen existentieller Art auf und die wichtigen Antworten, die richtigen Konzepte sowie der notwendige gesellschaftliche Konsens fehlen. Ein Franchisenetzwerk würde kollabieren, wenn dort in dieser Form entschieden und gehandelt würde. Natürlich ist eine Gesellschaft kein Franchisesystem, aber sie ist ebenfalls ein Netzwerk von Individuen und Gruppen und auch hier müssen Regeln des Miteinanders und ein gemeinsames Wertesystem existieren und gelebt werden. Können Erfolgskriterien des Franchisings hier Denkanstöße geben? Es gibt neben einem erprobten Geschäftskonzept drei weitere wesentliche Kriterien für den Erfolg von Franchisesystemen: 1. Grenzen individueller Freiheiten. Alle Franchisepartner*innen wissen, dass unternehmerische Freiheiten ihre Beschränkung dann finden, wenn es um das Ganze geht, die Einhaltung des gemeinsamen Markenauftritts, die Qualität des Angebots und das Markenerlebnis für die Kunden. Jede Abweichung davon durch individuelle Alleingänge würde die Franchisemarke schädigen, das Netzwerk belasten und die unternehmerische Existenz aller im System gefährden. Damit dies nicht geschieht, gibt es in einem Franchisesystem Regeln und Pflichten von Anfang an. 2. Eine funktionierende Systemzentrale. In guten wie in schwierigen Zeiten hat die Franchisesystemzentrale unter anderem die Aufgaben, die Partner*innen vor Ort zu unterstützen, auf die Einhaltung der Regeln zu achten, die Franchisemarke weiterzuentwickeln und an sich verändernde Marktbedingungen anzupassen. Insbesondere in Krisen leistet die Systemzentrale wichtige Hilfen für die Franchisenehmer*innen. 3. Klare Partnerprofile und Kriterien der Mitarbeiterauswahl . Alle Franchisenehmer* innen, aber auch die Mitarbeiter*innen in den Systembetrieben müssen bestimmte Kriterien erfüllen und bereit sein, das Wertesystem und den Verhaltenskodex des Systems zu akzeptieren und zu leben. Würde man seitens der Systemzentrale und seitens der Partnerbetriebe hierauf nicht achten, dann wäre ein Scheitern vorprogrammiert. Die Geschichte zeigt, dass auch Gesellschaften und Staaten scheitern können, wenn ein Umdenken bei sich verändernden Rahmenbedingungen nicht gelingt, wenn ein Miteinander nach bestimmten Regeln nicht mehr funktioniert und das Vertrauen in die Politik und die Regierenden schwindet . In diesem Bewusstsein sollten wir alle uns am aktuell notwendigen Veränderungsprozess beteiligen, nicht nur umdenken lernen, sondern auch bereit sein, überholte Gewohnheiten abzulegen und Verhaltensweisen, wie sie früher einmal richtig waren, in Frage zu stellen. Vor allem aber müssen wir unsere Gesellschaft und unser Wertesystem vor denen schützen, die sie ablehnen, gar abschaffen wollen. Die Natur hat uns gezeigt, dass nichts selbstverständlich und nichts unzerstörbar ist. Ihr Martin Schäfer Verleger Ein „Weiter so“, Foto: © Christian Höhler franchiseEDITORIAL.

Foto: © Roland Unger/MFV Foto: © Roland Unger/MFV 4 franchiseEDITORIAL. Ein „Weiter so“, … 3 franchiseMagazin. Der Deutsche Unternehmer Benchmarkday 2021 5 franchiseEXPERTEN. Ärzte und Franchising – viel ungenutztes Potenzial 6 franchiseWISSEN. Entwicklungskosten für Franchisekonzepte sind hoch 10 franchiseINHALT. franchiseMAGAZIN. FranchiseExpo 2021: Lebendige Franchiseszene in Frankfurt 12 franchiseMAGAZIN. Trend zu regionalen flexiblen Arbeitsplatzlösungen 13 franchiseMAGAZIN. FranchiseExpo 2021: Lebendige Franchiseszene in Frankfurt 21 Foto: © Gazosa Monti AG franchiseSCHWEIZ. Eine „Pionier-Limo“ neu aufgelegt! 16 franchiseWISSEN. Mikromezzaninkapital als Ergänzung für Ihre Finanzierung 14 Steuertipp Betriebliche Altersvorsorge: Arbeitgeber müssen auch für Altverträge Zuschuss zur Entgeltumwandlung zahlen 15 Franchisepartner Oliver Bossmann in Neuss Marco Spindler, Steuerberater Foto: © Felix Will Fotografie franchiseSCHWEIZ. „Traditionen sind gefragt“ 16 Interview mit Roberto C. Feusi, Gazosa Monti AG 16 franchiseÖSTERREICH. Vertikal-GVO Neu – Änderungen ab Mai 2022? 18 Impressum 18

5 MESSE DRESDEN 21.–23. Jan. 2022 Fr. 9 – 17 Uhr, Sa./So. 10 – 17Uhr www.messe-karrierestart.de Die Bildungs-, Job- und Gründermesse in Sachsen Schwerpunktthemen  Existenzgründung  Selbstständigkeit  Franchise  Unternehmens- entwicklung  Fachkräfte/Personal  Aus- und Weiterbildung ORTEC Messe und Kongress GmbH karrierestart@ortec.de · www.ortec.de UNTERNEHMEN ZERTIFIZIERTES Karten online kaufen! Jetzt die kostenlose App laden. Der Deutsche Unternehmer Benchmarkday 2021 Endlich wieder Netzwerken, Face-to-Face Kontakte und spannende Einblicke in die Konzepte, den Alltag und die Strategien erfolgreicher Franchisesysteme – das alles bot der Deutsche Unternehmer Benchmarkday am 14. Oktober 2021 in Dreieich bei Frankfurt am Main. franchiseMAGAZIN. Aus dem Teilnehmerkreis kamen besonders die Worte „Der Benchmarkday ist nun fast schon Franchisetradition“, denn bereits zum dritten Mal lud die Business Community gemeinsam mit der Bundesvereinigung der Franchisewirtschaft rund 80 Unternehmer, Manager und Investoren der Franchisebranche in die area3 der MHK Group ein, um Erfahrungen auszutauschen, Impulse zu gewinnen und von den Besten zu Lernen. Auch in diesem Jahr profitierten alle Teilnehmer von einem breitgefächerten Programm mit Vorträgen von Franchisegebern, -partnern oder -managern bekannter Franchisesysteme wie PROMEDICA Plus, Triumph International, Peter Pane oder ACADEMY Fahrschulen. Zudem begeisterte TOP 100 Speaker, CEO und Start-up Investor Gerold Wolfarth. Abgerundet wurde die Veranstaltung von einem Innovation Panel mit den Gründern der erfolgreichen Start-Up’s Smoothr, uRyde und sizzly, sowie einem Open Space Workshop und dem Business Forum inklusive Netzwerkpausen. Zum Auftakt begeisterte Peter Blassnigg, Geschäftsführer PROMEDICA Plus, welcher über die „Farmer und Hunter“ Mentalität, sowie die drei FTs eines erfolgreiches Franchisesystems referierte. Besonders aus den ehrlichen Einblicken in Learnings, Herausforderungen und Vorgehensweisen als Franchisegeber konnte jeder etwas für sich mitnehmen. Anschließend drehte sich alles um das Mega-Thema Nachhaltigkeit. Gerold Wolfarth, CEO bk Group AG und Top Speaker, überzeugte mit der Botschaft aus seiner Key-Note „MACH ES EINFACH“. Nachhaltigkeit ist DER Megatrend der Zukunft und jeder von uns kann Ideen für mehr Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen fördern, wie Ermittlung des CO2 Fußabdruckes, Umstellung auf den Elektro-Fuhrpark oder den Mitarbeiter mit dem niedrigsten Verbrauch pro Km zu küren. „Wenn Macher auf Macher treffen, kommt in der Regel Erfolg heraus“ – Auf der einen Seite die etablierten kleinen und mittelständischen Unternehmen und auf der anderen engagierte und innovative Start-Up’s. Das war der Background des Innovation Panels, welcher von einem dynamischen Austausch zwischen dem Publikum, Hartmut Eisele – BFW Vorstandsmitglied und Senior Key Account Manager VR Payment – und den Start-Up Gründern Raphael Büdel (sizzly), Malte Andree (uRyde) und Sead Berisha (Smoothr) geprägt war. Die VR Payment GmbH, ein Unternehmen der DZ BANKGruppe, kooperiert mit diesen innovativen und erfolgreichen Start-Up’s und sichert sich technologischen Vorsprung durch das Zusammenspiel von Digitalisierung und Innovation. Vor der Mittagspause stand ein echter Kenner des Gastro-Franchisings auf der Benchmarkday-Bühne. Rainer Pastätter war 30 Jahre lang als Director die rechte Hand von Europas größtem McDonald’s Franchisenehmer Michael Heinritzi . Heute ist er selbst Franchiseunternehmer und seit 2016 Systempartner von Peter Pane. Unter dem Motto „McDonald's, Pionier in der Systemgastronomie - Peter Pane, die Zukunft der Markengastronomie“ gab er tiefe Einblicke in die Geschichte von McDonald‘s und zeigte auf, wieso Konzepte wie Peter Pane die neuen „Heroes“ der Markengastronomie sind. Geballtes Know-how bot ebenso Ralph Pfisterer mit Momentaufnahmen aus seinem Alltag als European Franchise Development Manager bei der Triumph International GmbH. Mit „New Normal just ahead“ ging er auf Veränderungen, Herausforderungen und neue Trendfelder im Retail ein. Ein wesentlicher Aspekt hierzu, die evolutionäre Entwicklung der Branche vom Konkurrenzdenken zur Netzwerkökonomie „Coopetition“. „Der letzte Eindruck ist der, der bleibt“ – Timo Oswald, Team Leader Franchise Academy Holding GmbH, rundete den Benchmarkday mit seinem Vortrag „Road to No.1“ perfekt ab. Er ging darauf ein, welche Motivation ein erfolgreicher und bestehender Fahrschulunternehmer hat, sich unter das ACADEMY Logo zu stellen. ACADEMY sieht sich als ein zusätzlichen Mitarbeiter der Fahrschulen, welcher seine Partner mit Rundum-Betreuung begleitet und somit deren Erfolg nachhaltig fördert. Der 3. Deutsche Unternehmer Benchmarkday begeisterte wieder alle Teilnehmer und wurde somit erneut zu einem herausragenden „Highlight in jedem Kalender“. Am 13. Oktober 2022 öffnet die area3 in Dreieich erneut ihre Pforten für den Deutschen Unternehmer Benchmarkday 2022.

6 Die Rahmenbedingungen Ein Blick auf die Rahmenbedingungen ist hilfreich, denn Corona hat uns leider dramatisch vor Augen geführt, wie es um das Gesundheitswesen bestellt ist und wo die Grenzen des Machbaren sind. Fast jeder von uns hat dies im Laufe der Pandemie in unterschiedlichen Situationen erfahren. Franchising in Arztpraxen und Kliniken hätte vermutlich auch nicht alle Organisations- und Kapazitätsprobleme klein gehalten. Aber vielleicht ist der Zeitpunkt gut, darüber nachzudenken, wie das Gesundheitswesen insgesamt moderner und effektiver organisiert werden kann. Der Status Quo ist nicht mehr finanzierbar, die wirtschaftliche Realität wird sichtbar. Das Paradoxe dabei: Geld für das Gesundheitswesen steht reichlich zur Verfügung. Es ist eines der teuersten der Welt, trotzdem leben die Menschen hier nicht länger als in vergleichbaren Industriestaaten. Gigantische Fehlsteuerungen, falsche Anreize und Verschwendung, Über-, Unter- und Fehlversorgung der Patienten existieren nebeneinander. Verursacht durch die parteiübergreifende Reformunfähigkeit der Politik. Wenig verwunderlich, denn die Lobbyarbeit gegenüber den Entscheidungsträgern funktioniert bestens, die Grenze zur Korruption verschwimmt hin und wieder im Nebel vielfältiger Zuständigkeitsebenen. Die Gesundheitsversorgung hat sich in den vergangenen Jahren nach Ansicht vieler Patienten verschlechtert. Krankenhausbetten, Ärztedichte oder Medikamentenbedarf werden detailliert geplant und vorgegeben. Die Ärzte selbst kämpfen mit Abrechnungsziffern, Honorardeckel, Punktwerten, Hebesätzen und Fallpauschalen. Tatsächlich ist das Gesundheitswesen mit seiner Bürokratie dem Sozialismus alter Schule näher als einer modernen, vom Wettbewerb geprägten Wirtschaft. Franchisesysteme für Arztpraxen – Verbesserungen auf allen Ebenen Während die Fitnessbranche und die Altenpflege modernes Franchising längst erfolgreich umsetzen, bleibt viel Potenzial bei Arztpraxen ungenutzt. Dabei ergeben sich auch hier für alle Beteiligten enorme Vorteile. Ärzte können die Erfahrung des Franchisenetzwerks nutzen und sich auf ihre medizinische Kompetenz konzentrieren. Eine optimierte Praxisorganisation, zertifizierte Behandlungsprozesse auf Grundlage etablierter Leitlinien und eine glaubwürdige Qualitätssicherung sind wesentliche Merkmale. Neben dem Arzt selbst arbeitet auch nichtärztliches Fachpersonal in der Praxis. Diese Assistenzleistungen werden vom Patienten nicht nur durch die rein medizinisch bedingte Begleitung, sondern auch durch Freundlichkeit, Kommunikation und Terminservice als Behandlungsqualität wahrgenommen. Franchising ist geeignet, durch optimierte Arbeitsabläufe, die Qualität der Materialausstattung und durch die personelle Qualifikation eine Verbesserung der Behandlungsqualität zu erreichen. Dazu kommt die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit. Das fachliche Niveau deutscher Ärzte ist erstklassig, die Finanzierung wird aber zunehmend schwieriger. Es besteht die GeWir sind Markenbotschafter Düsseldorf Das stimmt auf jeden Fall, und zwar nicht nur dann, wenn man Schokolade isst, sondern wenn man seine Arbeit und Leidenschaft mit Schokolade verbindet! Seit Herbst 2019 sind wir ein Teil des LEONIDAS-Teams und sind sehr glücklich darüber! Wir haben den ersten LEONIDAS Chocolate & Café in Düsseldorf eröffnet und bringen somit die echte und feinste traditionelle belgische Schokolade in die Hauptstadt des Landes NRW rein! Die Zusammenarbeit mit “LEONIDAS“ ist nicht nur ein Geschäft oder eine Partnerschaft. Sie erinnert uns mehr an die familiären Begegnungen guter alter Lebensfreude. Unsere Entscheidung eine LEONIDAS-Boutique in Düsseldorf zu eröffnen, bereuen wir bis heute nicht, im Gegenteil! Einen besseren Franchisepartner mit ausführlicher Unterstützung und vorallem enger Begleitung vom gesamten LEONIDAS-Team, kann man nicht finden. Es ist immer Verlass. Wir sind glücklich ein Teil der LEONIDAS-Familie sein zu dürfen. „Schokolade macht glücklich !“ German Vladimirsky und Samanta Ginesina Sie sind interessiert? Dann fordern sie noch heute unverbindlich weitere Informationen zu Leonidas Confiserie-Konzept an: Olga Mathius – Sales Manager Deutschland E-mail: oma@leonidas.be Mobil: +32 47247 46 09 www.leonidas.com LE_199_117x133_Testimonial_Dusseldorf_DE_01.indd 1 04/02/2021 10:07 franchiseEXPERTEN. Ärzte und Franchising – viel ungenutztes Potenzial Das Gesundheitswesen in Deutschland generiert über eine Milliarde Euro Umsatz – pro Tag! Aber es ist wie ein Dschungel in unserer Volkswirtschaft. Bürokratie und Ineffizienz auf höchstem Niveau, teure Verwaltungen bei Krankenkassen und im Klinikbetrieb, bestens bezahlte Funktionäre in Armeestärke. Was eine Behandlung kostet, oder ob sie tatsächlich nötig war, interessiert nicht. Egal ob Notarzteinsatz beim Komasäufer oder die Folgen der verpfuschten Schönheitsoperation. Der einzelne Versicherte wird für die Folgen seiner Lebensführung nicht in die Pflicht genommen. Chipkarte vorlegen und die Solidargemeinschaft zahlt.

Erfolg mit Rezept Werden Sie jetzt Franchise-Partner Infos zu dem Pizza-Erfolgskonzept aus Hamburg unter mundfein.de/franchise bald 40 x in Deutschland Podcast-Interview mit André Uffmann fahr, dass es künftig nur noch um niedrige Kosten und weniger um die Qualität in der Behandlung geht. Die Verbesserung der Behandlungsqualität und der Wirtschaftlichkeit lassen sich aber miteinander verknüpfen. Qualitätsstandards bei ärztlichen Leistungen festzulegen, gestaltet sich naturgemäß nicht einfach. Die Einhaltung vereinbarter Qualitätsstandards zu überprüfen, ist dagegen organisierbar. Dafür ist ein zentrales Durchgriffsrecht nötig, das es ermöglicht, bei Nichterfüllung der vereinbarten Standards Sanktionen zu ergreifen. Idealerweise lässt sich dies über ein Franchisesystem erreichen. Der Arzt bleibt in seiner fachlichen Praxisführung frei und individuell, wird jedoch durch den Franchisevertrag auf Qualitätsstandards verpflichtet, ergänzt durch Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten. Ganz salopp gesagt, ist das auch bei jedem System im Handwerksbereich so. Niedergelassene Ärzte benötigen für den wirtschaftlichen Erfolg das Vertrauen ihrer Patienten und eine optimal ausgestattete Praxis. Hilfreich können da Systempraxen für Ärzte als besondere Franchisevariante sein, die niederlassungswilligen Ärzten bei ihrem Vorhaben eine Praxis neu zu gründen oder zu übernehmen Vorteile bieten. Praxisgründer erhalten eine Komplettlösung aus einer Hand, mit besseren finanziellen Konditionen bei den Investitionen durch Rahmenvereinbarungen. Die laufende Betreuung durch Auslagerung kaufmännischer und administrativer Aufgaben zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Praxen entspricht dann dem franchisetypischen Systemmanagement. Betriebsvergleiche, interne Praxisanalysen oder Hilfen zur Erhöhung der Patientenzufriedenheit sind ebenfalls typische Leistungen, Einkaufsvorteile für den laufenden Praxisbetrieb sowieso. Der Mediziner lernt im Studium wenig unternehmerische Themen kennen. Deshalb ist es als niedergelassener Arzt umso wichtiger, für diese Aufgaben einen kompetenten Partner an der Seite zu haben. Ein Franchisekonzept für Ärzte bietet eine optimierte Praxisorganisation, zertifizierte Behandlungsprozesse und eine glaubwürdige Qualitätssicherung, ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal . Ärztliche Leistungen sind immateriell, können nicht auf Vorrat produziert werden und das Ergebnis der Leistung kann nur schwer vom Leistenden getrennt werden. Die Vermarktung standardisierter Leistungen im Rahmen eines Franchisesystems entspricht dem Grundgedanken des Markenartikels und bietet die Chance zur positiven Profilierung. Dazu kommt eine systematische Patientenkommunikation. Als Marke im Außenauftritt, als Erscheinungsbild der regionalen Praxis sowie in der Kommunikation über Social Media und Visualisierungshilfen. Der Wert liegt in den Behandlungsabläufen und dem Patientenstamm. Die Einhaltung des Gebots der eigenverantwortlichen, freiberuflichen Tätigkeit des Arztes und die Beachtung der berufsrechtlich gezogenen Grenzen werden durch das Franchisekonzept nicht gefährdet und auch nicht das Festhalten am Grundsatz der persönlichen Leistungserbringung. Wesentliche Fragen dazu sind rechtlich schon weitgehend geklärt, teilweise sogar durch BGH-Urteile. Insbesondere in den ländlichen Räumen ist die medizinische Unterversorgung inzwischen ein reales Problem und dramatisch sichtbar. Teilweise werden von den betroffenen Kommunen Ansiedlungsprämien für junge Ärzte angeboten oder eine Bevorzugung bei der Beschaffung von Bauland und andere Annehmlichkeiten. Franchisekonzepte für schlüsselfertige Praxen könnten eine interessante Alternative für Ärzte sein und die Arbeit als Landarzt attraktiver machen. Darüber hinaus wäre es möglich, dem Landarzt über den Franchisegeber modernste Möglichkeiten zu eröffnen, um den Nachteil der Entfernungen zu Spezialisten oder Kliniken zu überbrücken. Telemedizin und leistungsstarke digitale Lösungen in Netzwerken schaffen effektive Nutzungsoptionen und können Standortnachteile kompensieren. Wichtige und

8 hilfreiche Untersuchungen können bei Bedarf schneller erfolgen. Wenn der Patient in eine Klinik verlegt werden muss, sind bereits sämtliche Bilddateien per Mausklick dorthin übermittelt worden. Zeitraubende und zum Teil teure Doppeluntersuchungen werden vermieden. Besonders in Situationen wie der Akutversorgung von Schlaganfällen und Herzproblemen erhöhen diese Möglichkeiten die Chancen für den weiteren Lebensweg des Patienten ganz entscheidend. Deshalb ist es sicher kein Zufall, dass bundesweit bereits zahlreiche Neurologen in Netzwerken kooperieren. Die Zeiten, wo der Patient seine Röntgenbilder und Arztbriefe in großen braunen Umschlägen bei der Verlegung mit sich führt, sollte allmählich vorbei sein. Das tatsächliche Nutzungspotenzial hinkt aber teilweise auf Grund des Datenschutzes weit hinter seinen technischen Möglichkeiten her. Die BGH-Entscheidung der TruDent AG – ein Meilenstein für Franchisesysteme Ärzte, die in direktem Kontakt zu ihren Patienten stehen, sind auch grundsätzlich geeignet, als Franchisesystem aufzutreten. Laborärzte, Anästhesisten, Radiologen und einige andere Spezialisten dagegen eher nicht. Bei Franchisesystemen für Ärzte muss strikt beachtet werden, dass ärztliche Leistungen besonderen gesetzlichen Rahmenbedingungen unterliegen. Die Werbemöglichkeiten werden durch die Berufsordnungen und das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) eingeschränkt. Ein stark vermintes Gelände, wie folgendes Beispiel zeigen soll. Im Jahr 2000 betrat mit dem Konzept TruDent (zu Beginn noch unter dem Namen Mac Dent) ein Franchisesystem für Zahnärzte den Markt, das sich recht schnell zum Marktführer in der Zahnheilkunde entwickelte. Aus persönlichen Gründen des Initiators und Hauptaktionärs wurde die TruDent AG als Franchisegebergesellschaft allerdings in 2019 aufgelöst . Das System bewies eindrucksvoll, dass die Vorteile nicht nur in der Theorie, sondern tatsächlich auch in der Praxis funktionieren. Aber es lag in der Natur der Sache, dass ein solcher Leuchtturm nicht nur das Interesse von Patienten auf sich zieht, sondern auch von Wettbewerbshütern und Interessenverbänden. Da ich persönlich viele Jahre als Vorstand in die TruDent AG eingebunden war, hatte ich permanent mit Prozessen zu tun. Aus denen gingen wir, bis auf ein paar Schrammen, letztlich stets als Gewinner hervor – nervig war es zeitweise trotzdem. Ärzten und Zahnärzten sind sachliche Informationen über die Berufstätigkeit gestattet, berufswidrige Werbung hingegen ist untersagt. Nach den Regelungen des UWG ist insbesondere eine anpreisende, irreführende, herabsetzende oder vergleichende Werbung als berufswidrig anzusehen. Weiterhin darf der Zahnarzt eine berufswidrige Werbung durch Dritte weder veranlassen noch dulden. Führt er berufswidrige Werbung durch oder veranlasst er die Durchführung durch einen Dritten, so stellt dies eine unlautere und damit unzulässige geschäftliche Handlung nach dem UWG dar. Der Franchisegeber dürfte also keine überregionale Werbung für das Franchisesystem machen. TruDent war ein Konzept zur Qualitätssicherung und zum Marketing für Zahnarztpraxen. Patienten bekamen sechs Jahre Garantie auf Zahnersatz oder Zuschuss für die Prophylaxe von ihrer Krankenkasse. Als Franchisegeber vergaben wir an die angeschlossenen Zahnarztpraxen nach erfolgter Qualitätsprüfung ein Qualitätssiegel („TruDent – Geprüfte Qualitätsstandards“ ). Im Mai 2005 führten wir eine Werbeaktion über die Verteilung von Werbepostkarten durch. Die Botschaft: „MacDent bietet Ihnen, was Sie Seit 1988 berät Reinhard Wingral rund 300 Franchiseprojekte verantwortet und über 1.200 Gründungen begleitet. Er ist geschäftsführender Gesellschafter der Wingral & Partner Unternehmensberatung für Franchising und Innovation und Vorstandsvorsitzender der Global Franchise AG, die Beteiligungen an Franchiseunternehmen hält und das Systemmanagement junger Systeme führt. Einige grundlegende Innovationen für die Franchisewirtschaft stammen von ihm, u.a: •  Initiator und geschäftsführender Gesellschafter der ersten Beteiligungsgesellschaft, die sich mit Risikokapital an Franchisesystemen beteiligt •  Entwicklung und Realisierung des Berufsbildes „Franchise Management IHK“ •  Begleitung von EU-Projekten zur Etablierung des Franchise in den baltischen Staaten Reinhard Wingral ist Mitglied in der International Lawyers Association (IFLA), im Business Angel Netzwerk Deutschland (BAND), akkreditierter Berater bei der Bürgengemeinschaft Hamburg und weiterer wirtschaftsnahen Organisationen. Kontakt: r.wingral@wingral.de Der Autor

9 schon immer von ihrem Zahnarzt wollten: Qualitätssicherung und Garantie. Gute Behandlung zu fairen Bedingungen.“ Es wurden „Die sieben Brücken der Qualitätssicherung“ in Form von Schlagworten aufgezählt, als weitere Informationsmöglichkeiten wurden die Kontaktdaten der Systemzentrale und einer Infohotline angegeben. Wer die Werbepostkarte an die Systemzentrale zurückschickte, nahm an einem Gewinnspiel teil . Einzige Voraussetzung hierfür war, die nächstgelegene Partnerpraxis zu finden und auf der Werbepostkarte anzugeben. Es besteht ein Anspruch auf Unterlassung gemäß UWG, dachte sich die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein und wurde aktiv. Ein typischer Angriff auf ein Franchisesystem im Gesundheitswesen. Die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein beanstandete diese Aktion als wettbewerbswidrig und erhob Unterlassungsklage vor dem LG Kiel, weil die Aufzählung der „Sieben Brücken der Qualitätssicherung“ nicht den Anforderungen an eine sachliche Information im Sinne des Patienten genüge. Auch die Äußerung: „MacDent bietet Ihnen, was Sie schon immer von ihrem Zahnarzt wollten: Qualitätssicherung und Garantie. Gute Behandlung zu fairen Bedingungen.“ wurde als anpreisend und herabsetzend beanstandet. Das Werbung anpreisend ist, liegt in der Natur der Sache – aber herabsetzend? Sowohl das LG Kiel, als auch das OLG Schleswig folgten jedoch der Auffassung der Zahnärztekammer und sahen einen Unterlassungsanspruch als gegeben an. Die von uns eingelegte Revision hatte jedoch Erfolg. Der BGH hob das Berufungsurteil auf und wies mit seiner Entscheidung vom 26.02. 2009 (Az. I ZR 222/06) die Klage endgültig ab. Der Fall der TruDent AG sorgte am Ende tatsächlich für mehr Klarheit darüber, wie Werbung zulässig gestaltet werden kann. Eine nach dem Inhalt der Werbepostkarte anpreisende oder herabsetzende Aussage sei nicht zu erkennen. Insbesondere sei aber keine Bezugnahme auf bestimmte Zahnärzte, sprich unsere jeweiligen Franchisenehmer, enthalten. Eine Entscheidung von elementarer Bedeutung. Auch die Veranstaltung eines Gewinnspiels zu Werbezwecken verstößt nicht gegen das für Zahnärzte geltende berufsrechtliche Werbeverbot . Eine berufsbezogene und sachangemessene Werbung sei auch Zahnärzten erlaubt . Dabei steht es dem einzelnen Arzt grundsätzlich frei, auf welche Weise er dies tun möchte. Darin ist eine Erweiterung der Werbemöglichkeiten für Zahnärzte zu sehen. Für den Franchisegeber, der selbst keine zahnärztlichen Leistungen anbietet, gelten die engen Werbebeschränkungen der Berufsordnungen nicht in gleichem Maße wie für Zahnärzte selbst. Nach Auffassung des BGH schadet es unter den genannten Voraussetzungen nicht, wenn die Werbung des Franchisegebers dem angeschlossenen Zahnarzt nützt. Seitdem sind Alternativen zu den sonst eng begrenzten Möglichkeiten der Eigenwerbung bei Ärzten zulässig. Dies liege im Hinblick auf derartige Kooperationsformen schon in der Natur der Sache begründet. Werbeaktionen eines Franchisegebers sind nach Auffassung des BGH jedenfalls dann zulässig, wenn sie ohne Abstimmung mit dem beziehungsweise ohne Beauftragung durch den Franchisenehmer erfolgen. Also, alles pro Franchise. Fazit Ärztliche Leistungen als Franchisesystem haben beste Chancen, sich als Markenartikel zu etablieren. Die typische Arbeitsteilung zwischen dem Franchisegeber und seinen Franchisenehmer gewährleistet die laufende Weiterentwicklung, konkreten Patientennutzen und messbare Kostenvorteile. Arztpraxen im Franchising werden in den nächsten Jahren so selbstverständlich wie heute in anderen Branchen auch. Home Instead ist Weltmarkführer in der häuslichen Seniorenbetreuung und der größte Betreuungs- und P egedienst in privater Trägerschaft in Deutschland. Wir stehen für persönliche Betreuung und nichtmedizinische P ege zuhause. Sie sind ein(e) vertriebsstarke(r) Führungskraft / Manager mit hoher Sozialkompetenz und Empathie? Dann werden Sie Teil unseres mehrfach ausgezeichneten Franchise-Systems. Verändern Sie mit uns das Gesicht des Alterns Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme: Tel.: 02234 209099-53 E-Mail: unternehmer@homeinstead.de www.franchise.homeinstead.de ZERTIFIZIERTES VOLLMITGLIED DEUTSCHER FRANCHISEVERBAND HI_AZ_Franchise_Erfolge_178x1323_final.indd 2 27.05.21 09:30 Prozessfarbe CyanProzessfarbe MagentaProzessfarbe GelbProzessfarbe Schwarz

10 Entwicklungskosten für Franchisekonzepte sind hoch Ein Franchisekonzept ist ein Vertriebskonzept von vielen anderen, allerdings mit einigen wesent- lichen Besonderheiten. Bei Franchisekonzepten werden verschiedene Vertragstypen vermischt, weshalb man bei Franchiseverträgen auch von sogenannten Typenkombinationsverträgen spricht. franchiseWISSEN. Franchisekonzepte bilden oft sehr komplexe Geschäfts- und Vertriebsmodelle ab, welche zum Beispiel Nutzungsrechte an gewerblichen Schutzrechten wie Marken, Gebrauchsmustern, Urheberrechten, Designs, Layouts etc. enthalten. Ebenso gehören nachweislich funktionierende Organisations-, Marketing- und Verkaufsförderungskonzepte dazu und/oder ausgesuchte und exklusive Produkte und Dienstleistungen. Auch spezielle Hard- und Software und Internetmodule sowie besondere Einrichtungen und Ausstattungen und wirksame Schulungs- und Fortbildungskonzepte vervollständigen das als Franchisepaket bezeichnete Leistungsportfolio eines Franchisegebers. Um diese ganzen Module eines Franchisekonzepts zu entwickeln und diese dann ausführlich zu testen, muss ein Franchiseanbieter erst einmal erhebliche Vorinvestitionen tätigen und oft auch finanzieren. Eine solche Test- und Entwicklungsphase ist in der Regel erst einmal nicht ertragreich und wirtschaftlich. Erst wenn eine Erprobungsphase erfolgreich abgeschlossen ist, kann das Franchisekonzept rechtlich abgebildet und auf dem Markt angeboten werden. Bei der rechtlichen Abbildung von Franchisekonzepten gilt dabei immer der Grundsatz, contract follows concept, also dass der Vertrag sich an dem Franchisekonzept orientiert und nicht umgekehrt. In der Praxis findet man öfter „Muster“-Franchiseverträge, welche bei näherer Prüfung nicht zu dem darin geregelten Franchisekonzept passen und/oder umgekehrt. Für die Nutzung eines Franchisekonzepts hat der Franchiseanbieter die Erprobung seines Franchisekonzepts mit dem Nachweis der wirtschaftlichen Rentabilität für alle daran Beteiligte zu erbringen. Das kann je nach Konzept Monate und sogar Jahre dauern und ist mit erheblichen Investitionen und Kosten für einen Franchiseanbieter verbunden. Das Franchisemodell gilt deshalb auch als das kostenintensivste und teuerstes Vertriebskonzept. Es liegt daher in der Natur der Sache, dass diese Kosten eines Franchisekonzepts wieder erwirtschaftet werden müssen. Franchisekonzepte müssen daher gegen Gebühren angeboten werden, wenn man die hohen Entwicklungskosten als Franchiseanbieter wieder erwirtschaften will. Je nach Konzept gibt es eine Vielzahl von Gebührenoptionen, welche ein Franchiseinteressent vor Abschluss eines Franchisevertrages sorgfältig prüfen sollte. Insbesondere sollten diese Gebühren und Kosten eines Franchisekonzepts in einer Geschäftsplanung für einen Franchisenehmerbetrieb transparent berücksichtigt werden, und es muss geprüft werden, ob das Franchisekonzept an dem vorgesehenen Standort auch die geplanten Renditen erwirtschaften kann. Das gilt besonders heute in Pandemiezeiten. Seriöse Anbieter werden die gesamten Gebühren einem Franchisekandidaten bereits in den vorvertraglichen Aufklärungsdokumenten darstellen. Die wesentlichen Gebührenpositionen sind zum Beispiel bei Vertragsbeginn die sogenannten Einstiegsgebühren/Franchisegebühren, mit der in der Regel anteilige Entwicklungskosten des Franchisegebers abgegolten werden. Ein Franchiseanbieter wird seine Vorinvestitionen in sein Franchisekonzept in der Regel anteilig auf eine kalkulierte Anzahl von Franchisenehmern umlegen unter Berücksichtigung der Geschäftsplanung eines Franchisestandortes. Dass diese schon aufgrund der hohen Anforderungen an eine Know-how Abbildung eines Franchisekonzepts und der ausführlichen Erprobung vor Markteintritt nicht unerheblich sein können, sollte man als Franchisekandidat einkalkulieren. Schulungsgebühren für die Übertragung des System-Know-hows und die Einführung in das System können darin schon enthalten sein oder auch gesondert ausgewiesen werden. Hier ist besonders darauf zu achten, dass der Franchiseanbieter über wirklich tragfähiges und anwendbares Know-how verfügt, und in welcher Form das Knowhow abgebildet ist und wie einem Franchisepartner das Know-how übertragen wird und wie er es dann auch erfolgreich anwenden kann. Franchiseanbieter, die das zum Zeitpunkt eines Franchisevertragsabschlusses nicht umfänglich nachweisen können, sollte man sofort vergessen. Bei den Gebührenoptionen gibt es in der Praxis eine Vielzahl von unterschiedlichen Ansätzen. Als Franchiseinteressent sollten Sie immer nachfragen, welche Einstiegs- und welche laufenden Systemgebühren nach Vertragsschluss für welche Vertragsleistungen berechnet werden. Gibt es zusätzliche Gebühren wie zum Beispiel für die Nutzung von Hard- und Software, Marketing-/Werbegebühren etc. Daneben gibt es für Franchisegeber auch weitere Einnahmequellen, etwa bei Bezugsbindungen für Waren und Dienstleistungen, Einrichtungen und Ausstattungen oder laufende Schulungsleistungen, die mit Aufschlägen kalkuliert werden oder bei denen Handlingpauschalen anfallen. Das ist unproblematisch, wenn die Rentabilität für den Franchisenehmer dadurch nicht so stark eingeschränkt wird, dass diese unter dem Branchendurchschnitt liegt. Franchising macht eigentlich nur dann Sinn, wenn man mit dem Franchisesystem überdurchschnittlich wettbewerbsfähig ist und damit auch deutlich rentabler arbeiten kann, was die hohe Zahl der erfolgreichen Franchisesysteme eindrucksvoll beweist. Ein Franchiseinteressent muss trotzdem genau prüfen und abwägen, was ein Beitritt zu einem Franchisesystem von ihm an weiteren Leistungen verlangt. Das beginnt mit seinem Arbeitseinsatz und endet nicht bei dem erforderlichen Kapitaleinsatz. Es gibt Foto: © Dirk Wouters/pixabay.com

durchaus Beispiele für Geschäftsmodelle von Franchiseanbietern, die erst bei genauer Prüfung des Kleingedruckten als negativ erkennbar werden. Es werden beispielsweise neben den üblichen Gebühren für den Systembeitritt und die Systemeingliederung und den laufenden Systemgebühren zusätzliche Kosten und Gebühren eingebaut, die bei einem ersten Vergleich mit anderen Systemangeboten nicht besonders auffallen. Auch bei Werbe- und Marketinggebühren gilt es genauer hinzuschauen. Oft werden zweckbestimmte Werbegebühren auf Umsatzbasis zusätzlich erhoben, die der Franchisegeber für zentrale Werbemaßnahmen einsetzt. Daneben wird auch der Franchisenehmer verpflichtet, einen bestimmten Prozentsatz seines Umsatzes für seine regionale Werbung einzusetzen. Hier ist aus einer Gesamtschau zu ermitteln, ob das angemessen und wirtschaftlich tragbar ist. Aber auch Preisstellungen bei bezugsgebundenen Vertragsprodukten und/oder Vertragsdienstleistungen sind daraufhin zu prüfen, ob diese wettbewerbsfähig sind und auch für einen Franchisepartner rentabel bleiben. Es ist auch darauf zu achten, ob bei zentralen Warenwirtschaftssystemen eines Franchiseanbieters die Sortiments- und Preisgestaltung (unzulässigerweise) zentral erfolgt, oder ob der Franchisenehmer darauf als selbstständiger Unternehmer noch Einfluss hat. Manche Franchisegeber sind bei der Gestaltung ihrer Geschäftsmodelle sehr kreativ, was eigentlich nicht zu beanstanden ist, soweit auch der Franchisenehmer daran für seine Leistungen angemessen partizipiert. In Anbetracht der bei Franchiseverträgen üblichen längeren Laufzeiten und in Anbetracht der Investitionen in einen Systembeitritt ist ein Franchisekandidat gut beraten, sich vorher ausführlich zu informieren und erforderlichenfalls von Fachleuten beraten zu lassen. Wenn alles stimmt, ist die Chance für eine win-win Situation eine gute Perspektive. Rechtsanwalt Thomas Doeser: Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkten auf kooperativen Vertragsvertriebssystemen, Franchising, Licensing und internationale Vertriebssysteme. Seit 1980 Partner einer international tätigen Unternehmensberatung (BDU) mit Schwerpunkten in Nordamerika und Osteuropa mit der Spezialisierung auf die Konzeption und den Aufbau von Vertriebssystemen. 1980 Organisator des ersten Franchisekongresses in Deutschland sowie der ersten Franchisemesse in Deutschland. Seit 1983 selbstständiger Rechtsanwalt in Tübingen Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer der E.F.LAW, der European Franchise Lawyers Association EEIG. Spezialgebiet Franchise- und Lizenzrecht sowie Strategieentwicklung und Beratung von Mandanten beim Auf- und Ausbau von Vertriebssystemen im In- und Ausland. Aktiv auch im operativen Bereich im Rahmen von Interimsmanagement und Treuhandmanagement. Projektarbeit in ganz Europa, Nordamerika sowie in Russland und in China. Seit 1980 zahlreiche Veröffentlichungen und Fachbuchbeiträge unter anderem zum Thema Franchising, Strategie und Management. Regelmäßige Kolumnen in bekannten Wirtschaftszeitschriften sowie umfangreiche Vortragstätigkeiten im In- und Ausland auf Fachmessen, bei IHK's sowie unter anderem beim Deutschen Franchiseinstitut oder bei der ESB (European School of Business) in Reutlingen. Mitglied der E.F.LAW (Europäische Franchiseanwaltsvereinigung) Bis 2019 seit über 38 Jahren Mitglied im Rechtsausschuß des Deutschen Franchiseverbandes, Mitglied beim Deutschen Fachjournalistenverband, 2000 bis 2016 Vorstandsvorsitzender der Beratergruppe Strategie (EKS) e.V. und eine Vielzahl weiterer Aktivitäten und Mitgliedschaften im In- und Ausland. Kontakt: Rechtsanwalt Thomas Doeser Robert Gradmann Weg 1 · 72076 Tübingen · Tel. 07071 600630 · Telefax 07071 600345 E-Mail: tdoeser@t-online.de · www.franchiseanwalt.de Foto: © Gerhard Blank Der Autor               €   ‚   € ƒ „ ƒ…†‡  ˆ     „              € ‚  € ƒ „ … † ‡ˆ„‰ Š ‹ ‰‡ ‰ ƒ   Š † 

12 FranchiseExpo 2021: Lebendige Franchiseszene in Frankfurt Internationale Aussteller, viel action, erste Messe in 2G Es ist in dieser schwierigen Zeit schon eine Besonderheit, dass die Franchise Expo (FEX) überhaupt als Präsenzmesse stattgefunden hat. Drei Tage lang bewies die Franchisewirtschaft ihre Lebendigkeit und ihr Interesse an Wachstum in der Messe Frankfurt. 101 Firmen präsentierten sich am einzigen Marktplatz der deutschsprachigen Franchisewirtschaft in diesem Jahr, davon elf rein digital. franchiseMAGAZIN. Trotz aller Herausforderungen durch die Pandemie konnte die FEX ihrem internationalen Anspruch gerecht werden: so kamen die Aussteller aus 16 Ländern, allen voran Deutschland, gefolgt von Österreich, Frankreich, den USA und Niederlanden. Aber auch Slowenien, Belgien, die Schweiz, Polen, Schweden, Italien, Kanada, Finnland, Spanien, Russland und die Ukraine waren dabei. Die Entscheidung, die Messe in 2G (vollständig geimpft oder genesen) durchzuführen, fiel wenige Wochen vor Messestart. Nachdem das Land Hessen diesen Weg kurzfristig ermöglichte und die Umfrage unter den Ausstellern zu deren Impfstatus ergab, dass über 96 Prozent geimpft sind, traf der Veranstalter, die US-Firma MFV, Teil des weltweit aktiven Messeorganisators Comexposium, die Entscheidung, die erste Messe in 2G durchzuführen. Dadurch konnte ein Messeerlebnis ermöglicht werden, dass an Vor-Corona-Zeiten erinnern ließ. Wenn es um die eigene, berufliche Zukunft geht und die Entscheidung, sich mit einer Marke selbstständig zu machen, ist es eine Notwendigkeit, auch die Menschen hinter Masken wahrnehmen zu können. Die Besucheranzahl war aufgrund der derzeitigen Unsicherheiten in der Gesellschaft geringer als 2019. 1.500 Interessierte erkundeten den Marken-Marktplatz und folgten dem umfangreichen Konferenzprogramm. Interessantes Detail: die Registrierungen entsprachen fast zur Gänze den Anwesenden, die „no shows“ waren minimal. Dennoch gaben die meisten Aussteller dem Veranstalter ein positives Feedback. Die Qualität der Gespräche sei sehr hoch gewesen. „Jene, die trotz allem der Einladung zur FEX gefolgt sind, haben tatsächlich Interesse, sich mit Franchising selbstständig zu machen“, so Carina Felzmann von MFV/Comexposium und weiter „wir gehen voller Zuversicht ins nächste Jahr. Die FEX22 wird von 10. bis 12. November in Frankfurt stattfinden. Fotos: © Roland Unger/MFV Über den Veranstalter, MFV Expositions/US MFV veranstaltet seit über 25 Jahren die weltweit führenden Franchisemessen und ist damit die Nummer Eins im internationalen Franchisebusiness. Das Ziel der Messen ist es, Franchisekonzepte auf allen Investmentlevels mit qualifizierten Besuchern, die ihr eigenes Business starten wollen, zu vernetzen. Die MFV-Markenfamilie beinhaltet die „International Franchise Expo“ in New York (24.–25.9.21), Nashville, Phoenix (März 22), Houston (29.–30.10.21), Miami Beach (Jan. 22) sowie in Mexiko, England (1.–2.10.21), China. 2017 wurde die MFVGruppe von Comexposium übernommen, einem ebenfalls weltweit agierenden Konzern, mit mehr als 170 B2C und B2B Veranstaltungen in elf verschiedenen Sektoren, wie Lebensmittel, Mode, Sicherheit, Digitales, Hightech, Optik, Landwirtschaft und Transport. www.franchiseexpo.com

13 Trend zu regionalen flexiblen Arbeitsplatzlösungen Franchisepartner Oliver Bossmann in Neuss Flexible Arbeitsplatzlösungen stehen nach wie vor hoch im Kurs: Arbeitgeber ermöglichen ihren Arbeitnehmern weiterhin hybride Arbeitsoptionen – ob von zuhause, einen Tag zum Austausch mit den Kollegen im Büro oder in einer professionellen Arbeitsumgebung an einem flexiblen Arbeitsplatz. franchiseMAGAZIN. Hybride Arbeitsmodelle bieten Unternehmen wie auch Mitarbeitenden viele Vorteile: Mitarbeiter profitieren von einer besseren Work-Life-Balance und sparen sich die langen Pendelzeiten in das Büro. Unternehmen hingegen berichten von einem Anstieg der Produktivität der Mitarbeiter und erzielen bessere Unternehmensergebnisse durch Einsparungen von Büroflächen. Auch die Umwelt profitiert: weniger Menschen, die tagtäglich im Stau stehen, bedeuten eine Verringerung des CO2-Ausstoßes. Auch Oliver Bossmann sieht einen Trend zu hybriden Arbeitsmodellen: Im Juni letzten Jahres eröffnete Oliver Bossmann in Neuss sein erstes Regus Center. Bereits Anfang 2020 begann die Franchise-Zusammenarbeit zwischen seiner Firma Bossmann Invest Holding und IWG Regus, womit er zum zweiten offiziellen DeutschlandPartner des Unternehmens wurde. In dem rheinischen Business Center stehen Nutzern auf über 2.000 Quadratmetern rund 200 Arbeitsplätze zur Verfügung. Bevor Bossmann sich mit seinem Franchiseunternehmen selbstständig machte, war er zuletzt Corporate Vice President bei Henkel. Insgesamt sammelte er während seiner mehr als 30-jährigen Karriere wichtige Managementerfahrungen in großen und internationalen Konzernen wie Procter & Gamble und CocaCola. Diese Expertise verknüpft er mit einer starken Vernetzung im Rheinland, um der Franchisepartnerschaft einen erfolgreichen Weg zu ebnen. Die Gründe für eine Franchisepartnerschaft waren für den Unternehmer vielseitig. „Mir war es vor allem wichtig, ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Selbstbestimmtheit bewahren zu können,“ erklärt Oliver Bossmann. „Darüber hinaus bietet die Arbeit als Franchisenehmer aber auch viel Flexibilität.“ Nach der Entscheidung, sich mit einem Franchiseunternehmen selbstständig zu machen, stellten sich ihm aber weiterhin die Fragen, welcher Partner und welches Konzept am besten für ihn geeignet waren. Seine Wahl fiel schnell auf IWG Regus, da das Unternehmen nicht nur der Marktführer für moderne und zeitgemäße Bürolösungen in Europa ist, sondern seine Franchisenehmer auch mit langjähriger Expertise und Wissen unterstützen kann. „Flexible Arbeitsplatzlösungen werden in der Zukunft weiterhin eine große Rolle spielen. Gerade das letzte Jahr hat gezeigt, wie hybrides Arbeiten immer mehr unsere normale Arbeitswelt darstellen wird,“ ist Oliver Bossmann überzeugt. Als internationaler Partner bietet IWG einen Zugang zu einem weltweiten Netzwerk. Kunden erhalten dadurch maximale Flexibilität und können Office Spaces auf der ganzen Welt nutzen. „Die bisherige Zusammenarbeit mit IWG als Franchisepartner lief unkompliziert und ausgezeichnet,“ bemerkt Oliver Bossmann. Vom Erstkontakt bis hin zur Eröffnung des Business Centers in Neuss dauerte der Onboarding-Prozess ungefähr ein Jahr. Dies ist für die Immobilienbranche beziehungsweise den Büromietmarkt eine übliche Planungszeit und umfasst die Abstimmung und Einigung mit dem Vermieter und weiteren Prozessen. Der gesamte OnboardingProzess erfolgte in enger Abstimmung mit IWG, wodurch frühere Erfahrungen aus ähnlichen Franchiseprojekten in die Planungsphase eingebracht werden konnten. Für Franchisenehmer wie auch Unternehmenskunden bietet die Partnerschaft flexible Optionen, was sich im Design Your Own Office Konzept widerspiegelt. Damit ermöglicht IWG seinen Unternehmenskunden die Anpassung von Büroflächen an ihre individuellen Bedürfnisse. Auch wenn Franchisenehmer somit auf standardmäßige Prozesse zurückgreifen können, was den Aufbau des Franchisegeschäfts erleichtert, erhalten Unternehmenskunden gleichzeitig flexible Möglichkeiten, schnell und einfach Büroflächen in einem bestimmten Look & Feel und je nach Branchenerfordernissen zu gestalten. Auch Abschlüsse von Kundenverträgen werden in der Regel flexibel gehandhabt und umfassen kurz- wie auch langfristige Optionen. Oliver Bossmann Foto: © Felix Will Fotografie

14 Mikromezzaninkapital als Ergänzung für Ihre Finanzierung Ich habe als Berater sehr viel mit Banken und Sparkassen zu tun und unterstütze viele Gründer bei ihren Finanzierungsvorhaben in der Existenzgründungs- oder Festigungsphase. Öffentliche Fördermittel sind oft als Finanzierungsform willkommen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Finanzierungsform Mikromezzanin selten erwähnt wird und viele Gründer gar nicht wissen, dass es diese Form der Finanzierung gibt. Ich meine hier im Besonderen den Mikromezzaninfonds-Deutschland, der aufgelegt wurde, um Gründer und Unternehmen im Bereich Eigenkapital zu fördern. franchiseWISSEN. Gerade in einer Zeit, wo Banken immer mehr Wert auf Eigenkapital und Risikominimierung legen, ist diese Form der Kapitalbeschaffung sehr praktikabel. Mezzaninkapital ist eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital. Das Unternehmen bzw. der Gründer erhält wirtschaftliches Eigenkapital. Der Kapitalgeber hat keine Stimmrechte und mischt auch nicht im Tagesgeschäft mit. Ziel des Programms ist es, dass kleine und junge Unternehmen sowie Existenzgründer gefördert werden. Es gibt jedoch einige Punkte, die beachtet werden müssen. Die Förderung erfolgt als stille Beteiligung über die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften, die in allen Bundesländern vertreten sind. Die maximale Beteiligungshöhe beträgt 50.000 Euro bei einer Laufzeit von zehn Jahren. Für Zielgruppen-Unternehmen ist die maximale Beteiligungshöhe erhöht worden und liegt bei 150.000 Euro, wobei die anfängliche Förderung auf 75.000 Euro begrenzt ist. Die Tilgung erfolgt ab dem siebten Jahr in drei gleich hohen Jahresraten. Die Konditionen liegen aktuell bei 8 Prozent p.a, ein einmaliges Bearbeitungsentgelt von 3,5 Prozent der Einlage ist bei Auszahlung fällig, sowie eine variable Gewinnbeteiligung von maximal 1,5 Prozent per anno. Es sind keine Sachsicherheiten zu stellen. Die Vorteile einer solchen Finanzierung lassen sich wie folgt beschreiben: › D ie wirtschaftliche Eigenkapitalquote erhöht sich › K eine Sicherheiten notwendig › D as Rating verbessert sich › D ie Konditionen laufender Kredite könnten sich eventuell verbessern › D er Unternehmer verbessert seine Chance auf neue Kredite Stephan Neuschulten Geschäftsführer der Neuschulten Unternehmensberatung GmbH, Wuppertal Der Autor UMFASSEND, AKTUELL UND KOMPETENT! Nähere Informationen unter franchise-wirtschaft.de Jetzt bestellen! www.franchise-shop.de Hier haben Sie die Wahl! Das Verzeichnis der FranchiseWirtschaft 2021 als Printkatalog für 48 Euro, zzgl. 5 Euro Versand oder Das Verzeichnis der FranchiseWirtschaft 2021 als Download für 44,90 Euro VERZEICHNIS DER FRANCHISEWIRTSCHAFT 2021 VERZEICHNIS DER FRANCHISE WIRTSCHAFT 2021 16. Jahrgang C H A N C E N I D E E N K O N Z E P T E Magazin für Gründer und Unternehmer UNTERSTÜTZT VON 29.09.20 14:51 Auf die Praxis bezogen bedeutet dies: Wenn ein Franchisenehmer zu wenig Eigenmittel für sein geplantes Vorhaben hat, könnte er auf dieses Programm zurückgreifen. Natürlich greifen hier genauso die Faktoren wie beim banküblichen Kredit. Also alle relevanten Unterlagen wie Businessplan, Selbstauskunft, Lebenslauf etc. müssen beigebracht werden und das Projekt muss dementsprechend vorgestellt werden. Die Vergabe selbst läuft über die regionalen Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften. Diese kann man über das Internet erfragen. Fazit Zu geringes Eigenkapital ist für sehr kleine Unternehmen und Unternehmensgründer oft ein Hindernis beim Zugang zu Kreditfinanzierungen. Um solchen Unternehmen bessere Finanzierungschancen zu eröffnen und ihre Risikotragfähigkeit zu erhöhen, wurde der Mikromezzaninfonds aufgelegt. Dieses Programm kann Franchisegebern und Franchisenehmern helfen, den Schritt in die Gründung bzw. der Expansion weiter zu verfolgen und auch durchzuführen!

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