franchiseERFOLGE Dez. 2021-März 2022

durchaus Beispiele für Geschäftsmodelle von Franchiseanbietern, die erst bei genauer Prüfung des Kleingedruckten als negativ erkennbar werden. Es werden beispielsweise neben den üblichen Gebühren für den Systembeitritt und die Systemeingliederung und den laufenden Systemgebühren zusätzliche Kosten und Gebühren eingebaut, die bei einem ersten Vergleich mit anderen Systemangeboten nicht besonders auffallen. Auch bei Werbe- und Marketinggebühren gilt es genauer hinzuschauen. Oft werden zweckbestimmte Werbegebühren auf Umsatzbasis zusätzlich erhoben, die der Franchisegeber für zentrale Werbemaßnahmen einsetzt. Daneben wird auch der Franchisenehmer verpflichtet, einen bestimmten Prozentsatz seines Umsatzes für seine regionale Werbung einzusetzen. Hier ist aus einer Gesamtschau zu ermitteln, ob das angemessen und wirtschaftlich tragbar ist. Aber auch Preisstellungen bei bezugsgebundenen Vertragsprodukten und/oder Vertragsdienstleistungen sind daraufhin zu prüfen, ob diese wettbewerbsfähig sind und auch für einen Franchisepartner rentabel bleiben. Es ist auch darauf zu achten, ob bei zentralen Warenwirtschaftssystemen eines Franchiseanbieters die Sortiments- und Preisgestaltung (unzulässigerweise) zentral erfolgt, oder ob der Franchisenehmer darauf als selbstständiger Unternehmer noch Einfluss hat. Manche Franchisegeber sind bei der Gestaltung ihrer Geschäftsmodelle sehr kreativ, was eigentlich nicht zu beanstanden ist, soweit auch der Franchisenehmer daran für seine Leistungen angemessen partizipiert. In Anbetracht der bei Franchiseverträgen üblichen längeren Laufzeiten und in Anbetracht der Investitionen in einen Systembeitritt ist ein Franchisekandidat gut beraten, sich vorher ausführlich zu informieren und erforderlichenfalls von Fachleuten beraten zu lassen. Wenn alles stimmt, ist die Chance für eine win-win Situation eine gute Perspektive. Rechtsanwalt Thomas Doeser: Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkten auf kooperativen Vertragsvertriebssystemen, Franchising, Licensing und internationale Vertriebssysteme. Seit 1980 Partner einer international tätigen Unternehmensberatung (BDU) mit Schwerpunkten in Nordamerika und Osteuropa mit der Spezialisierung auf die Konzeption und den Aufbau von Vertriebssystemen. 1980 Organisator des ersten Franchisekongresses in Deutschland sowie der ersten Franchisemesse in Deutschland. Seit 1983 selbstständiger Rechtsanwalt in Tübingen Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer der E.F.LAW, der European Franchise Lawyers Association EEIG. Spezialgebiet Franchise- und Lizenzrecht sowie Strategieentwicklung und Beratung von Mandanten beim Auf- und Ausbau von Vertriebssystemen im In- und Ausland. Aktiv auch im operativen Bereich im Rahmen von Interimsmanagement und Treuhandmanagement. Projektarbeit in ganz Europa, Nordamerika sowie in Russland und in China. Seit 1980 zahlreiche Veröffentlichungen und Fachbuchbeiträge unter anderem zum Thema Franchising, Strategie und Management. Regelmäßige Kolumnen in bekannten Wirtschaftszeitschriften sowie umfangreiche Vortragstätigkeiten im In- und Ausland auf Fachmessen, bei IHK's sowie unter anderem beim Deutschen Franchiseinstitut oder bei der ESB (European School of Business) in Reutlingen. Mitglied der E.F.LAW (Europäische Franchiseanwaltsvereinigung) Bis 2019 seit über 38 Jahren Mitglied im Rechtsausschuß des Deutschen Franchiseverbandes, Mitglied beim Deutschen Fachjournalistenverband, 2000 bis 2016 Vorstandsvorsitzender der Beratergruppe Strategie (EKS) e.V. und eine Vielzahl weiterer Aktivitäten und Mitgliedschaften im In- und Ausland. Kontakt: Rechtsanwalt Thomas Doeser Robert Gradmann Weg 1 · 72076 Tübingen · Tel. 07071 600630 · Telefax 07071 600345 E-Mail: tdoeser@t-online.de · www.franchiseanwalt.de Foto: © Gerhard Blank Der Autor               €   ‚   € ƒ „ ƒ…†‡  ˆ     „              € ‚  € ƒ „ … † ‡ˆ„‰ Š ‹ ‰‡ ‰ ƒ   Š † 

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